Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Aussetzung gemäß § 221 StGB beim Suizid?!
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Aussetzung gemäß § 221 StGB beim Suizid?!
 
Autor Nachricht
Jubbathehut
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 21.03.2008
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 04 Apr 2008 - 19:58:24    Titel: Aussetzung gemäß § 221 StGB beim Suizid?!

Hallo zusammen,

mich beschäftigt im Moment folgendes Problem :

Zwei Personen, die sich nicht sonderlich gut kennen X und Y befinden sich zusammen in einer Wohnung. Der X hat die Y mehrmals gegen deren Willen aufgesucht, sich jedoch nicht nach § 238 I StGB strafbar gemacht, da dass Gesetz zu diesem Zeitpunkt nicht in Kraft war. Die Y befindet sich nun in der Wohnung des X um einen Suizid zu begehen. Vorher wirft sie Y sein Verhalten ihr gegenüber vor. Diese ist darüber erbosst und lässt sie den Suizidversuch begehen ohne Hilfe zu leisten.

Ist es möglich hier eine Aussetzung zu prüfen? Oder ist es einfach nur § 323c? Bei der Aussetzung beschäftigt mich das Problem ob ich dem X eine Garantenstellung zuweisen kann oder nicht und wenn ja welche?

Bin für jeden Hinweis dankbar.


Zuletzt bearbeitet von Jubbathehut am 05 Apr 2008 - 09:11:00, insgesamt einmal bearbeitet
defit
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 22.10.2006
Beiträge: 118

BeitragVerfasst am: 04 Apr 2008 - 23:57:12    Titel:

Dein Text verwirrt mich Wink Sind das beides Frauen? Oder ist X ein Mann und Y eine Frau, die sich dann auch umbringt, nachdem sie X Vorwürfe gemacht hat? Das hab ich mir mal so zusammengereimt.

Zum Fall: Ich denke hier wird's mit der Garantenstellung ziemlich schwierig. Das geht ja deutlich weiter als bei 323c, so dass ich denke dass es hier nicht klappen wird. Aber ich bin nicht mehr so gut mit der Materie vertraut. Allerdings meine ich mich zu erinnern, dass sogar jemand der gegen ein Schutzgesetz verstößt trotzdem nicht automatisch Garant im Sinne des 221 sein muss.

Was mir noch einfällt sind Dauerdelikte. Da war die Haftung irgendwie verschärft.. Aber das hier zu konstruieren scheint mir zu weit hergeholt.

Aber prüfen kannst und solltest du die Aussetzung natürlich trotzdem, kegel sie dann eben bei der Garantenpflich raus und geh danach über zu 323c.
Jubbathehut
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 21.03.2008
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 05 Apr 2008 - 09:08:48    Titel:

Danke defit, ich war mir auch fast sicher das ih die Garantenstellung nicht bejahen kann, allerdings hätte es ja sein können , dass sich aus der Situation ne Schutzpflicht aus Gefahr für das Leben ergibt, wie es bei § 323c ist. Habe dazu bis jetzt aber auch nichts gefunden. Werde dann glaube ich § 221 scheitern lassen an der Garantenstellund und danach § 323 c prüfen. Falls jemandem noch etwas einfällt wäre ich trotzdem dankbar.


Anmerkung zu defit´s Verwirrtheit Wink :

Bei X handelt es sich um einen Mann, bei Y um eine Frau.
Die Y wurde durch das häufige aufsuchen des X mental etwas belastet, wodurch sie im Freitod den letzten Ausweg sieht.

Weitergehende Frage:
Handelt es sich dann eigentlich um einen Freitod? Weil die Y sich ja durch das Verhalten belästigt fühlt und im Tod den einzigen Ausweg sieht. Oder fehlt es ihr dann an der für den Suizid benötigten freiverantwortlichkeit, sodass der X durch Unterlassen an dem Suizid mitgewirkt haben könnte?
defit
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 22.10.2006
Beiträge: 118

BeitragVerfasst am: 05 Apr 2008 - 12:37:57    Titel:

Ich hab dazu mal kurz gelesen, dass eine Garantenstellung nicht zustande kommt, wenn die geschädigte Person durch das Einschreiten Dritter oder eine eigene Handlung die Gefahr erschafft.

Eine Schutzpflich wurde zum Beispiel bei einem Kidnapper bejaht, der bei Krankheit der Geisel zum Einschreiten verpflichtet ist.

Was den Freitod angeht: Das ist ja was subjektives. In dem Fall würd ich nicht sagen, dass sie unter einem solchen Stress gestanden hat, dass sie nicht mehr frei verwantwortlich war.

Alleine dass sie das in dem Haus des X begeht, spricht nicht grade für Todesängste ihm gegenüber. Wenn sie sich belästigt gefühlt hat, dann wundert mich, dass sie in sein Haus geht.
Jubbathehut
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 21.03.2008
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 05 Apr 2008 - 13:21:38    Titel:

So wie ich das verstanden habe, macht Y das um den X daran teilhaben zu lassen , so dass er genau die gleichen seelischen qualen durchleiden muss, wie sie sie durchleiden musste als der X ihr nachgestellt hat.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Aussetzung gemäß § 221 StGB beim Suizid?!
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum