Ist der Mensch nur Natur?
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New Aaron Junior Member


Anmeldungsdatum: 26.01.2008 Beiträge: 78
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Verfasst am: 24 Mai 2008 - 10:59:27 Titel: Ist der Mensch nur Natur? |
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Ein Aspekt, der diese Frage nahe legt ist, dass der Mensch als einziges Wesen der uns bekannten Natur „gezwungen“ ist, zu lernen, um überhaupt Mensch sein zu können.
Er tritt gegenüber den Mineralien, den Pflanzen, die ihr Dasein ohne Mühe, ganz selbstverständlich haben, und auch noch den Tieren, deren Fähigkeiten fürs Überleben nicht lange nach der Geburt bereits vollständig zur Verfügung stehen, mit einem Unvermögen - das gleichzeitig Begabung ist - seinen Lauf auf dieser Erde an.
Alle anderen Wesen scheinen mehr oder weniger determiniert, also in ihrem „Handeln“ unfrei zu sein, während dem Menschen diese Unfreiheit, diese konkreten Bestimmtheiten fehlen. Erst durch lernen, lernt er, sich zu entscheiden ! Einen Weg für sich zu finden!
Obwohl der Mensch durch seinen physischen Körper ganz ein Naturwesen ist, wie alle anderen auch, wird er doch in seinem inneren Wesen nicht von der Natur bestimmt, ist er frei! Wie ist das möglich?
Die Naturbetrachtung zeigt uns, dass in ihr alles vergänglich ist, ja wir wissen sogar, dass die Natur insgesamt einen Anfang genommen hat und auch wieder vergeht.
Als die Natur noch nicht da war, gab es keine Determiniertheit - wenn die Natur vergangen sein wird, wird es wiederum keine Determiniertheit geben.
Freiheit steht also am Anfang und Ende allen Werdens und Daseins.
Es liegt deshalb nicht fern, zu sagen, dass im Menschen selbst die Natur schon zu ihrem Ende, zu ihrer Freiheit gekommen, der Kreis geschlossen ist. Anfang und Ende der Natur begegnen sich im Menschen.
Das ist der Grund dafür, dass der Mensch lernen muss.
Er hat zwar eine Seinsgrundlage, die über der Natur, oder anders ausgedrückt, vor der Natur liegt, aber ihm sind mit dem Sein nicht gleichzeitig die Bewusstseinsinhalte gegeben. Erst an der Natur, ihren Inhalten, kann er sich seiner Andersartigkeit bewusst werden. Aber auf diesem Weg liegen viele Fallen für ihn bereit, die ihn in die Irre führen können.
In die größte Falle ist er getappt, wenn er meint, auch nur ein vergängliches Naturwesen, oder wie heute durch die unverstandenen Resultate der Gehirnforschung suggeriert wird, eine völlig determinierte Maschine zu sein. |
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dornbusch Senior Member


Anmeldungsdatum: 26.10.2007 Beiträge: 3824
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Verfasst am: 24 Mai 2008 - 13:44:06 Titel: |
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Du weckst meine Neugier
| Zitat: |
Er tritt gegenüber den Mineralien, den Pflanzen, die ihr Dasein ohne Mühe, ganz selbstverständlich haben, und auch noch den Tieren, deren Fähigkeiten fürs Überleben nicht lange nach der Geburt bereits vollständig zur Verfügung stehen, mit einem Unvermögen - das gleichzeitig Begabung ist - seinen Lauf auf dieser Erde an.
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Ich beobachte gerade ein Amselmädchen, das dabei ist seine Jungen zu erziehen! Unglaublich, was die kleinen Kerlchen alles noch lernen müssen! Selbst die alten Amseln lernen ständig neues dazu!
Angesichts der Dauer eines Amsellebens ist deren Kindheitsphase keineswegs kürzer als die eines Menschen.
Natürlich gebe ich dir Recht, wenn du von der größeren Freiheit des Menschen sprichst. Nur frage ich dich: haben alle Menschen diese Freiheit?
Ich selbst habe etwa 40 Jahre gebraucht, um das Konzept von Freiheit erstmal annähernd zu verstehen.
Gruß Dornbusch |
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Ens rationis ratiocinatum Full Member


