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Formalien einer Hausarbeit/Seminararbeit - Fußnoten!
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Daywalk3r
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Anmeldungsdatum: 18.03.2006
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: 13 Jun 2008 - 13:33:26    Titel: Formalien einer Hausarbeit/Seminararbeit - Fußnoten!

Hallo liebe Forum-Besucher,
ich habe einige Fragen bezüglich der Formalien einer Hausarbeit.

1.) Typische Hausarbeit
Wenn man einen Meinungsstreit dargestellt hat, ist es dann sinnvoll auch in der "Stellungnahme" Fußnoten einzusetzen? Oder sollten hier Fußnoten komplett raus bleiben, weil die Stellungnahme ja durch eigene Argumentation gefüllt werden sollte? Wie macht ihr das?


2.) Seminararbeit
Zum Teil gibt es in Seminaren ja auch eher unjuristische Themen. Die Ausarbeitung besteht dann nicht aus Prüfungsschemas, sondern gleicht eher einem gegliederten Aufsatz.

Zuerst erkläre ich meistens das Phänomen an sich z.B. durch die Definition der Begrifflichkeit, Entstehung, Zielsetzung usw. Wenn ich dann aber eine "kritische Stellungnahme, d.h. also eine Bewertung" des Ganzen vornehme, weiß ich nicht, ob dann auch hier Fußnoten gesetzt werden dürfen oder nicht? Muss die kritische Stellungnahme komplett meiner eigenen Meinung gleichen und darf deshalb keine Fußnoten enthalten oder ist es dabei auch ok, sich an bereits bestehenden Ansichten anzulehnen und dies dann auch in Form von Fußnoten zu belegen?


3.) Literatur aus dem Internet
Zurzeit bearbeite ich ein Thema, zu dem es kaum juristische Literatur gibt. Vielmehr findet man auf 3-4 Internetseiten etliche PDF-Dateien, die von Doktoren, Sozialpädagogen etc. verfasst wurden. Diese Aufsätze sind meistens Materialien von Fachtagungen aus dem pädagogischen Bereich und sind sonst nirgends erschienen.

Kann ich solche "Literatur" in das Literaturverzeichnis aufnehmen oder geht das gar nicht? Wie gesagt, zu dem Thema sind keine Aufsätze in der NJW, Jus, MDR etc. zu finden.

Ginge eine Literaturangabe in dieser Form?

Autor Vor/Nachname
Titel, Erscheinungsjahr, Angabe der Internetseite (kompletter Downloadlink?)
zit.: Autor Nachname.


Wäre wirklich nett, wenn mir jemand helfen könnte. Hier haben ja bestimmt schon einige Leute Hausarbeiten und Seminararbeiten geschrieben. Schaut doch mal in euren Arbeiten nach, wie ihr das mit den Fußnoten gemacht habt. Tipps zur Zitierweise von Internet-Seiten bzw. wie ich das in das Literaturverzeichnis aufnehme wären echt Gold wert. Vielen Dank schon mal im Voraus. Ich hoffe meine Probleme sind klar geworden


MfG Daywalk3r
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 13 Jun 2008 - 13:54:19    Titel:

zu 1. und 2.)
Ich würde Fußnoten aus Stellungnahmen komplett rauslassen. Du sollst dir selber Gedanken machen und gerade keine fremden Ansichten übernehmen oder einfach nur wiedergeben. Das ist der Teil, in dem du wirklich mal juristisch Arbeiten kannst. Hier muss dir selber etwas einfallen. Freilich schließt dies nicht aus, dass man in seiner Stellungnahme vor allem die vorgetragenen - und dann ja in Fußnoten belegten - Argumente gewichtet. Nicht aber darf man sich unreflektiert "anschließen".

Fußnoten in Stellungnahmen habe ich nur benutzt, wenn ein Argument erläuterungsbedürftig war (etwa unter Verweis auf andere Gesetze), diese Erläuertung aber den Lesefluss erheblich gestört hätten. Beispiel:

"Ferner ist zu berücksichtigen, dass nicht umsonst einem Senat des Oberverwaltungsgerichts mit drei Berufsrichtern (§§ 9 III VwGO, 2 II AGVwGO) die prinzipale Normenkontrolle erstinstanzlich zugewiesen ist. Dies ist nur damit zu begründen, dass die Beurteilung der Rechtmäßigkeit eines Bauleitplanes eine äußerst diffizile Aufgabe ist, die kaum von einem einzelnen nicht spezialisierten Verwaltungsjuristen und zwei ehrenamtlich Tätigen[Fußnote] erbracht werden kann."

