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Warum sind im Jurastudium viele so schlecht?
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derjim
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beiträge: 906

BeitragVerfasst am: 05 Apr 2008 - 12:47:26    Titel:

der wesentlichste Grund ist mbMn der, das der Stoff zum einen dermassern komplex ist, das man ihn zwar noch mit ausreichenden Fleiß erlernen kann; da gleichzeitig aber auch der Umfang gigantisch ist, ist es schlichtweg rein tatsächlich unmöglich, auch nur einen wesentlichen Teil davon im Kopf zu behalten, so das es im Ergebnis zu reinem Glück mutiert, ob der in der konkreten Examensklausur angesprochene Themenbereich noch in den letzten paar Wochen oder Monaten bearbeitet wurde oder das schon länger zurückliegt und in der Folge der Stoff noch im Kopf ist.

Daran liegt es mbMn auch, das manche Studis, die nur 3 Monate oder ein halbes Jahr Examensvorbereitung gemacht haben, aber dann eben bis zur Extase Cool, oft mit besserer Note durchkommen als Leute die 2 Jahre lang ein konstantes Rep betrieben haben
Sharillon
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Anmeldungsdatum: 29.02.2008
Beiträge: 183

BeitragVerfasst am: 05 Apr 2008 - 16:23:06    Titel:

Zitat:
zusätzlich muss der student im examen eigentlich alles können, was in 8 semestern auf dem studienplan steht.


8 Semester? Naja. Man hat ja 4 Semester Stoff und dann kommt der Schwerpunktbereich+Examenskurse hinzu.
Sind für mich eher 4+ Semester Lernstoff, der es aber in sich hat.


Zitat:
Du schreibst du lernst viel und liegst trotzdem "nur" so bei 6-7 Pkt.(ich will deine Leistung keinesfalls schmälern, ich weiß, dass man mit 7 Pkt schon zu den guten gehört). Woran liegt es, deiner Meinung nach, dass der Kommilitone 3 Reihen weiter 10 Pkt. schreibt?


Frag mich nicht. Ist da wohl das "angeborene" Talent. In den Klausuren ist es so, dass du eigentlich alles "richtig" haben kannst und dennoch nur 6-7 Punkte bekommst. Manche Korrektoren wollen irgendwelche Theorien hören und wenn die nicht da sind, gitbs direkt großen Punktabzug. Und dann spielt wohl auch noch die Sprache, die man nutzt eine große Rolle.

In meiner letzten Probeklausur in "Gesetzliche Schuldverhältnisse" hatte ich auch "nur" 9 Punkte, obwohl eigentlich alles richtig war. Selbst hinten stand vom Korrektor, dass es gut gegliedert war und alles geboten hat, was gefragt war.

Und wie die anderen schon meinten, liegt es am Korrektor. Unser Prof hatte in der genannten Probeklausur Korrektoren eines anderen rechtswissenschaftlichen Instituts beauftragt, da seine Korrektoren was anderes korrigeren mussten. Und er ist selber die Klausuren danach durchgegangen und hat bei einer Korrektorin entdeckt, dass sie vielen 3 Punkte gegeben hat und er selber hätte (und hat es dann auch) die Klausur mit 8 Punkten bewertet. Und ich persönlich denke mal, dass sowas recht oft vorkommen würde, wenn die Profs mal selber die Klausuren korrigieren würden (was aber wohl leider zuviel Aufwand wäre), denn sie wissen ja was sie in ihren Vorlesungen lesen und was nun für sie wichtig ist oder nicht.
Und dann gibts es ja auch noch, wenn ich richtig informiert bin, bei den Profs selber so ne Regelung, dass x% der Studenten durchfallen "müssen". Jedenfalls geht das "Gerücht" unter den Studenten rum. k.A. obs stimmt.
derjim
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beiträge: 906

BeitragVerfasst am: 05 Apr 2008 - 16:59:34    Titel:

nun ja, wenn, dann liegt das wohl an der typisch deutschem Mentalität, Intelligenz vorrangig am Kritisieren anderer erkennen zu wollen. Dazu braucht man sich nur eine beliebige "Diskussion" in den Medien antun. Sowas wie Austausch von Sachargumenten gibts doch fast nicht mehr.
oder zbsp neudeutsches "Comedy" =alle anderen blöd, ich toll.

Beim JPA spekuliere ich mal,steht das womöglich weniger zu befürchten, wenn hier der übliche Durchfallerschnitt verfehlt wird -nehmen wir mal an es kommen in mehreren aufeinanderfolgenden Kampagnen nur noch 30 statt 60% durch, dann staut sich aufgrund der Wiederholer alles und es ergäbe sich deutlich höherer Arbeitsanfall. Und wer will das schon Cool
bonny15
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Anmeldungsdatum: 20.02.2008
Beiträge: 46

BeitragVerfasst am: 05 Apr 2008 - 17:09:09    Titel:

Will auch mal was zu deiner so unglaublich gewagten achso provokativen These schreiben.

