Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Führerstaat
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Geschichte-Forum -> Führerstaat
 
Autor Nachricht
carina.m
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 04.03.2007
Beiträge: 589
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 03 Jun 2008 - 16:43:07    Titel: Führerstaat

Hallo.. heir steht etwas in meinem geschichtsbuch, das ich so nicht verstehe..

es geht um die zeit, in der hitlers NSDAP mit der DNVP (1933) eine koalitionsregierung eingegangen ist..
jetzt steht in meinem buch:
Die " Regierung des nationalen zusammenschlusses" galt den konservativne als das lang ersehnte ende der "erfüllungspolitik" der Weimarer Republik.

was ist denn hier mit erfüllungspolitik gemeint??
danke schön
shadowwalker
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 07.04.2008
Beiträge: 283
Wohnort: Königswinter

BeitragVerfasst am: 03 Jun 2008 - 17:11:53    Titel:

Die NAzis sahen in Leuten wie Gutav Stresemann oder Waler Rathenau Erfüllungspolitiker.

Erfüllungspolitik bedeutet in der Nazisprache, dass die Regierung sich nach dem Versailler Vertrag richtete (der für sie eine Schmach und Demütigung war). Hauptperson hinter dem Synonym war die Weimarer Republik.
Sie "erfüllten" die Regeln des Versailler Vertrages und handelten so nicht im Sinne des deutschen Volkes, sagten die Rechten.

Es handelt sich hierbei wieder um so ein Scheinwort.
Man bezeichnet die Politiker und die Regierung (Weimarer Regierung), als Verräter, die das Deutsche Volk verraten und sich an die Spielregeln der Alliierten handeln.
Das war in ihrem Sinne Erfüllungspolitik, auch wenn die Realität anders aussah^^
Der Vertrag von Locarno kam erst 1925 zustande, vorher wurden Teile des V.V. überhaupt nicht anerkannt, wie die Ostgrenze, die man ab 1925 bereit war, so zu lassen, wie sie war.

" Regierung des nationalen zusammenschlusses"
war der Zusammenschluss der DNVP und NSDAP März 1933, die eine "Mehrheit" der Nazis ermöglichte, Hitler tat dies nur widerwillig^^
carina.m
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 04.03.2007
Beiträge: 589
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 03 Jun 2008 - 17:35:09    Titel:

ah ok.. das hilft mir weiter!! danke..

jetzt hab ich noch eine frage..
in meinem buch steht:
Mit Hitler war 1933 ein erklärter feind der liberalen und demokratischen reichsverfassung kanzler geworden. das war ein klarer verfassungsbruch des reichspräsidenten, der damit Hitler die möglichkeit gab, durch aushölung des verfassungskerns die weimarer reichsverfassung bedeutungslos zu machen

was heist denn das fettgedruckte??
ich meine.. hindenburg hatte doch immer noch ein wörtchen mit zu rden.. und desswegen könnte hitler doch nicht einfach zu die verfassung zunichte machen... oder??
Cellula
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 09.05.2007
Beiträge: 223

BeitragVerfasst am: 03 Jun 2008 - 17:44:15    Titel:

In der Verfassung der Weimarer Republik ist festgelegt, dass der Reichspräsident außerordentliche Sondervollmachten hat. Diese haben sich in den Präsidialkabinetten von 1930-1932 abgezeichnet. Diese Herrschaft war noch konform mit der Verfassung.