 Anmeldungsdatum: 26.03.2008 Beiträge: 192 Wohnort: Göttingen
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Verfasst am: 24 Mai 2008 - 13:44:25 Titel: |
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denke nicht, dass diese Frage so schnell beantwortet kann. laut evolutiontheoretikern hat der mensch seine vernunft als anpassungsorientiertes vermögen erhalten, das die übrigen fähigkeiten, welche zusätzlich zu dem eigentlich zwecke, des eigenen überlebens und fortbestehens, wie zb mathematik, moral etc, nur als nebenprodukte hervorgebracht hat.
ich bin der ansicht, dass der mensch, allein wegen seiner endlichen, sinnlichen beschaffenheit, seiner natürlichen bedürfnisse zumindest teilweise zu dem, was wir allgemein natur nennen, gehörig ist. weil der mensch jedoch frei ist, kann er eine neue kausalkette iniziieren, die als solche, freie unabhängig von der normalen naturkausalität ist. demnach ist der mensch wenigstens in seinen handlungen von der natur unabhängig, mithin kann er sich in seinen handlungen von sinnlichen bestimmungsgründen loseisen und ist als solcher nicht teil der "normalen" natur. _________________ A quitter never wins, a winner never quits |
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Fourier Full Member


Anmeldungsdatum: 19.01.2008 Beiträge: 203
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Verfasst am: 24 Mai 2008 - 16:10:38 Titel: |
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| dornbusch hat folgendes geschrieben: |
Ich beobachte gerade ein Amselmädchen, das dabei ist seine Jungen zu erziehen! Unglaublich, was die kleinen Kerlchen alles noch lernen müssen! Selbst die alten Amseln lernen ständig neues dazu!
Angesichts der Dauer eines Amsellebens ist deren Kindheitsphase keineswegs kürzer als die eines Menschen. |
Der Mensch muss allerdings lernen, in sich selbst suchen, welcher politischen Richtung er gehört, wie er das Handeln anderer bewertet, was für ihn der Sinn des Lebens ist...
Ein Vogel muss lediglich lernen, einen Weg zu finden, um seine natürlichen Bedürfnisse zu befriedigen und auf Reize aus der Umwelt entsprechend zu reagieren.
| Zitat: |
| wird er doch in seinem inneren Wesen nicht von der Natur bestimmt |
Woher willst du dies wissen? Warum sollten wir nicht eine biologische Maschine sein, einfach viel entwickelter als andere Lebewesen? Der Mensch ist einfach beschränkt und seine Entscheidungen fehlerhaftig. Er wird seinen Ursprung und seinen Sinn nie entschlüsseln können. |
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Fourier Full Member


Anmeldungsdatum: 19.01.2008 Beiträge: 203
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Verfasst am: 24 Mai 2008 - 22:21:30 Titel: |
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| Zitat: |
| laut evolutiontheoretikern hat der mensch seine vernunft als anpassungsorientiertes vermögen erhalten |
Schön, aber warum ausgerechnet der Mensch? |
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Ens rationis ratiocinatum Full Member


 Anmeldungsdatum: 26.03.2008 Beiträge: 192 Wohnort: Göttingen
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Verfasst am: 24 Mai 2008 - 23:48:27 Titel: |
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| Fourier hat folgendes geschrieben: |
| Zitat: |
| laut evolutiontheoretikern hat der mensch seine vernunft als anpassungsorientiertes vermögen erhalten |
Schön, aber warum ausgerechnet der Mensch? |
demnach ist das einfach eine evolutionäre entwicklung, sowie der vogel fliegen kann, der gepard schnell ist etc. es wird als anpassung an die natur gewonnene fertigkeit ausgelegt. ich hab nie gesagt, dass ich die meinung teile^^ _________________ A quitter never wins, a winner never quits |
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dornbusch Senior Member