Fast in allen anderen Studienfächer (außer Medizin) bekommen die Studenten "zu gute" Noten. Jura ist insbesondere was dann die Ergebnisse des Staatsexamen angeht eines der wenigen Fächer was noch repräsentative Noten schafft.
In Biologie zählt zum Beispiel die Diplomnote kaum noch, da eh jeder eine 1 bekommt.
Würden alle anderen Fächer auch wie Jura geprüft werden, wären die Ergebnisse im Schnitt genauso "schlecht".
goldberg
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Anmeldungsdatum: 08.03.2008
Beiträge: 89
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 08 Apr 2008 - 21:16:28    Titel:

Ich wage einmal zu behaupten, dass es nicht auf einzelne Faktoren, Korrektorenwillkür, Stoffmenge & -komplexität oder sonstige Dinge ankommt, um ein Prädikatsexamen zu schaffen. So wie ich das sehe, sind viele Behauptungen bzgl. des Jurastudiums Plattitüden, entstanden durch selbstgefälliges Selbstmitleid mittelbegabter Studenten, die vielleicht doch besser hätten Politikwissenschaft studieren sollen. Es sind lediglich Wille, Ehrgeiz und Studiereinstellung ausschlaggebend. Darunter fällt sicherlich auch das Interesse an der Rechtswissenschaft (welches bei vielen auch erst durch die beruflichen Perspektiven mittelbar erwächst). Ein unbedingter Wille zum Prädikatsexamen führt zu Ehrgeiz bezüglich des Studierens, was wiederum dazu führt, dass man nicht nur lernt, um 9 Punkte zu schreiben, sondern um ein "guter Jurist" zu sein (was wiederum mit einem Prädikatsexamen allgemeingültig zum Ausdruck kommt). Das Leben eines Studenten sollte sich in erster Linie um das Jurastudium drehen. Wenn man Jura nicht einfach nur studiert, sondern auch sozusagen "lebt", steigen die Chancen auf ein Prädikatsexamen sehr (obwohl man auf diese Art und Weise auch leicht auch zu einem Fachidioten werden kann... Das muss man dann halt durch Hobbies kompensieren).
Sharillon
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Anmeldungsdatum: 29.02.2008
Beiträge: 183

BeitragVerfasst am: 08 Apr 2008 - 21:32:36    Titel:

@goldberg

Das mag ja stimmen. Und dennoch muss ich sagen, dass ich recht viel lerne und es mir Spaß macht. Doch dennoch sieht man keinen "großen" Erfolg. Ich bleibe bei meinen 6-8 Punkten.

Und dass manche Korrektoren einfach genervt sind, sieht man oft an ihren Kommentaren am Ende einer Klausur. Da hat eine Komillitonin einen umfassenden Kommentar mit vielen Hinweisen, wie mans besser machen kann. Und man selbst hat dann nen Kommentar in 3 oder 4 Sätzen, wo kaum Verbesserungshinweise drinstehen. Manche Korrektoren wollen z.B. auch nen ganz anderen Schwerpunkt haben im Vergleich mit der eigentlichen Vorlesung. Kommt halt auf den Lehrstuhl an.


Und klar liegt es an der Einstellung, aber auch daran, was man später werden will.
Es wurde uns letztes Jahr in der Einführungsveranstaltung auch schon gesagt. Wir können entweder nen Jurist werden, dem seine Karriere das Wichtigste im Leben ist. Dazu hatten wir dann auch 1 Anwalt in ner Großkanzlei und den Chef der Rechtsabteilung der BayerAG zu Gast.

Oder man entscheidet sich dafür ganz "einfacher" Anwalt zu werden, bei dem der Beruf nur Beruf ist und nicht das ganze Leben bestimmt.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 08 Apr 2008 - 21:41:40    Titel:

goldberg hat folgendes geschrieben:
Ich wage einmal zu behaupten, dass es nicht auf einzelne Faktoren, Korrektorenwillkür, Stoffmenge & -komplexität oder sonstige Dinge ankommt, um ein Prädikatsexamen zu schaffen. So wie ich das sehe, sind viele Behauptungen bzgl. des Jurastudiums Plattitüden, entstanden durch selbstgefälliges Selbstmitleid mittelbegabter Studenten, die vielleicht doch besser hätten Politikwissenschaft studieren sollen. Es sind lediglich Wille, Ehrgeiz und Studiereinstellung ausschlaggebend. Darunter fällt sicherlich auch das Interesse an der Rechtswissenschaft (welches bei vielen auch erst durch die beruflichen Perspektiven mittelbar erwächst). Ein unbedingter Wille zum Prädikatsexamen führt zu Ehrgeiz bezüglich des Studierens, was wiederum dazu führt, dass man nicht nur lernt, um 9 Punkte zu schreiben, sondern um ein "guter Jurist" zu sein (was wiederum mit einem Prädikatsexamen allgemeingültig zum Ausdruck kommt). Das Leben eines Studenten sollte sich in erster Linie um das Jurastudium drehen. Wenn man Jura nicht einfach nur studiert, sondern auch sozusagen "lebt", steigen die Chancen auf ein Prädikatsexamen sehr (obwohl man auf diese Art und Weise auch leicht auch zu einem Fachidioten werden kann... Das muss man dann halt durch Hobbies kompensieren).


