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Kant - kategorischer Imperativ und die Lüge
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Lila Handtuch
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Anmeldungsdatum: 01.05.2007
Beiträge: 191

BeitragVerfasst am: 27 Jun 2008 - 21:54:34    Titel: Kant - kategorischer Imperativ und die Lüge

Hallo liebe Leute,

ich lese zur Zeit Kants "Kritik der praktischen Vernunft" und frage mich in diesem Zusammenhang, ob sich aus dem Katgeorischen Imperativ wirklich restlos ableiten lässt, dass man nicht lügen darf.
Bis jetzt bin ich noch zu keinem abschließendem Ergebnis gekommen und würde mich daher über ein paar Antworten und Disukussionsanregungen freuen.

LG,
Lila Handtuch
shawn12
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Anmeldungsdatum: 08.04.2008
Beiträge: 227

BeitragVerfasst am: 27 Jun 2008 - 22:52:50    Titel:

Für mich ist das Ganze eigentlich eindeutig.
Kant`s kategorischer Imperativ besagt:

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Nun stell dir vor, dass jeder lügen würde, egal in welcher Situation derjenige sich befindet. Glaubst du das wäre moralisch vertretbar und es wäre noch ein Zusammenleben oder Ähnliches vorhanden?
Ens rationis ratiocinatum
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Anmeldungsdatum: 26.03.2008
Beiträge: 192
Wohnort: Göttingen

BeitragVerfasst am: 27 Jun 2008 - 23:25:22    Titel:

Das ist wirklich Interpretationssache. Eine Interpretation ist die, dass diese Ansicht eine rigoristische, also zu strenge, Deutung des Sachverhalts ist.
Wie ist es zum Beispiel, wenn du einen Mörder anlügst? Ist das wirklich unmoralisch? Man muss einfach darauf achten, die Handlungsmaxime nicht zu allgemein zu setzen. Aber wie gesagt: Das ist meine Meinung.
Dieser Einwand ist glaube ich erst nach Kants Tod aufgekommen(Existentialisten glaube ich). Kant musste seine Therorie nie dagegen verteidigen. Und der einzige, der uns da 100%ige Gewissheit geben kann, ist er selber. Wird wohl ein ungelöstes Mysterium der Philosophie bleiben, wobei es sicherlich kein Kritikpunkt ist, der das System irgendwie ins Wanken bringen könnte.
lg
Goethe_fam
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Anmeldungsdatum: 13.03.2008
Beiträge: 360

BeitragVerfasst am: 23 Jul 2008 - 23:20:19    Titel:

Hallo...

also ich denke, dass das sehr zwiegespalten ist mit dem Kategorischen Imperativ von Kant, denn wenn jemand es für richtig hält zu lügen, wird er es nicht für schlimm empfinden und somit seiner Meinung nach auch nach dem Imperativ handeln, aber ob das nun moralisch ist ist dann wieder eine andere Sache...
Jedoch sagt der Imperativ ja aus, dass jeder so handeln solle, wie er/sie es auch von anderen verlangt und das ist dann, wie ihr es schon gesagt habt wieder Interpretationssache...

liebe Grüße
Lilith05
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Anmeldungsdatum: 15.04.2008
Beiträge: 557
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 01 Aug 2008 - 22:21:47    Titel:

shawn12 hat folgendes geschrieben:
Für mich ist das Ganze eigentlich eindeutig.
Kant`s kategorischer Imperativ besagt:

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Nun stell dir vor, dass jeder lügen würde, egal in welcher Situation derjenige sich befindet. Glaubst du das wäre moralisch vertretbar und es wäre noch ein Zusammenleben oder Ähnliches vorhanden?


Naja, da greift glaube ich das, was Ens rationis ratiocinatum geschrieben hat; Deine Aussage setzt denke ich eine Maxime alà "Wenn ich in einer Situation durch eine Lüge die für mich positiveren Folgen hervorrufen kann, dann lüge ich" ist, dann scheint die Sache eindeutig und deine Erklärung greift.
Wenn man die Maxime aber enger fasst, so wie "Wenn ich in derunder Situation denundden durch eine Lüge davon abhalten kann, eine höchst unmoralische Tat (wie einen Mord) zu begehen, dann lüge ich", dann würde der kat Imperativ denke ich eine Lüge zulassen.

Die Frage ist halt, welche Maxime die richtige für Kant wäre, aber das wird sich wohl nicht klären lassen, bis die Menschheit eine Zeitmaschine erfindet und den armen Herrn Kant aufspürt, um ihn danach zu fragen Smile

Goethe_fan hat folgendes geschrieben:
wenn jemand es für richtig hält zu lügen, wird er es nicht für schlimm empfinden und somit seiner Meinung nach auch nach dem Imperativ handeln

Aber gerade um das "empfinden" geht es beim Kat Imperativ ja nicht, die Neigungen sollen ja keine Rolle spielen, sondern nur deine Vernunft. Und wenn das Kind, das die Mami anlügt, wenn es darum geht, dass es ihr z.B. einen euro für Süßigkeiten aus der Tasche geklaut hat (was es natürlich nicht als schlimm empfindet, weil die Mami ja noch viel mehr Euros hat und sie es wahrscheinlich garnicht wirklich stört, einen Euro weniger zu haben während das Kind glücklich ist, sich etwas gutes tun zu können) darüber nun vernünftig nachdenkt, wird es feststellen, dass das Lügen in der Situation durchaus unrecht ist (denn schon sich des Eigentums eines anderen zu bemächtigen ist Unrecht, aber es dann auch noch abzustreiten, naja...).
Ist vielleicht nicht das ausgetüfteltse Beispiel, aber es geht ja auch nur ums Prinzip Wink

lg, Lilith
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