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Mündliches Abi: Verschiedene Fragen
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Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
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BeitragVerfasst am: 21 Mai 2008 - 11:52:32    Titel:

Das klappt schon Wink. In Deutschland haben wir im Übrigen kaum Jahre gehabt, in dem es keine Steigerung des realen BIPs gab. Eine bloße minimale Steigerung des BIP ist daher wohl kaum ein Aufschwung. In Deutschland galt in der Vergangenheit zumindest, dass erst eine Steigerung des realen BIP um ca. 2 % zu einer Senkung der Arbeitslosenquote führte. Das heißt ein Aufschwung dürfte erst dann beginnen, wenn dieser Prozentsatz erreicht wird.

Sternaus Beitrag ist super. Pass bloß auf, dass du deinen Lehrer nicht überforderst Wink

Gruß
Pauker
drohdeifl
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Anmeldungsdatum: 27.11.2006
Beiträge: 2226

BeitragVerfasst am: 21 Mai 2008 - 15:26:43    Titel:

Zitat:
2- Wenn ich mich entscheiden müsste würde ich eher Nachfragepolitik sagen, zumindest ist die Politik einfach zu weit von Angebotspolitik entfernt wenn man sich so die Regularien anguckt.
Oder findest Du dass die aufgeführten Punkte etwa auf Realität hier und jetzt zutreffend?


Ich bezweifele ganz stark, dass in Dtld. Nachfragepolitik betrieben wird. Diese wurde praktiziert, doch es stellte sich ganz schnell heraus, dass ein intertemporaler Budgetausgleich nicht stattfand. Konkret heißt das, dass das durch "deficit spending" in rezessiven oder gar depressiven Konjunkturphasen verursachte Haushaltsdefizit in expansiven Phasen nicht konsequent zurückgeführt wurde.
Außerdem ist meinem Wissen nach die volkswirtschaftliche Ansicht so, dass die Nachfragetheorie von Keynes nicht so funktionieren kann (zumindest in Dtld nicht). Die erhöhte Staatsquote verdrängt zunehmend Investitionen (Verdrängungseffekt) und die zunehmende Staatsverschuldung hat einen negativen Einfluss auf die Finanzpolitk - um es zurückhaltend auszudrücken. Irgendwann ist das anwachsende Staatsdefizit nicht mehr tolerierbar.
Deswegen spricht auch einiges für eine monetaristische Wirtschaftspolitik. Eine Forderung neoliberaler Anhänger ist, dass der Staat nur Rahmenbedingungen vorgibt und u.a. das Staatsdefizit zurückführt. Wie wir in den letzten Jahren (unter Rot-Grün, aber auch z.Z. noch) sehen, steht die Rückführung der Defizite im Mittelpunkt (man habe Steinbrücks Worte im Kopf).

Trotzdem würde ich, wie Sternau sagen, der im Übrigen weit mehr Ahnung davon hat, dass man nicht von einer ausschließlich verfolgten Angebotspolitik in Dtld. sprechen kann. Trotz Entlastungen auf Unternehmerseite (=Angebotspolitik) scheint sich beim Abbau der Bürokratie nicht allzu viel zu tun.

Last but not least denke ich nicht, dass man in Dtld. von nachfrageorientierter Wirtschaftspoltik sprechen kann, dann doch schon eher neoliberaler Angebotspolitik, wenn auch nicht ganz im Sinne eines gewissen Milton Friedman.
Kölner_VWLer
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Anmeldungsdatum: 09.08.2007
Beiträge: 1618

BeitragVerfasst am: 21 Mai 2008 - 19:34:45    Titel:

was mir an wirtschaft in der schule immer auffällt:

Es wird über realpolitische Fragestellungen gepsprochen ohne irgendein analytisch theoretisches Fundament dafür zu haben.

Und es werden unzählige Begriffe verwendet, die keinesfalls sauber definiert sind.
McCoy
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Anmeldungsdatum: 09.06.2006
Beiträge: 501

BeitragVerfasst am: 21 Mai 2008 - 20:27:19    Titel:

ja da hast du recht, was sich auf manchen Schulen alles so Wirtschaft bzw VWL schimpft ist für ein Studium wenig brauchbar
drohdeifl
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Anmeldungsdatum: 27.11.2006
Beiträge: 2226

BeitragVerfasst am: 21 Mai 2008 - 21:30:10    Titel:

Kölner_VWLer hat folgendes geschrieben:
was mir an wirtschaft in der schule immer auffällt:

Es wird über realpolitische Fragestellungen gepsprochen ohne irgendein analytisch theoretisches Fundament dafür zu haben.

