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Frage zur Nebentäterschaft!
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Robster1986
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Anmeldungsdatum: 10.01.2008
Beiträge: 89
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 09 März 2008 - 17:13:40    Titel: Frage zur Nebentäterschaft!

Hallo! Ich hätte mal ne Frage zur Nebentäterschaft, die meines Erachtens hier vorliegt. Es heißt ja Nebentäterschaft liegt vor, wenn meherer Personen unabhängig voneinander den tatbestandlichen Erfolg herbeiführen. Jeder Täter muss für seinen eigenen Tateinteil einstehen...
Erwähne ich dann in der Klausur, dass eine Nebentäterschaft vorliegt, oder prüfe ich einfach beide Personen normal durch?
Hat das ne Auswirkung auf meine Prüfung, dass das eine Gift erst später in die Suppe getan wurde?

Hier ist noch der Fall
Der Familienvater H verprügelte sowohl seine Ehefrau E als auch seine drei Kinder häufig und schwer. Die Familienmitglieder lebten daher seit Jahren in ständiger Angst vor Gewalttätigkeiten des H. Sie trauten sich weder, sich gegen H selbst zur Wehr zu setzen, noch bei der Polizei um Hilfe zu bitten. Letzteres war in Gesprächen zwischen E und den
beiden erwachsenen Töchtern A und B erörtert, aber letztlich deshalb verworfen worden,
weil man sich schämen müsse, die bedrückenden familiären Verhältnisse auch noch nach außen zu offenbaren.
Nachdem H den zehnjährigen Sohn S wieder einmal aus nichtigem Anlaß blutig geschlagen hatte, entschlossen sich A und B unabhängig voneinander, den H zu töten, weil sie
keinen anderen Ausweg sahen. A vergiftete deshalb zwei Tage später beim Kochen die für H bestimmte Suppe mit einer binnen zwei Stunden tödlich wirkenden Dosis. Bevor B die Suppe auftrug, gab sie ihrerseits eine gleiche Dosis desselben Giftes dazu. Sie wußte
von der Tat der A ebensowenig wie umgekehrt die A von der ihren. H starb zwei Stunden nach Verzehr der Suppe.
Strafbarkeit von A und B?
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 09 März 2008 - 19:31:37    Titel:

Ich meine, man muss den Begriff Nebentäterschaft nicht ansprechen, sondern einfach die Strafbarkeit der beiden Schwestern normal durchprüfen. Ggf. könnte man im Ergebnis einen Satz dazu schreiben.
Man könnte auch noch kurz Mittäterschaft ansprechen, aber dann natürlich ablehnen.
Dieser Fall erinnert mich im Übrigen auch etwas an den Familientyrannen, nur dass die Person hier nicht im Schlaf getötet wird. Vorsicht also bei den niedrigen Beweggründen. Auch an die Prüfung einer "notwehrähnlichen Lage" denken (liegt nach Mindermeinung in solchen Fällen vor) sowie an § 35 denken.

Die Sache mit der Suppe soll wohl in der Kausalität problematisiert werden (alternative Kausalität).
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