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Stress & (Selbst-) Verdauung...
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Temilún
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Anmeldungsdatum: 18.02.2008
Beiträge: 38

BeitragVerfasst am: 09 Apr 2008 - 19:05:04    Titel: Stress & (Selbst-) Verdauung...

Hallo!
Heute hatten wir's in Bio von Stress... und mein Lehrer ließ da die Bemerkung fallen, dass der Körper bei ständigem Stress und kaum Stressabbau beginnt, sich auf Langzeitstress umzustellen und das den ganzen Organismus durcheinander bringt. Die eigentliche Bemerkung war aber:
"Der Organismus stellt sich um, geht kaputt. Das wirkt sich auf die Verdauung ganz klar auch aus und mit der Zeit beginnt der Körper, sich selbst zu verdauen"
Und das mit der Selbstverdauung interessiert mich brennend. Was geschieht dabei? Ich kann mir darunter so gar nichts vorstellen.
Und weiß vielleicht auch jemand, ob dieser Prozess, wenn er einmal eingesetzt hat, wieder zu stoppen ist? Und wenn nein... was geschieht dann?
Im Netz finde ich nur... blödes Zeug irgendwie. Keine richtige Antwort.
Kann mir hier jemand helfen?
Wäre toll =)
Liebe Grüße!
Temi
Knalltüte
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Anmeldungsdatum: 31.08.2007
Beiträge: 2932
Wohnort: gleich um die Ecke

BeitragVerfasst am: 11 Apr 2008 - 11:06:51    Titel:

Hab keine wirkliche Ahnung, aber statt der aktiven Selbstverdauung, würde ich mir das als passive vorstellen: sämtliche Aufbauprozesse, Regenerationsprozesse laufen nicht mehr optimal ab.
Rettungsassi
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Anmeldungsdatum: 12.02.2006
Beiträge: 1896

BeitragVerfasst am: 11 Apr 2008 - 12:42:47    Titel:

Habe schonmal gehört, dass der Magen sich dann weniger gegen die Säure schützt, aber das liegt schon länger zurück, und von wo ich das habe keine Ahnung mehr.
LaChatte
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 1479

BeitragVerfasst am: 11 Apr 2008 - 14:15:11    Titel:

Hi!

Deane Juhan schreibt in "Körperarbeit - die Soma-Psyche-Verbindung" folgendes (zusammengefasst und sinngemäss zitiert, S. 638 ff):

Bei einem Alarmsignal schüttet die Hypothalamus einen Stoff namens Corticoliberin aus, der in die Hypophyse wandert und seinerseits die Freisetzung des adrenocorticotropen Hormons (ACTH) auslöst.

Das ACTH wiederum wandert zu den Nebennieren, wo verschiedene Hormone, darunter Adrenalin und Cortisol, ausgeschüttet werden, die dann mit den Geweben des ganzen Körpers interagieren.

Cortisol fördert unter anderem die Aufschlüsselung von Körpereiweiss zu Glukose (=Selbstverdauungsprozess), das als Treibstoff genutzt wird, während Adrenalin dafür sorgt, dass der Parasympathikus blockiert wird.

Dies hat zur Folge, dass die Adern in den Muskeln erweitert werden - sodass die Muskeln eine optimale Energiezufuhr erhalten - andererseits aber die Verdauung in Magen und Darm stoppt, und körpereigenes Gewebe zur Energiegewinnung abgebaut wird, eben zB das Eiweiss in Muskelzellen für schnelle Reaktionen, aber auch Fettgewebe und andere im Körper verfügbare Nährstoffe.

Normalerweise - hm - also so, wie es die Natur vorgesehen hat, dient diese Reaktion für eine kurzfristige, aktue Notfallsituation. Wenn diese vorbei ist, kann wieder ausgeruht werden, die Spiegel der Stresshormone sinken, die Verdauung über den Magen-Darm-Trakt fängt wieder an, es werden Verletzungen repariert und neue Reserven geschaffen.

wer aber ständig unter Stress steht - was heute häufig der Fall ist - aber gleichzeitig nicht oder wenig die Möglichkeit hat, sich körperlich zu verausgaben, was diese Stressreaktion vom Körper eigentlich "fordert" - kann mit der Zeit an einer Adrenalin-Cortisol-Vergiftung zu leiden beginnen, mit Symptomen wie: hoher Blutdruck, Magengeschwüre, Arteriosklerose, Unterdrückung des Immunsystems (bzw erhöhte Anfälligkeit für Infektionen und Krankheiten aller Art), Sterilität und erhebliche Persönlichkeitsveränderungen. Wenn Kinder unter permanentem Stress stehen, kann es zu Wachstumsstörungen führen.

Um solche Vergiftungen zu vermeiden, ist es günstig, sich körperlich zu betätigen und damit der Muskulatur das geben, was sie will - Anstrengung und Bewegung - aber auch Techniken wie Meditation und autogenes Training, also das bewusste Suchen von Ruhe und Erholung.