Wie wahr!
goldberg
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Anmeldungsdatum: 08.03.2008
Beiträge: 89
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 08 Apr 2008 - 21:42:34    Titel:

Natürlich gibt es auch unbeeinflussbare Faktoren, die auch einem Leib-und-Seele-Jurastudenten auch mal 5 Punkte einfahren... Aber wenn die Arbeit objektiv einfach fachlich top ist, ist auch auf einen genervten/depressiven/antisemitischen Korrektor geschissen, denn dazu gibts ja die Remonstration. Aber mit Letzterem hast du völlig recht. Hauptsache man setzt sich schon während des Studiums ein Ziel. Obs nun der berühmte Feld-Wald-und-Wiesen-Anwalt ist oder man eh einen warmen Stuhl in Papas Kanzlei stehen hat oder ob man um jeden Preis 70 Wochenstunden in einer Großkanzlei malochen will, für jeden gibt es den passenden Weg (und auch die passenden Noten).
Helmut_Schmidt
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Anmeldungsdatum: 07.04.2008
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 08 Apr 2008 - 22:37:30    Titel:

Für mich liegt der Grund allen Übels auch bei längerer Betrachtung immer wieder in der intransparenten und völlig unangemessenen Notenskala und Notengebung. Wie kann es sein, dass auch hochmotivierte, interessierte, intelligente Studenten immer wieder mit dem Bestehen zu kämpfen haben?

Die Antwort sieht wie folgt aus: Eine Notenskala von 0-18 ist vollkommener Humbug. Es kann einem NIEMAND verdeutlichen, worin der Unterschied zwischen 9 und 10 oder 5 und 6 Punkten besteht. Als Konsequenz dieses Schlamassels findet aber dann die ganze Musik im Bereich von 3-10 Punkten statt. Mit anderen Worten tauchen die Punktzahlen 11-18 sehr sehr selten auf, wohingegen die Schwelle zum Bestehen unverhältnismäßig hoch ist. Ein gerechtes System würde Noten gleichmäßig verteilen, d.h. auch gute/sehr gute Noten öfter vergeben.

Zudem kommt, dass Noten an eine Kurve angepasst werden. Bei uns liegt der Schnitt so gut wie aller Klausuren bei ca. 6 Punkten. Schon damit wird ex ante der Stempel des ausreichend aufgedrückt. Man kann immer davon ausgehen, dass ungefähr 1/4 nicht bestehen und 1/4 10 Pkte und mehr haben. Der Rest findet in der Mitte statt. Auf der Hand liegt m.E. die Idiotie dieses Systems.

Drittens haben auch gute Studenten neben der Willkür der Korrektoren immer auch mit neuen Sachverhalten zu kämpfen, die ihre eigentlichen Fähigkeiten nicht zur Entfaltung bringen. Es ist interessant zu sehen, dass bei uns fast alle als Ziel "Bestehen" nennen, nicht aber ein gut / sehr gut, was eigentlich den Möglichektien entsprechen würde. Ich habe schon einige 1,0 Abiturienten oder Studienstiftler aufgeben bzw. mit den 4 Punkten kämpfen sehen. Im Ergebnis sind daher entweder die Studenten zu dumm oder aber die Sachverhalte zu kompliziert, um innerhalb von 5 Stunden angemessen bewältigt werden zu können...

Unterm Strich kann man daher auf dem Papier bei einem Jurastudium nur schlecht aussehen. Mal abgesehen von Biologie oder Psychologie erachte ich daher die Notengebung anderer Fächer keineswegs als übertrieben, sondern als angemessen. Juranoten hingegen sind allenfalls im juristischen Mikrokosmos verständlich, vielen (auch hochintelligenten) Menschen rauben sie leider den Ehrgeiz. Angesichts der Langwierigkeit der juristischen Ausbildung ist das eigentlich eine Frechheit!
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 08 Apr 2008 - 22:56:47    Titel:

Die Notengebung ist phantastisch. Man lügt sich doch in die Tasche, wenn man glaubt, die Situation für schlechte Juristen würde besser, wenn man sie jetzt "befriedigend" nennt und nicht nur "ausreichend". Bei Jura haben die Noten wenigstens noch einen gewissen Aussagewert. Man sollte sich das nicht von irgendwelchen Zensurbolschewisten, die mit dem Studium nicht klarkommen, kaputtmachen lassen.
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