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Anstiftung Mittäterschaft
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Gregsen
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Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 523

BeitragVerfasst am: 17 Mai 2008 - 03:07:21    Titel:

was du meinst ist glaube ich die extrem subjektive theorie die in dieser form nicht mehr vertreten wird und vom bgh eindeutig abgelehnt wurde. Schließlich würde dadurch die anstiftung doch grundsätzlich überflüssig werden, denn der anstifter will die tat gerade grundsätzlich als eigene, oder? (von den fällen aufstiftung und omnimodo facturus mal abgesehen)
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 17 Mai 2008 - 19:41:22    Titel:

Also, die extrem-subjektive Theorie meinte ich nicht, denn diese beinhaltet etwas anderes. Habe mal im Wessels nachgelesen (Wessels/Beulke, AT, Rn. 515): Demnach wurde bei "Unterordnungsverhältnissen" und mangelndem Eigeninteresse nach dieser Theorie in Ausnahmefällen auch derjenige nur als Gehilfe bestraft, der in eigener Person den gesetzlichen Tatbestand voll verwirklicht hatte. Dem ist nun durch § 25 I Alt. 1 StGB die Grundlage entzogen.

Der Anstifter will die Tat nicht immer als eigene, sonst gäbe es die subjektive Theorie doch gar nicht. Beispiel (jetzt selbst ausgedacht Wink): A hat B die Freundin ausgespannt. C, der Freund des B, rät diesem, dem A deshalb eine "Abreibung" zu verpassen und ihn zu verprügeln. Ihm ist aber gleichgültig, ob B das wirklich tut. Letztlich geschieht es aber so.

Hat der Betroffene ein Eigeninteresse, einen bestimmten Umfang der Tatbeteiligung und den Willen zur Tatherrschaft, so ist er nach der subjektiven Theorie (Rspr.) Täter.
Zum konkreten Fall:
- Eigeninteresse (+), da Nebenbuhler
- Wille zur Tatherrschaft (+), da er ihm sagt: heimlich und wo er das Opfer findet
- Bestimmter Umfang der Tatbeteiligung: Abwägungssache, ja nach SV-Angaben!

Ich sehe also beim besten Willen nicht, warum nach hier im Thread vertretener h.M: (Wink) Täterschaft nach subjektiver Theorie nicht soll bejaht werden können.
Gregsen
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Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 523

BeitragVerfasst am: 18 Mai 2008 - 20:27:10    Titel:

ok, bei der anstiftung hast du natürlich recht, ich führ das jetzt einfach mal auf die späte uhrzeit meines zurück Smile

Aber eine rein subjektive theorie wurde doch auch von der rechtsprechung bis eben auf die fälle der extrem subjektiven theorie nicht vertreten. Nur der grad der objektivierung ist mit der zeit immer und immer mehr geworden. Zumindest interpretier ich so Wessels/Beulke, da mit sonst der unterschied zwischen subjektiver und extrem subjektiver theorie nicht einleuchtet.

Auf den fall bezogen ist daher neben dem umfang der tatbeteiligung und den grad der objektiven tatherrschaft, die hier m.E. beide nicht vorhanden sind der wille zur tatherrschaft problematisch: Wille zur tatherrschaft ist der wille die tat noch bei der ausführung zu beherrschen. Die hat der mittelbare täter genauso wie der eigenhändige und nach h.m. auch der bandenchef, der mit seinen leuten während der tat in verbindung besteht bzw der einen plan ausgearbeitet hat und davon ausgeht dass sich die komplizen vor Ort an diesen halten.
Aber der reine vorschlag wie die tat am besten auszuführen wäre, reicht dagegen noch nicht aus, denn hier hat A trotz der vorschlags freie hand wie er die tat auszuführen hat.
Shafirion
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Anmeldungsdatum: 01.04.2005
Beiträge: 1290

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2008 - 20:13:08    Titel:

Marina85 hat folgendes geschrieben:
Also, die extrem-subjektive Theorie meinte ich nicht, denn diese beinhaltet etwas anderes. Habe mal im Wessels nachgelesen (Wessels/Beulke, AT, Rn. 515): Demnach wurde bei "Unterordnungsverhältnissen" und mangelndem Eigeninteresse nach dieser Theorie in Ausnahmefällen auch derjenige nur als Gehilfe bestraft, der in eigener Person den gesetzlichen Tatbestand voll verwirklicht hatte. Dem ist nun durch § 25 I Alt. 1 StGB die Grundlage entzogen.

Der Anstifter will die Tat nicht immer als eigene, sonst gäbe es die subjektive Theorie doch gar nicht. Beispiel (jetzt selbst ausgedacht Wink): A hat B die Freundin ausgespannt. C, der Freund des B, rät diesem, dem A deshalb eine "Abreibung" zu verpassen und ihn zu verprügeln. Ihm ist aber gleichgültig, ob B das wirklich tut. Letztlich geschieht es aber so.

Hat der Betroffene ein Eigeninteresse, einen bestimmten Umfang der Tatbeteiligung und den Willen zur Tatherrschaft, so ist er nach der subjektiven Theorie (Rspr.) Täter.
Zum konkreten Fall:
- Eigeninteresse (+), da Nebenbuhler
- Wille zur Tatherrschaft (+), da er ihm sagt: heimlich und wo er das Opfer findet
- Bestimmter Umfang der Tatbeteiligung: Abwägungssache, ja nach SV-Angaben!

Ich sehe also beim besten Willen nicht, warum nach hier im Thread vertretener h.M: (Wink) Täterschaft nach subjektiver Theorie nicht soll bejaht werden können.


Auch die Rechtsprechung stellt auf dem Boden der subjektiven Theorie nunmehr verstärkt auf Kriterien wie Tatbeteiligung und Wille zur Tatherrschaft ab, kommt also gleichsam zu einer Objektivierung auf die sie vom Täterinteresse aus rekurriert (vgl. die Nachw. bei Joecks, § 25 Rn. 67)
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2008 - 20:24:07    Titel:

Gregsen hat folgendes geschrieben:

Auf den fall bezogen ist daher neben dem umfang der tatbeteiligung und den grad der objektiven tatherrschaft, die hier m.E. beide nicht vorhanden sind der wille zur tatherrschaft problematisch: Wille zur tatherrschaft ist der wille die tat noch bei der ausführung zu beherrschen. Die hat der mittelbare täter genauso wie der eigenhändige und nach h.m. auch der bandenchef, der mit seinen leuten während der tat in verbindung besteht bzw der einen plan ausgearbeitet hat und davon ausgeht dass sich die komplizen vor Ort an diesen halten.
Aber der reine vorschlag wie die tat am besten auszuführen wäre, reicht dagegen noch nicht aus, denn hier hat A trotz der vorschlags freie hand wie er die tat auszuführen hat.


(rot von mir hervorgehoben)
Damit hast du mich jetzt überzeugt! Smile
Mir war einfach nicht mehr präsent, warum hier kein Wille zur Tatherrschaft vorliegt, wenn doch Anweisungen gegeben werden.
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