[Fußnote] war: So meist die Besetzung der Kreisrechtsausschüsse, §§ 7 II 1, 8 S.2, 9 AGVwGO.

zu 3.)
Sicher kann man die aufnehmen. Solange der Autor eine gewisse Reputation hat, hätte ich damit gar keine Probleme. Zitierweise vgl. "Gut in Form", S. 16.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
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BeitragVerfasst am: 13 Jun 2008 - 13:58:23    Titel:

Man sollte in einer Hausarbeit "Stellungnahmen" doch ohnehin eher vermeiden, sondern die verschiedenen Ansichten (mit zumindest einem Argument) darstellen und sich anschließend mit einem bis zum Schluss aufgehobenen Argument für eine Meinung entscheiden. Man wird sich kaum zu allen Streitständen eigene Argumente aus den Fingern saugen können. Das sehe ich insofern etwas anders als Tobi.

Zuletzt bearbeitet von Marina85 am 13 Jun 2008 - 15:09:15, insgesamt einmal bearbeitet
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 13 Jun 2008 - 14:02:43    Titel:

Marina85 hat folgendes geschrieben:
(...) Das sehe ich insofern etwas anders als Tobi.

Dann hast du mich falsch verstanden. Zu einem angestaubten Strafrecht-AT-Streit, der 1911 begonnen und 1957 seinen Höhepunkt gefunden hat, kannst du natürlich keine eigenen Argumente mehr beisteuern. Das wäre ja schier revolutionär und müsste sofort der NJW gemeldet werden. Very Happy Nein, vielmehr muss man hier gewichten (s. ausdrücklich im obigen Beitrag) und vor allem auch unter Berücksichtigung des konkreten Falles der ein oder anderen Meinung folgen.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
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BeitragVerfasst am: 13 Jun 2008 - 14:09:41    Titel:

Dann habe ich diesen Satz:

StR-Tobi hat folgendes geschrieben:
Hier muss dir selber etwas einfallen.


in der Tat falsch verstanden...
Ich muss aber auch sagen, dass es beim Korrektur gut kommt, wenn man eine Argumentation zum konkreten Fall bringt mit auch eigenen Ansätzen. Hatten wir ja in unserer ersten HA, Tobi, zum Thema Unzumtbarkeit im Rahmen von § 323c StGB Wink.
Ist aber nicht zwingend erforderlich. Man kann auch nicht immer einen konkreten Fallbezug herstellen, das kommt ja auf das jeweilige juristische Problem an.
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 13 Jun 2008 - 14:14:27    Titel:

Ja klar, man muss den Satz im Zusammenhang mit dem folgenden Satz lesen. Man darf eben nicht nur unreflektiert vortragen, sondern muss mit den vorgetragenen Argumenten jonglieren. Wenn einem dann noch etwas ganz neues einfällt, wird der Korrektor ohne ein "schöne Darstellung" kaum auskommen. Wink § 323c StGB... nemo tenetur... hach ja, schön war's. Smile War aber auch eine Menge Arbeit.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
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BeitragVerfasst am: 13 Jun 2008 - 14:20:22    Titel:

Allerings muss man auch sagen, dass es durchaus riskant sein kann, eine eigene Argumentation zu bringen (Stichwort Unselbständigkeit des Korrektor).
Daywalk3r
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Anmeldungsdatum: 18.03.2006
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: 13 Jun 2008 - 14:49:28    Titel:

Marina85 hat folgendes geschrieben:
Man sollte in einer Hausarbeit "Stellungnahmen" doch ohnehin eher vermeiden, sondern die verschiedenen Ansichten (mit zumindest einem Argument) darstellen und sich anschließend mit einem bis zum Schluss aufgehobenen Argument für eine Meinung entscheiden.


Die Entscheidung für eine Ansicht ist doch die Stellungnahme??? Oder wie bezeichnest du das in einer Hausarbeit: a) 1. Ansicht b) 2. Ansicht c) ???


Marina85 hat folgendes geschrieben:

Ob man die nun zitiert oder nicht, ist m.E. egal. Man wird sich kaum zu allen Streitständen eigene Argumente aus den Fingern saugen können. Das sehe ich insofern etwas anders als Tobi.


Das genau ist mein Problem. Ich kann ja nicht das Rad neu erfinden. Also schreibt man "Argumente" um, die jedoch jemand schon beschrieben hat. Ich zitiere im Prinzip also doch!!! Dann muss ich doch aber auch ne Fußnote setzen? Oder tuts du quasi dann so als wäre es deine eigene komplett neue Argumentation und lässt Fußnoten raus?
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
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BeitragVerfasst am: 13 Jun 2008 - 15:05:48    Titel:

Du solltest in einer HA nicht schreiben
a) Ansicht 1
b) Ansicht 2
c) Stellungnahme

Man sollte eine Überschrift bilden und darunter disktutieren - für und wider abwägen. Dafür spricht... Dagegen spricht usw.
Bei manchen Streitständen ist dies nicht so gut möglich. V.a. wenn Theorien mit Namen bezeichnet sind - v.a. im Strafrecht - kann man daher auch das oben genannte Schema verwenden. Im Zivilrecht würde ich mich davor aber hüten.

Wenn du Argumente fremder Ansichten aufführst, schreibst du in indirekter Rede. Wenn du mit fremden Argumenten deinen Ansicht begündest, schreibst du im Indikativ. Mit Fußnoten belegen musst du m.E. beides.
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