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Gedicht von Eduard Mörike
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Laura07
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Anmeldungsdatum: 14.11.2007
Beiträge: 83

BeitragVerfasst am: 14 Jun 2008 - 22:32:02    Titel: Gedicht von Eduard Mörike

Hallo,
wir sollen uns mit dem Gedicht "Früh im Wagen" von Eduard Mörike beschäftigen. Ich finde da jetzt nicht wirklich viel raus... kann mir da jemand weiterhelfen ?

Es graut vom Morgenreif
In Dämmerung das Feld,
Da schon ein blasser Streif
Den fernen Ost erhellt;

Man sieht im Lichte bald
Den Morgenstern vergehn,
Und doch am Fichtenwald
Den vollen Mond noch stehn:

So ist mein scheuer Blick,
Den schon die Ferne drängt,
Noch in das Schmerzensglück
Der Abschiedsnacht versenkt.

Dein blaues Auge steht
Ein dunkler See vor mir,
Dein Kuss, dein Hauch umweht,
Dein Flüstern mich noch hier.

An deinem Hals begräbt
Sich weinend mein Gesicht,
Und Purpurschwärze webt
Mir vor dem Auge dicht.

Die Sonne kommt; - sie scheucht
Den Traum hinweg im Nu,
Und von den Bergen streicht
Ein Schauer auf mich zu

Was ich bis jetzt rausgefunden habe sind eher allgemeine Sachen... eben Aufbau, regelmäßiger Kreuzreim, Abschiedsnacht als Schwerpunkt, Stimmung: traurig, Sehnsucht

Währe euch sehr dankbar, wenn ihr mir weiterhelfen würdet !
LG
Laura07
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Anmeldungsdatum: 14.11.2007
Beiträge: 83

BeitragVerfasst am: 14 Jun 2008 - 22:33:21    Titel:

oh gott wäre natürlich ohne h !!! Embarassed Rolling Eyes
Vesar
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Anmeldungsdatum: 24.04.2008
Beiträge: 1360
Wohnort: Toulouse/Frankreich

BeitragVerfasst am: 14 Jun 2008 - 22:53:25    Titel:

Vor allem solltest du beachten, dass es sich um einen Traum handelt, siehe letzte Strophe. Und wenn man bedenkt, dass es sich um einen romantischen Lyriker handelt, gehen Traum-, Nacht und Mond-Motiv sofort in eine Interpretationsrichtung, wenn man sich mit der Romantik auskennt, hier Spätromantik. Es handelt sich in der Spätromantik um die ästhetische Umsetzung dessen, was die Frühromantiker mit theoretischen Schriften realisieren wollten. Sowohl Natur und Liebesmotiv können in einer geschichtsphilosophischen und teilweise politischen Dimension gesehen werden. Paradoxerweise verbunden mit dem Traum als Rückzug/ Flucht vor der Realität. Diesbezüglich sollte man auch den geschichtlichen Hintergrund seit Anfang des 19. jahrhunderts kennen, ganz grob: Frz. Revolution, Napoleon, Gegenreaktion der Romantiker, Wiener Kongress, Revolution 1848.

Du solltest dich mit den romantischen Motiven auseinandersetzen: Geschichtsauffassung, Traum, Liebe (Novalis), Ästhetik - progressive Universalpoesie. Die Sache ist die, dass dies theoretische Punkte der Frühromantiker sind, die aufgrund der politischen Realität gescheitert sind. Die Spätromantiker haben sich dann in die Ästhetik selbst zurück gezogen. Es gibt also ebenso eine poetologische Dimension.
Versuche, dich ein wenig mit den drei Phasen der Romantik zu beschäftigen, dann wirst du erkennen, dass das scheinbare Naturgedicht mit Liebesthematik noch viel weiter geht. So ist die Sehnsucht nach der Angebeteten im Abschied nur ein Stellvertreter einer ganz anderen Sehnsucht. Auch der Begriff der Mystik und des Zugangs des Ich zur Natur sind zu analysieren (siehe Schellings, dann Schlegels Naturphilosophie)

Ebenso solltest du die formalen Aspekte weiter analysen: Enjambements, Metrik usw., denn Jambus und Volksliedstrophen haben eine Bedeutung. sowie die rhetorischen und stilistischen Mittel heraussuchen.

Hier ein paar Seiten zum Umgang mit romantischer Lyrik:

http://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/romantik/index.htm
http://www.pohlw.de/literatur/epochen/romantik.htm
http://www.literaturwelt.com/epochen/romantik.html
Laura07
Junior Member
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Anmeldungsdatum: 14.11.2007
Beiträge: 83

BeitragVerfasst am: 15 Jun 2008 - 19:58:38    Titel:

Danke für deine Hilfe =)
Leoni
Senior Member
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Anmeldungsdatum: 19.05.2005
Beiträge: 1096
Wohnort: Bochum

BeitragVerfasst am: 17 Jun 2008 - 09:53:34    Titel: Re: Gedicht von Eduard Mörike

Laura07 hat folgendes geschrieben:
Währe euch sehr dankbar, wenn ihr mir weiterhelfen würdet !


Ich erinnere mich noch, dass hier im Forum einmal diskutiert wurde, was es mit der "Purpurschwärze" auf sich hat. Razz

Ich würde dir dringend empfehlen, eine Inhaltsangabe vom Gedicht zu machen. Du scheinst mir gar keine Vorstellung davon zu haben, was überhaupt in dem Gedicht drinsteht. Worum geht es?
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