Und es werden unzählige Begriffe verwendet, die keinesfalls sauber definiert sind.


Das dürfte aber nachvollziehbar sein, dass man sich in der Schule nicht ansatzweise so ein theoretisches Fundament aneignen kann, wie im Studium. Es war zumindest bei mir im Unterricht so, dass der Stoff vom reinen Umfang kaum Platz für die Theorie ließ - deswegen freue ich mich ja auf's Studium.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7834
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 22 Mai 2008 - 00:19:36    Titel:

Für irgend was muss das Studium ja gut sein Wink. Ansonsten muss ich die Replik geben, dass das was ich im Studium lernte, in der Regel praktisch kaum Bedeutung hatte. Wink

Gruß
Pauker
Sternau
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Anmeldungsdatum: 26.02.2007
Beiträge: 209

BeitragVerfasst am: 22 Mai 2008 - 00:24:04    Titel:

Kölner_VWLer hat folgendes geschrieben:
was mir an wirtschaft in der schule immer auffällt:

Es wird über realpolitische Fragestellungen gepsprochen ohne irgendein analytisch theoretisches Fundament dafür zu haben.

Und es werden unzählige Begriffe verwendet, die keinesfalls sauber definiert sind.


Will jetzt keine großartige Diskussion anstoßen - aber was lernt denn ein Gymnasiast über Physik, oder Chemie...? Auch nur vereinfachte Grundlagen und so langweiliges Zeugs, dass es einen wundern muss, dass Schüler das Fach überhaupt studieren wollen... (zumindest war das bei mir so!) Ich finde, in der Schule etwas über Wipo, Keynes und Monetarismus zu reden ist gar nicht so verkehrt. Natürlich peilt keiner richtig, was los ist. Aber kannst Du mir spontan erklären, warum bei voll flexiblen Nominalgehältern die Liquiditätsfalle für Y<full employment sorgen kann? Oder warum die Regierung durch vorteilhaften Zugang zu den Kapitamärkten einen defizitären Staatshaushalt so finanzieren kann, dass "Wealth Effects" entstehen, die der Ricardo'schen Schuldenäquivalenz entgegenwirken? Ein VWL-Professor sagt auch nicht zu seinen Erstsemestern: "Wie könnt Ihr denn die Auswirkung von Fiskalpolitik erklären wollen, ohne den Bond-markt zu verstehen?" Jedes Modell ist vereinfacht, jede Erklärung unvollständig. In der Schule ein paar Interessante Ideen anzuscheiden und Konzepte zu erläutern ist selbst ohne die Grundlagen spannend. Und für alle, die keine WiWi studieren, schadet ein bisschen allgemeinwirtschaftliche Bildung nun wirklich nicht. Wenn sich alle an Sowi oder Wirtschaft in der Schule erinnern würden (bzw. es erst einmal gehabt hätten) - und vorausgesetzt, sie nehmen sich den Inhalt mal zu Herzen - dann hätten Gysi & Co. eine deutlich kleinere Wählerschaft... (Das ist jetzt sehr polemisch - ich will sagen, Kenntnis der Wirtschaftswissenschaften hat noch keinem geschadet!)
mooselover
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Anmeldungsdatum: 08.03.2008
Beiträge: 211

BeitragVerfasst am: 22 Mai 2008 - 08:54:36    Titel:

Ja da habt ihr schon Recht!
Bei mir kommt ja noch erschwerend hinzu, dass das Schulfach bei uns nicht Wirtschaft heißt, sondern Politik und Wirschaft!
Das heißt:
1. Halbjahr: nationale Wirtschaft
2. Halbjahr: nationale Politik
3. Halbjahr: internationale Politik
4. Halbjahr: internationale Wirtschaft

Da können die Themen dann nur ziemlich oberflächlich behandelt werden und irgendwie fehlt der rote Faden, was ich grad beim Lernen zu spüren bekomme.
Confused
Ich fänd es besser, wenn sie die Fächer trennen würden.
Aber naja.

Andere Frage: Falls ich BWL studieren sollte (was ich noch nicht sicher weiß), wäre dass dann an einer FH oder an einer Uni besser? Oder wäre das egal? Eine FH hätte ich halt gleich hier in der Stadt.

Liebe Grüße
mooselover
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