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wann §278 und §831 BGB?
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> wann §278 und §831 BGB?
 
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icy182
Gast






BeitragVerfasst am: 31 März 2005 - 16:26:56    Titel: wann §278 und §831 BGB?

Hallo....

ich habe ein kleines Verständnis Problem.
Wann findet §278 Anwendung und wann §831 BGB?
Wenn ich jetzt einen Erfüllunggeilfen habe, schließt dies automatisch eine Haftung nach §831 BGB aus, da hier nur von einem VErichtungsgehilfen die Rede ist?
Schließen sich beide §§ auch so aus? oder können aus beiden in einem Fall Ansprüche enstehen?

Wäre super wenn mir einer helfen könnte....
Gast







BeitragVerfasst am: 31 März 2005 - 17:12:14    Titel:

Bei § 278 BGB geht es um Schuldrecht.
Gem. § 276 BGB hat der Schuldner Vorsatz und Fahrlässigkeit zu vetreten.
Da die Überschrift "Recht der Schuldverhänisse" lautet, bedeutet dies, dass § 276 BGB nur relevant ist, wenn zwischen den Parteien ein Schuldverh. also z.B. ein Vetrag besteht.
Genau so verhält es sich mit § 278 BGB. Der Schuldner hat auch für das verschulden seine Erfüllungsgehilfen einzustehen. Das ist derjenige, der mit Wissen und Wollen des Schuldners in dessen Pflichtenkreis (also der Pflicht aus dem Schuldverhältnis) tätig wird. Bsp. Lehrling L des Mahlers M streicht aufgrund des Werkvertrages zw. M und A die Wohnung des A.
M hat den "Scheiß" von L den dieser beim Streichen verursacht zu vetreten nach § 278 BGB.
§ 831 BGB regelt die Fälle, die nichts mit dem Schuldverhälnis zu tun haben !
Der Verrichtungsgehilfe wird eben gerade nicht im Pflichtenkreis eines bestehenden Schuldverhältnisses zum Geschädigten tätig.
Bsp.: Der Lehrling L fährt auf der Heimfahrt von A die Oma O an. Hier kommt § 278 BGB nicht zum tragen, da zwischen O und M eben kein SV besteht. M kann sich exkulpieren und haftet nicht für L....
Gast







BeitragVerfasst am: 01 Apr 2005 - 08:27:10    Titel:

ok, danke...

dann wende ich das jetzt mal auf meinen Fall an...

Bereits am 02.07.2005 erfährt der sechs Jahre alte Bruder B des X von seiner Mutter M, dass X eine Wohnung für den Tag der Tour de France gemietet hat. Da auch B ein großer Radsportfan ist, will er sofort zu X gehen, um diesen zu überzeugen, ihn mitzunehmen. B läuft (aufregungsbedingt viel zu schnell) durch das Treppenhaus des Hauses, in dem die Familie in Heidelberg lebt. Dabei stürzt B und zieht sich erhebliche Verletzungen zu. Der Sturz des B beruht hauptsächlich auf dem Zustand der Treppe. Der in Stuttgart lebende

Vermieter V hatte den bei ihm beschäftigten Hausmeister H unlängst mit der Renovierung des Treppenhauses beauftragt. Der (ansonsten zuverlässige) H arbeitete schlampig und ließ mehrere Treppenstufen unrepariert. V hatte während der zweiwöchigen Arbeiten weder die Arbeitsweise des H in regelmäßigen Abständen überprüft noch eine Endkontrolle vorgenommen. Zugleich hatte M es versäumt, den B sorgfältig genug zu beaufsichtigen. Dies entsprach dem generellen Erziehungsstil der M, wonach Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen müssen.
Da H keinerlei Vermögen hat, verlangt B von V Ersatz für die erlittenen Schäden. V meint, es könne wohl kaum sein, dass die Nachlässigkeit der M zu seinen Lasten gehe. Zudem habe er, der V, die Instandhaltungsmaßnahmen für das Mietshaus schließlich an den H übertragen, womit er von seiner Verantwortung befreit sei.

Anspruch B gegen V?

Nach der Darstellung oben greift doch dann hier 278, da ein Vertrag zwischen H und V besteht.... dann brächte ich ja 831 gar nicht prüfen... oder hab ich das jetzt falsch verstanden.... 831 prüfen nämlich die meisten....
Prof. Cannabis
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Anmeldungsdatum: 08.11.2004
Beiträge: 122

BeitragVerfasst am: 01 Apr 2005 - 08:39:06    Titel:

§ 278 stellt eine sog. Zurechnungsnorm dar. Sie verpflichtet den Schuldner ggf. dazu für fremdes Verschulden ebenso einstehen zu müssen, wie wenn er selbst gehandelt hätte.

§ 831 normiert dagegen eine Haftung für "eigenes" (Auswahl-)Verschulden!

--> § 278 und § 831 sind streng zu unterscheiden, aber das kann man eigentlich in jedem besseren Lehrbuch nachlesen.

Den Hinweis des "Gastes", dass es bei § 278 "um Schuldrecht geht" halte ich in dieser Form für nicht besonders weiterführend.
Man könnte es wohl so sagen:

- § 278 setzt bereits ein Schuldverhältnis voraus...
- § 831 lässt erst ein Schuldverhältnis entstehen...

Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen.
Gast







BeitragVerfasst am: 01 Apr 2005 - 16:07:53    Titel:

Ja aber Gläubiger ist der B. Und zwischen ihm und dem V besteht kein SV.
Allerdings ist das hier m.E. ein typischer Fall des Vetrages mit Schutzwirkung zugunsten Dritter. Hier kommt dann § 278 BGB zur Geltung. Zwischen B und V allerdings § 831 BGB.
icy182
Gast






BeitragVerfasst am: 01 Apr 2005 - 21:12:42    Titel:

ok danke euch... ich denke damit kann ich was anfangen...
Gast







BeitragVerfasst am: 02 Apr 2005 - 15:33:36    Titel:

in dem Fall muss wohl auch das mitverschulden der mutter geprüft werden.
KOmmt das schon bei 278 zum tragen oder erst bei 831?
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