Das Ermächtigungsgesetz brach die Verfassung, weil es Hitler eine Möglichkeit öffnete, den Reichspräsidenten zu umgehen. Das ist schon der formale Verfassungsbruch. Früher musste immer der Reichspräsident letzten Endes ein Gesetz absegnen, wenn das Parlament dagegen war, löste er es auf.
Mit diesem Gesetz brauchte Hitler die Vollmachten des Reichspräsidenten nicht mehr und Hindenburg war zu dieser Zeit schon sehr alt und war kaum noch fähig, sich gegen die Entwicklungen zu setzen. Besonders, weil Parteien wie die DNVP und das Zentrum sich für dieses Gesetz aussprachen. Unter den Vorwand, Gegner zu beseitigen, die die Demokratie "bedrohen", war Hindenburg handlungsunfähig, da alles demokratisch ablief.
shadowwalker
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 07.04.2008
Beiträge: 283
Wohnort: Königswinter

BeitragVerfasst am: 04 Jun 2008 - 07:21:09    Titel:

Cellula hat folgendes geschrieben:
In der Verfassung der Weimarer Republik ist festgelegt, dass der Reichspräsident außerordentliche Sondervollmachten hat. Diese haben sich in den Präsidialkabinetten von 1930-1932 abgezeichnet. Diese Herrschaft war noch konform mit der Verfassung.


nicht nur das, auch dass er Hitler überhaupt zum Reichskanzler ernannte war schon ein Verfassungsbruch, weil er wusste, das Hitler ein Feind der Weimarer Verfassung war(eine möchtegern Putschtist) und es bekannt war, dass Hitler die Weimarer Verfassung zerstören wollte.

Der Reichspräsident erschien wie ein Ersatzkaiser mit seinen 3 Rechten:
Art. 25.: Auflösung des Reichstages
Art. 48.: Notstandsparagraph, auch Diktator auf Zeit genannt
Art. 53.: Erlassung und Ernennung Reichskanzler

In den Präsidialkabinetten erlaubte Hindenburg Brüning, von Papen und Schleicher Art. 25 und Art. 48 zu benutzen um so das Land zu "regieren".
(Weiteres bitte nachlesen^^)

Cellula hat folgendes geschrieben:
Das Ermächtigungsgesetz brach die Verfassung, weil es Hitler eine Möglichkeit öffnete, den Reichspräsidenten zu umgehen. Das ist schon der formale Verfassungsbruch. Früher musste immer der Reichspräsident letzten Endes ein Gesetz absegnen, wenn das Parlament dagegen war, löste er es auf.


hm, das passierte ja schein "legal" was die Sauerei war, war der Geschäftsordnungsänderungsantrag, ohne den die Nazis evt. nicht das Ermächtigunsgesetz durchbekommen hätten. (auch hier bitte nachlesen, habe keine Lust alles auf zu schreiben^^)

Cellula hat folgendes geschrieben:
Besonders, weil Parteien wie die DNVP und das Zentrum sich für dieses Gesetz aussprachen.


bitte Distanziert sehen. Das Zentrum versuchten nur seinen A*sch aus der Schusslinie zu ziehen, Hitler machte dem Zentrum avancen, er würde sie in Ruhe lassen, sollte es ihm helfen (wie später dann auch der Kirche).
Was sie davon hatten sieht man ja im Juni/Juli des gleichen Jahres, wo sie sich auflösen "durften"
Cellula
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 09.05.2007
Beiträge: 223

BeitragVerfasst am: 04 Jun 2008 - 12:23:09    Titel:

Zitat:
itte Distanziert sehen. Das Zentrum versuchten nur seinen A*sch aus der Schusslinie zu ziehen, Hitler machte dem Zentrum avancen, er würde sie in Ruhe lassen, sollte es ihm helfen (wie später dann auch der Kirche).



Diese Tatsache ist schon klar, aber das ist doch vollkommen irrelevant für den eigentlichen demokratischen Prozess. Das Zentrum hat zugestimmt, obwohl man jetzt ihre Situation berücksichtigen muss, aber ihre Zustimmung kann man nun mal nicht verneinen. Aus damaliger Sicht haben sie sogar korrekt gehandelt, da man anhand dieser Zustimmung ihre Absichten, sich irgendwie zu einigen, erkennt. Die anderen Parteien haben sich alle dagegen gestellt. SPD und KPD waren entschieden dagegen, haben sich gestritten, aber nicht viel unternommen und waren somit auch eine instabile Komponente in diesem Zusammenhang. Aus heutiger Sicht ist ihre Zustimmung natürlich verwerflich.

Zitat:
nicht nur das, auch dass er Hitler überhaupt zum Reichskanzler ernannte war schon ein Verfassungsbruch, weil er wusste, das Hitler ein Feind der Weimarer Verfassung war(eine möchtegern Putschtist) und es bekannt war, dass Hitler die Weimarer Verfassung zerstören wollte.


Diese Entwicklung der sog. "Einrahmungspolitik" war keinen Falls ein Vestoß gegen die Verfassung; Hindenburg war dazu legitimiert, auch Hitler zu ernennen, wie bereits oben nach Artikel 53 erwähnt.
Hierbei wird oft vergessen, dass Hindenburg, Franz von Pappen und General von Schleicher, wobei er eine eher sozialistische Militärdiktatur anstrebte, die Restauration der Monarchie anstrebten. Man kann an diesem Punkt also nicht sagen, dass die Ernennung von Hitler verfassungsfeindlich war, sonst wäre die Ernennung von Hindenburg zum Reichspräsidenten 1925 u. 1932 ebenso verfassungsfeindlich. Hitler präsentierte eine große völkische Bewegung und die Ernennung von ihm war eine Entscheidung, die das Volk akzeptieren würde. Für meine Ansicht ist das der Kernpunkt der Demokratie.
Dies war der Sinn dieser "Einrahmungspolitik", die von von Papen und den Großindustriellen erdacht wurde, um damit einen Übergang von der Demokratie zur Monarchie zu gestalten, der mit Hitler als Repräsentant des völkischen Willens gestärkt worden wäre.
Sehr ausführliche Erläuterungen über diese Umstände bietet das Buch "Der Führerstaat" von Martin Broszat oder "Der NS-Staat" von Ian Kershaw.




Auch, wenn die Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes legal war, brach das Gesetz die Verfassung und setzte sie außer Kraft. Das Ermächtungsgesetz wurde sozusagen zur neuen Grundlage für den Führerstaat. Es war ein legaler Verfassungsbruch und das war die Schwäche der ziemlich liberalen Weimarer Republik.

Gruß,

Cellula


Zuletzt bearbeitet von Cellula am 04 Jun 2008 - 12:48:31, insgesamt einmal bearbeitet
shadowwalker
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 07.04.2008
Beiträge: 283
Wohnort: Königswinter

BeitragVerfasst am: 04 Jun 2008 - 12:42:38    Titel:

Cellula hat folgendes geschrieben:
Das Zentrum hat zugestimmt, obwohl man jetzt ihre Situation berücksichtigen muss, aber ihre Zustimmung kann man nun mal nicht verneinen.


Wieso, in welcher Situation war denn das Zentrum?
War esn icht auch ihre Schuld, dass 1929 die Große Koalition zerbracht, wegen 0,5%?????

Cellula hat folgendes geschrieben:
Aus damaliger Sicht haben sie sogar korrekt gehandelt, da man anhand dieser Zustimmung ihre Absichten, sich irgendwie zu einigen, erkennt. Die anderen Parteien haben sich alle dagegen gestellt.


INwiefern haben sie korrekt gehandelt?
Das damlige Beispiel zeigt nur, dass die Parteien nicht darauf angewiesen waren Kompromisse zu schließen, so taten sie es auch nicht.
JEde Partei verfolge ihre Ansprüche und nur IHRE.
Die anderen Parteien haben sich auch nicht dagegen gestellt, sprich DNVP.

Cellula hat folgendes geschrieben:
SPD und KPD waren entschieden dagegen, haben sich gestritten, aber nicht viel unternommen und waren somit auch eine instabile Komponente in diesem Zusammenhang. Aus heutiger Sicht ist ihre Zustimmung natürlich verwerflich.


KPD wohl kaum, die gab es seit dem28.2.1933 nicht mehr, war seit dem Reichstagsbrannt verboten... die Mitglieder saßen größen Teils in Kellern der SS und SA.
Was meinst du warum Hitler den Geschäftsordnungsänderungsantrag bewilligen ließ??

Ja, es mussten 2/3 da sein, aber die KPD reichte schon aus und die SPD hätte noch ein paar dazu bringen können nicht zu erscheinen und schon wäre das Gesetz gescheitert gewesen.
Durch diese Änderung, wurden die KPD-Abgeordneten als anwesend gezählt, ein gewaltiger Unterschied.(Habe doch gesagt bitte nachlesen)

[quote="Cellula"] Es war ein legaler Verfassungsbruch und das war die Schwäche der ziemlich liberalen Weimarer Republik. [quote="Cellula"]

das legal bitte in Klammern, weil es wirklich nicht legal war, es schien nur "legal" zu sein.
Cellula
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 09.05.2007
Beiträge: 223

BeitragVerfasst am: 04 Jun 2008 - 13:15:54    Titel:

Zitat:
Wieso, in welcher Situation war denn das Zentrum?


Ihre Situation war diese, dass das Zentrum wie jede andere Partei sich sehr wohl bewusst war, dass, wenn das Gesetz verabschiedet werden würde, wohl die Partei, die sich verweigern, verboten werden würden. Wie du schon gesagt hast, war ihr Mitwirken auf Sicherung ihres Einflusses zu reduzieren.

Zitat:
Inwiefern haben sie korrekt gehandelt


Ich glaube, dass ich vorhin meinen Standpunkt falsch dargelegt habe. Ihr Handeln war insofern korrekt, solange man es unter dem Gesichtspunkt des Staatsgedankenn sieht. Das Ermächtigungsgesetz sollte formal gesehen nur bis zum Jahre 1937 gehen (Natürlich ist das vollkommen irrelevant, es stand dem Reichskanzler ja vollkommen offen, es zu verlängern). Jedenfalls hatte das deutsche Reich neben den propagandistisch hervorgehobenen "Terroristen", so wie die KPD Anhänger von den Nationalsozialisten tituliertet wurden, andere Krisen: politische Morde usw.
Aus damaliger Sicht ist es ein korrektes Handeln gewesen, da sich die Zentrumspartei zu einer Kooperation, nicht ohne Hintergedanken, aber auch zum Wohle des Volkes entschloss.
Die Folgen ihres Handels waren ihnen natürlich nicht bewusst gewesen zu dieser Zeit.


Zitat:
Ja, es mussten 2/3 da sein, aber die KPD reichte schon aus und die SPD hätte noch ein paar dazu bringen können nicht zu erscheinen und schon wäre das Gesetz gescheitert gewesen.
Durch diese Änderung, wurden die KPD-Abgeordneten als anwesend gezählt, ein gewaltiger Unterschied.(Habe doch gesagt bitte nachlesen)


Dieser Zusammenhang ist mir ebenfalls bekannt, den brauche ich nicht nachlesen, trotzdem danke für den Hinweis. Ich habe im vorherigen Beitrag die KPD in den falschen Kontext gestellt. Eigentlich meinte ich ihre Bedeutung vor dem Reichtagsbrand; als Symbol für den Linken Flügel, der sich nicht einigt, währenddessen die rechten Parteien zu einer zweckorientierten Kooperation bereit waren.


Mfg,

Cellula
shadowwalker
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 07.04.2008
Beiträge: 283
Wohnort: Königswinter

BeitragVerfasst am: 04 Jun 2008 - 13:51:29    Titel:

Cellula hat folgendes geschrieben:
währenddessen die rechten Parteien zu einer zweckorientierten Kooperation bereit waren.Cellula


hmhmhm ist zu allgemein, HItler tat dies nur sehr widerwillig^^ z.B. DNVP

Was du meinst ist die harzburger Front, oder?
lg
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Geschichte-Forum -> Führerstaat
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum