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Das Studium der Rechte.
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Culturist
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Anmeldungsdatum: 14.12.2006
Beiträge: 274

BeitragVerfasst am: 18 Jun 2008 - 08:06:12    Titel: Das Studium der Rechte.

Morgen,

mich würde das Folgende interessieren:

Wie muss ich mir ein Jura-Studium vorstellen? Ist es nur Auswendiglernen (von Artikeln und Paragraphen)?

Ist es nur Fallbeispiele lösen?

Was für eine Befähigung, Vorbildung und/oder Vorlieben braucht's zum Studieren der Rechte?

Ist an dem Vorurteil, dass Juristen eigentlich "Rechtsverdreher" seien, zumindest ein Körnchen Wahrheit dran?

Ist Nachfrage nach Jura-Absolventen auf dem Arbeitsmarkt wirklich so schlecht wie man vielfach zu hören bekommt?

Welche Fremdsprachen muss man für das Studieren von Jura beherrschen?


Danke für eure aufschlussreichen Antworten!
Rhyeira
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 3012

BeitragVerfasst am: 18 Jun 2008 - 08:53:29    Titel:

Artikel und Paragraphen lernt man überhaupt nicht auswendig. Wozu auch, das steht ja schließlich alles im Gesetz, und da das Gesetz das allerwichtigste Handwerkszeugnis des Juristen ist, kann und muss man es selbstverständlich in den Klausuren benutzen.

Das heißt allerdings nicht, dass man überhaupt nichts auswendig lernen muss - es gibt auch eine ganze Reihe wichtiger Dinge (zum Beispiel die verschiedenen Meinungen über die Gesetzesauslegung und -anwendung, die von der Rechtsprechung und in der Literatur vertreten werden), die man dem Gesetz nicht entnehmen kann und die man deshalb lernen muss.

Das Lösen von Fallbeispielen macht einen relativ großen Teil des Studiums aus, da die Klausuren sowohl im ersten Examen als auch während des Studiums aus dieser Art von Aufgaben bestehen - und da man das Lösen von Fallbeispielen in aller Regel üben muss, beschäftigt man sich meist auch sonst recht oft damit.

Du brauchst keine große Vorbildung, und Vorlieben sind auch nicht zwingend. Es hilft zwar, wenn du gerne liest oder zumindest keine Abneigung dagegen hast, und wenn du bereit bist, dich auch mal in die Arbeit reinzuknien - geht aber jeweils auch ohne das, sofern du dich in den Hintern treten und ein Lehrbuch lesen kannst, auch wenn du das hasst.
Die aus meiner Sicht einzige wichtige Voraussetzung ist, dass du die deutsche Sprache vernünftig beherrschst.

Ein Körnchen Wahrheit ist an dem "Rechtsverdreher"-Vorurteil sicher dran. Das muss aber nicht immer nur etwas Negatives bedeuten - manchmal geht es auch gerade darum, dass man als Jurist einen Weg sucht, zu einem für alle Beteiligten möglichst fairen und gerechten Ergebnis zu kommen, und dazu eine bestimmte Norm in einer ganz bestimmten Weise interpretiert. Manche mögen das dann ebenfalls "rechtsverdrehen" nennen - letztlich ist es aber das Interpretieren einer Vorschrift, um ein faires Ergebnis zu erhalten.
Und ja, natürlich kommt auch das Rechtsverdrehen im negativen Sinne vor.

Der Arbeitsmarkt ist gut für alle, die ein ausgezeichnetes Examen haben - je schlechter das Examen, desto schlechter die Berufsaussichten, auch wenn das nun nicht heißen soll, dass jemand mit einem schlechten Examen keinesfalls einen Job finden würde. Die meisten kommen auch so irgendwo unter. Nur Berufe wie Richter, Staatsanwalt und Rechtsanwalt in einer Großkanzlei stehen nur den besten Absolventen offen.

Die einzige Sprache, die du für das Studium wirklich können solltest, ist Deutsch. Englisch wird in der Regel vorausgesetzt, ist im Studium aber nicht unbedingt relevant (ich habe z.B. mal eine Hausarbeit mit ausschließlich englischsprachiger Literatur geschrieben, hätte aber auch ein anderes Thema mit rein deutscher Literatur wählen können). Für das spätere Berufsleben setzen allerdings viele Arbeitgeber voraus, dass man Englisch beherrscht. Weitere Fremdsprachen sind keine Pflicht, aber es ist natürlich für den Lebenslauf immer nett, wenn man mehr als eine beherrscht.
Asterisque
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Anmeldungsdatum: 03.05.2006
Beiträge: 576
Wohnort: Karlsruhe

BeitragVerfasst am: 18 Jun 2008 - 12:30:14    Titel: Re: Das Studium der Rechte.

Culturist hat folgendes geschrieben:

Ist es nur Fallbeispiele lösen?



Man löst Fälle. Darum geht es ja auch später mal im wahren Leben. Allerdings ist das keineswegs so einfach wie sich deine Frage ("nur") gerade anhört.
Um diese Fälle lösen zu können muss man mit dem Gesetz arbeiten können, man muss es verstehen und dann muss man evtl. auswendiggelernte Definitionen parat haben und Meinungen der Literatur und der Rechtsprechung.
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