Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Gesellschaftsrecht: Ausscheiden von Todes wegen
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Gesellschaftsrecht: Ausscheiden von Todes wegen
 
Autor Nachricht
whizz-kid
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 23.03.2007
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 16 März 2008 - 14:10:43    Titel: Gesellschaftsrecht: Ausscheiden von Todes wegen

Hallo!

Nach §131 III 1. HGB Führt der Tod eines Gesellschafters ja zu seinem Ausscheiden was zu einer Auseinandersetzung nach §738 BGB führt.

So, wie ich es in den Vorlesungen verstanden habe, ist dies die einzig richtige Regelung, die im Falle des Todes eines Gesellschafters angewendet wird, während man früher in diesem Fall noch von einer Auflösung der Gesellschaft ausgegangen ist.

Nach §727 BGB gilt dies aber auch weiterhin dispositiv, wenn nichts anderes im Gesellschaftsvertrag geregelt ist.

Meine Frage nun: Muss man in entsprechendne Fällen prüfen, was im Gesellschftsvertrag geregelt ist und bei einer Nichtregelung tatsächlich weiterhin auf §727 HGB (Auflösung) zurückgreifen, oder gilt §131 HGB iVm §738 BGB in jedem Fall?

Vielen Dank im voraus für alle Antworten!
Sebastian
StR-Tobi
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 16 März 2008 - 14:52:47    Titel:

Du musst differenzieren zwischen einer GbR und einer OHG. Bei der GbR geht das Gesetz davon aus, dass eine sehr enge Verbindung zwischen den Gesellschaftern besteht und statuiert deshalb die Auflösung im Todesfalle nach § 727 BGB. Nur wenn es sich um eine OHG ist, bei der typischerweise keine so starke persönliche Bindung besteht und die vor allem, um keinen Kontinuitätsverlust herbeizuführen, auch über den Tod eines Gesellschafters weiter bestehen muss, kann § 131 III HGB greifen.

Daher: Liegt nur eine GbR vor, muss eine Fortsetzungsklausel in den Gesellschaftsvertrag aufgenommen werden, damit die GbR nicht mit dem Tode eines Gesellschafters aufgelöst wird. Die Dispositivität von § 727 BGB ergibt sich aus §§ 736 f. BGB. Liegt aber eine OHG vor, ist die Fortsetzung der Gesellschaft bereits gesetzlich angeordnet, einer seperaten vertraglichen Fortsetzungsklausel bedarf es dann nicht.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Gesellschaftsrecht: Ausscheiden von Todes wegen
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum