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Gefährliches Werkzeug angesägter Hochsitz?
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Gefährliches Werkzeug angesägter Hochsitz?
 
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Claudia18
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Anmeldungsdatum: 11.03.2008
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 16 März 2008 - 19:52:23    Titel: Gefährliches Werkzeug angesägter Hochsitz?

Ist eurer Meinung nach ein angesägter Hochsitz ein gefährliches Werkzeug? Beweglich ist er ja schon, denn er kann zusammenstürzen, aber irgendwie fällt mir keine schlüssige Begründung ein...

Kann mir jemand helfen? Würde mich sehr sehr freuen!!


Danke! Eure Claudi
Djaygo
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Anmeldungsdatum: 16.03.2008
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 16 März 2008 - 20:00:17    Titel:

Spontan, ohne das jetzt nachgelesen zu haben, würd ich das verneinen.

Aber mal abgesehen davon: Beweglich stellt doch nicht darauf ab, ob etwas zusammenstürzen kann. Sonst wäre ein Haus ja auch beweglich, die Dinger sollen gelegentlich ja auch einstürzen Wink Beweglich ist doch in der Regel als "kann ich mitnehmen" zu verstehen und das ist bei einem Hochsitz auch nicht der Fall.
Claudia18
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Anmeldungsdatum: 11.03.2008
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 16 März 2008 - 21:42:13    Titel:

vielen Dank Dir erstmal!! Sollte dennoch jemand eine Idee haben, dann nur los Wink
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 16 März 2008 - 22:46:37    Titel:

Also nach der Meinung, die einen beweglichen Gegenstand fordert, ist ein angesägter Hochsitz sicherlich kein gefährliches Werkzeug, da er nicht tatsächlich hinfortbewegt werden kann, sondern fest mit dem Boden verbunden ist (vgl. auch Djaygos Posting).
Allerdings gibt es ja auch eine gewichtige Meinung, die einen unbeweglichen Gegenstand ausreichen lässt. Selbst diese ist meines Wissens aber der Ansicht, dass das Opfer gegen den Gegenstand geführt werden muss (Kopf auf Straße, Hand auf Herdplatte etc.). Das wäre bei einem angesägten Hochsitz, der durch einen Jäger erklommen wird und der daraufhin einstürzt wohl kaum der Fall: Der Jäger wird selbst auf den Hochsitz klettern, ohne dass der Täter ihn etwa auf den angesägten Hochsitz schleudert.

Eine abweichende Auffassung würde den Werkzeugbegriff m.E. vollens ad absurdum führen.
Claudia18
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Anmeldungsdatum: 11.03.2008
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 16 März 2008 - 22:54:08    Titel:

Danke dir erstmal wirklich sehr!!

aber müssen da nicht dann die Regeln der mittelbaren Täterschaft angewendet werden? Dann wäre das Werkzeug ja nämlich doch zum Opfer durch den vermeintlichen Tatmittler geführt worden.

Beim unmittelbaren Ansetzen (ich prüfe nämlich nur auf Versuch, da deer Tod des Jägers ausbleibt) musste ich nämlich auch schon die Grundsätze der mittelbaren Täterschaft anwenden, da die Mitwirkung des Opfers nötig ist.


Wäre sehr dankbar für eine Antwort! Very Happy

Grüßle Claudi
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 16 März 2008 - 22:59:38    Titel:

Ich glaube das will die Literaturmeinung nicht damit ausdrücken. Der Körper des Opfers muss eher eigenhändig gegen den Gegenstand geführt werden. Anders ist die Wortlautgrenze überschritten. Lies dir ruhig mal einen Artikel dazu durch, gibt massig Literatur zum Werkzeugbegriff. Ich empfehle MüKo/Hardtung, der schreibt nett und verständlich.
Djaygo
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Anmeldungsdatum: 16.03.2008
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 16 März 2008 - 23:05:57    Titel:

Also die Regeln über die mittelbare Täterschaft wendet man in solchen Fällen doch nur analog an, da sich das Opfer quasi als Werkzeug gegen sich selbst benutzt, indem es noch selbst in die Falle gehen muss. Hier also der Jäger selbst noch auf den Hochsitz steigen muss.

Aber auch dadurch wird der Hochsitz nicht zum Werkzeug iSv § 224.
Claudia18
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Anmeldungsdatum: 11.03.2008
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 17 März 2008 - 00:39:32    Titel:

Ok, euch beiden vielen Dank!
Diplomierter
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 12.06.2007
Beiträge: 1988
Wohnort: Am Tor zum Allgäu

BeitragVerfasst am: 17 März 2008 - 00:47:59    Titel:

Hochsitz ein Werkzeug? Das gibt es nicht mal in der Bildzeitung zum lesen!

Mit einem Werkzeug wird gearbeitet, wer behauptet ein Hochsitz sei ein Werkzeug, der kann nur ein Sesselpupser sein, der sein Leben lang noch nie ein Werkzeug in der Hand hielt! Laughing
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 17 März 2008 - 08:56:21    Titel:

Was hat dich denn zu diesem abschätzigen Beitrag hingerissen? Die abstrakte Denke der Juristen dürfte doch wohl bekannt sein, bei uns gibt es eben kaum Denkverbote - erst recht nicht unter Studenten. Wäre der Begriff des Werkzeugs ein so klarer, würde die Literatur über ihn keine Bibliotheken füllen. Etwas Zurückhaltung wäre daher durchaus angebracht.
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