Anmeldungsdatum: 26.10.2007 Beiträge: 3824
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Verfasst am: 25 Mai 2008 - 04:01:37 Titel: |
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Das ist einer der Unterschiede zwischen Mensch und Tier:
Tiere sind angepasst, können das ihre besonders gut. Ganz anders der Mensch! Er kann gar nichts von dem besonders gut, was in der natürlichen Umgebung nützlich wäre.
Evolution? oder eher Sozialisation? |
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New Aaron Junior Member


Anmeldungsdatum: 26.01.2008 Beiträge: 78
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Verfasst am: 14 Jun 2008 - 14:55:12 Titel: |
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| dornbusch hat folgendes geschrieben: |
Du weckst meine Neugier
| Zitat: |
Er tritt gegenüber den Mineralien, den Pflanzen, die ihr Dasein ohne Mühe, ganz selbstverständlich haben, und auch noch den Tieren, deren Fähigkeiten fürs Überleben nicht lange nach der Geburt bereits vollständig zur Verfügung stehen, mit einem Unvermögen - das gleichzeitig Begabung ist - seinen Lauf auf dieser Erde an.
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Ich beobachte gerade ein Amselmädchen, das dabei ist seine Jungen zu erziehen! Unglaublich, was die kleinen Kerlchen alles noch lernen müssen! Selbst die alten Amseln lernen ständig neues dazu!
Angesichts der Dauer eines Amsellebens ist deren Kindheitsphase keineswegs kürzer als die eines Menschen.
Natürlich gebe ich dir Recht, wenn du von der größeren Freiheit des Menschen sprichst. Nur frage ich dich: haben alle Menschen diese Freiheit?
Ich selbst habe etwa 40 Jahre gebraucht, um das Konzept von Freiheit erstmal annähernd zu verstehen.
Gruß Dornbusch |
Potentiell ist jeder Mensch frei. Aber - Potenz muss in Aktualität überführt werden, um sie zu erfahren. In diesem Sinne ein Prozess der Selbstbefreiung (durch Erkenntnis). |
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New Aaron Junior Member


Anmeldungsdatum: 26.01.2008 Beiträge: 78
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Verfasst am: 14 Jun 2008 - 15:01:58 Titel: |
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| Fourier hat folgendes geschrieben: |
| Zitat: |
| wird er doch in seinem inneren Wesen nicht von der Natur bestimmt |
Woher willst du dies wissen? Warum sollten wir nicht eine biologische Maschine sein, einfach viel entwickelter als andere Lebewesen? Der Mensch ist einfach beschränkt und seine Entscheidungen fehlerhaftig. Er wird seinen Ursprung und seinen Sinn nie entschlüsseln können. |
Wie schon der Hirnforscher und Nobelpreisträger Eccles sagte, benutzt der Geist das Gehirn wie der Klavierspieler das Klavier.
Der Mensch ist also mitnichten eine biologische Maschine, sondern der biologische Organismus dient dem freien Geist, der ja auch samt Seele den Tod des Organismus überlebt.
Der Ursprung des Menschen, wie aller "Dinge" ist das Ewige, denn alles Zeitliche (= Vergängliche) kann nicht den Ursprung in sich selbst tragen, denn dann wäre es ja nicht vergänglich, sondern ewig. |
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x-x-x Senior Member


Anmeldungsdatum: 12.08.2007 Beiträge: 824
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Verfasst am: 15 Jun 2008 - 01:18:49 Titel: |
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Was wir als "Natur" bezeichnen sind die Elemente, Lebewesen und Teilchen, Pflanzen und Gewässer, die alle in ein bestimmtes, für Menschen greifbares Schema passen.
Die "Natur" ist das Produkt einer großen Gesetzmäßigkeit, unsere große rationalerklärbare Umwelt, durch die wir uns, das Bewusstsein und das Leben auch versuchen als Bauteil, welches systematisch erklärbar ist, zu sehen, doch dies gelingt nicht! |
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