Gar kein Stress ist aber auch keine gute Idee, da geht die Vitalität verloren - hin und wieder eine kurze, heftige Portion Stress mit der dazu gehörigen körperlichen Reaktion ist eine gute Sache. Nur langfristig und dauerhaft ist es schädlich.

grüsse, barbara
Temilún
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Anmeldungsdatum: 18.02.2008
Beiträge: 38

BeitragVerfasst am: 11 Apr 2008 - 15:32:26    Titel:

Hi
Vielen Dank für diese ausführliche Antwort =) Jetzt ist mir das klarer. Ich konnte den Lehrer leider nicht mehr fragen, weil wir gleich mit dem nächsten Thema weitergemacht haben. Aber nun weiß ich ja Bescheid Wink
Liebe Grüße
Knalltüte
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Anmeldungsdatum: 31.08.2007
Beiträge: 2932
Wohnort: gleich um die Ecke

BeitragVerfasst am: 11 Apr 2008 - 16:29:03    Titel:

Und was, wenn man einfach hungert? Dann verdaut man sich ja sozusagen auch selbst. Ist das dann ein völlig anderer Prozess?
LaChatte
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 1479

BeitragVerfasst am: 11 Apr 2008 - 18:14:49    Titel:

Hi Temilun

nichts für ungut, als ich deine Frage las, wurde ich selbst wieder neugierig...

Zitat:
Und was, wenn man einfach hungert? Dann verdaut man sich ja sozusagen auch selbst. Ist das dann ein völlig anderer Prozess?


hi Knalltüte

kann sein, dass ich mich jetzt auf die Äste rauslasse.... ich nehme an, es ist ein Unterschied, ob Hungern als stressvoll empfunden wird oder nicht. Es ist ja wohl ein grosser Unterschied, ob jemand nichts zu essen hat, aber gern essen würde, ob jemand Diät macht und dabei ständig nach der Schokolade schielt, oder ob jemand in einem netten Kurhotel in den Bergen eine Weile lang fastet und dabei wellnesst.

Bei grundsätzlich stressarmem Nicht-Essen, wie beim Fasten, ist es ja so, dass die Stresshormone nicht ausgeschüttet werden, also diese ganzen Einflüsse (Kampf-Flucht-Reaktion etc) nicht stattfinden, die Verdauung prinzipiell normal weiter läuft - ausser dass halt nichts im Magen ist. Und da die Zellen Energie brauchen, holen sie sie halt woanders. Was wohl doch eine andere Qualität hat als die Selbstverdauung unter Stress.

grüsse, barbara
HeinrichsWelt
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Anmeldungsdatum: 05.04.2007
Beiträge: 293

BeitragVerfasst am: 11 Apr 2008 - 22:38:50    Titel:

Und wie war das.... Dieser Blähbauch bei extrem hungernden Kindern rührt daher, dass der Körper beginnt, die Proteinreserven im Blut, ich glaub es sind die Albumine, abzubauen, weshalb das Blut an osmotischen Teilchen verarmt und das Wasser aus dem Blut ins umliegende Gewebe diffundiert und den Blähbauch verursacht...
Das ist ja quasi auch Selbstverdauung, eben ein Extremfall.
Haether
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Anmeldungsdatum: 03.04.2008
Beiträge: 10
Wohnort: Bremen

BeitragVerfasst am: 12 Apr 2008 - 18:13:11    Titel:

Hi, Leute.

Zu dem Beitrag von HeinrisWelt gibts ne ganz traurige Geschichte.
Denn ich war es auch. Ich hatte auch so einen Bi-Afrobauch (so nennt man die Bäuche). Ich habe auch hungern müssen und habe mal meine Pflegemum gefragt. Und den dazugehörigen dad auch. Entweder ich kann mich nicht mehr daran erinnern oder es ist das, was ich jetzt erzähle:

Ich denke dass die Bi-Afrobäuche daher rühren, das der Körper Gasblässchen in den Bauch "pustet" um den Hunger zu stillen oder so. Das ist eher die unwahrscheinliche Variante. Wahrscheinlicher ist, das der Körper anfängt, zu verfaulen. Und bei diesem langsamen und schmerzhaften Prozess beginnt der Körper überschüssiges Gas, was der Körper, da er verfault und bald stirbt, im Tod nicht mehr braucht. Ich weiß zwar nciht, wie dieses Gas entweicht, aber ich weiß, dass genau das auch der Fall war, als damals im mittelalter Hexen, Werwölfe und Vampire gejagt wurden die Särge von Totan geöffnet und hereingespäht wurde. dabei entdeckte man, das die Toten, die darin lagen, einen aufgeblähten Bauch hatten. Das war das Gas was der Körper ausstieß.

Weiter weiß ich leider nicht... -.-

Aber nochmal @ HeinrichsWelt:

Das kann natürlich sein. Das hört sich sehr realistisch an. Ich habe im Unterricht nicht wirklich darauf geachtet
JessyVet
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Anmeldungsdatum: 07.05.2007
Beiträge: 481

BeitragVerfasst am: 13 Apr 2008 - 08:39:04    Titel:

Haether hat folgendes geschrieben:
Wahrscheinlicher ist, das der Körper anfängt, zu verfaulen. Und bei diesem langsamen und schmerzhaften Prozess beginnt der Körper überschüssiges Gas, was der Körper, da er verfault und bald stirbt, im Tod nicht mehr braucht.


Nein, ganz sicher nicht. Fäulnisgase (im Gegensatz zu Verdauungsgase) entstehen im Körper erst nach dem Tode, egal wie ungesund die Person gerade ist. Der Körper kann nicht einfach zu Lebzeiten verwesen, mit Ausnahme der Extremitäten bei Gangrän.

Die Ursache des Hungerödems (wo hast du denn den Begriff Bi-Afrobauch her, kann es sein, dass du da was verwechselst?) ist hier nachzulesen - das ist Wasser, was sich im Gewebe staut, und keine Gase.
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