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Emilia Galotti - Dramaturgische Funktion
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kdst89
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Anmeldungsdatum: 19.01.2008
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 13 März 2008 - 17:27:17    Titel: Emilia Galotti - Dramaturgische Funktion

Hallo,

welche dramaturgische Funktion übernimmt der 5. Aufzug von Emila Galotti?

Ich denke, dass der 5. Aufzug das retardierende Moment und die Lösung des Trauerspiels bildet, da sich dieser Akt am Ende des Werkes befindet.
Außerdem bildet der 5. Aufzug meines Achtens ein eigenes separates Dramendreieck, da die enthaltene Handlung wie ein extra Drama wirkt.
Was sagt ihr zu meinen Überlegunegn?

Gruß Daniel
Leoni
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Anmeldungsdatum: 19.05.2005
Beiträge: 1096
Wohnort: Bochum

BeitragVerfasst am: 13 März 2008 - 18:29:36    Titel:

kdst89 hat folgendes geschrieben:
Was sagt ihr zu meinen Überlegunegn?


Du solltest sie ein wenig mit Inhalt füllen. Razz Worin bestehen denn nun das retardierende Moment und die Lösung? Was genau ist die "enthaltene Handlung" und inwiefern wirkt sie wie ein Extra-Drama?
Bruno58
Junior Member
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Anmeldungsdatum: 15.03.2008
Beiträge: 91

BeitragVerfasst am: 15 März 2008 - 02:14:01    Titel:

Als retardierendes Moment gilt bei Lessing grundsätzlich der vierte Akt; hier Auftritt der Gräfin Orsina, im "Nathan" etwa der Tempelherr. Der fünfte Akt bildet, wie du richtig bemerkst, die Auflösung (das ist so üblich im klassischen fünfaktigen Drama). Auflösung inwiefern? - Emilia verlangt vom Vater, die Rose zu brechen, also sie zu töten. Deutlich wird, was schon im ganzen Drama angedeutet wird, dass sie es nicht um ihretwillen, sondern um ihres Vaters Willen tut. Ihr ganzes Selbst war immer eingezwungen im streng-bürgerlichen Korsett ihres Vaters; zu gern hätte etwas in der von der Kirche heimkehrenden Emilia dem Drängen nachgegeben, das ihr dort begegnet war. - Die Auflösung ist also nicht zuletzt die Entlarvung des alten Galottis als demjenigen, der die Entfaltung seiner Tochter verhinderte und sie deshalb auf "ihren" Wunsch hin töten musste (eine ähnliche Konstellation findest du später in Hebbels "Maria Magdalene")
Ein eigenes Drama entfaltet sich vielleicht insofern, als nun endlich von allen erkannt wird, dass gar nicht Unmoral und Sittenzerfall des Prinzen eigentlicher Gegenstand der bürgerlichen(!) Tragödie sind, sondern die unerträgliche Strenge des alten Galottis.

Ich hoffe, es sei mir möglich gewesen, dir ein wenig behilflich zu sein. Noch ein kleiner Extratipp: Beachte einmal die Vokale in dem Bericht, den Emilia ihrer Mutter vom Gottesdienst abliefert - E-I-A-- O-O-A-O. Man könnte beinahe sagen, hier zeige sich, wie Emilia(E-I-A) zwischen den Vokalen ihres Vaters Odoardo eingeklemmt sei und sich nicht entfalten könne (der ist aber nicht literaturwissenschaftlich fundiert!)

Gruss
Bruno58
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