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Todesstrafe, dringend nötig oder nicht vertretbar?
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Todesstrafe, dringend nötig oder nicht vertretbar?
 

Wie steht ihr zur Todesstrafe als höchstes Strafmaß?
Ich bin für die Todesstrafe
36%
 36%  [ 67 ]
Ich bin gegen die Todesstrafe
63%
 63%  [ 117 ]
Stimmen insgesamt : 184

Autor Nachricht
hbr
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 1858

BeitragVerfasst am: 08 Aug 2009 - 20:29:44    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

und wenn der Mörder in seinem Mord auch nur Gerechtigkeit herstellen wollte???

Ein Mörder kann keine Gerechtigkeit herstellen. Wenn er meint er würde Gerechtigkeit herstellen, handelt es sich um Selbstjustiz. Nur der Gesellschaft steht die Entscheidung über den Tod als Strafe zu.

Zitat:

Und was, wenn sich noch dem Richten rausstellt der vermeindliche Mörder war unschuldig??? Die Richter richten??


Nein, denn es war ja kein Mord. Aber: Die Todesstrafe darf wirklich nur dann verhängt werden, wenn absolute Sicherheit herrscht. Sollten nur Indizien vorliegen, dürfte höchstens auf Lebenslang ohne Möglichkeit der vorzeitigen Entlassung erkannt werden. Das amerikanische Justizsystem mit seinen Geschworenen ist aber dazu prädestiniert, Irrtümer zu erzeugen. Bei unserem Rechtssystem ist das weniger gravierend
Microchipz
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Anmeldungsdatum: 06.05.2008
Beiträge: 173

BeitragVerfasst am: 08 Aug 2009 - 20:45:43    Titel:

Zitat:
Ein Mörder kann keine Gerechtigkeit herstellen. Wenn er meint er würde Gerechtigkeit herstellen, handelt es sich um Selbstjustiz. Nur der Gesellschaft steht die Entscheidung über den Tod als Strafe zu.


Gut, aber was wenn ein eigentlich bombensicher überführter und mehrfach vorbestrafter Kinderschänder/Mörder/Menschenhändler etc. pp. u. a. auf Grund des eben zu Irrtürmen neigenden amerikanischen Justizsystems, seines Anwaltes usw. freigesprochen wird? Ich würde es dem geschädigten Vater oder dem Opfer nicht verübeln, wenn diese auf "Gerechtigkeit" bzw. "Vergeltung" pochen und diesem u. U. sogar nachkommen.

Zitat:
Nur der Gesellschaft steht die Entscheidung über den Tod als Strafe zu.


Aber dann auch nur bitte indirekt. Die Gesellschaft per se, sollte sowenig Einfluss wie möglich auf unser Justizsystem haben können.
koenig_ludwig73
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Anmeldungsdatum: 30.07.2009
Beiträge: 11588
Wohnort: Neuschwanstein

BeitragVerfasst am: 08 Aug 2009 - 20:57:17    Titel:

hbr hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

und wenn der Mörder in seinem Mord auch nur Gerechtigkeit herstellen wollte???

Ein Mörder kann keine Gerechtigkeit herstellen. Wenn er meint er würde Gerechtigkeit herstellen, handelt es sich um Selbstjustiz. Nur der Gesellschaft steht die Entscheidung über den Tod als Strafe zu.

Zitat:

Und was, wenn sich noch dem Richten rausstellt der vermeindliche Mörder war unschuldig??? Die Richter richten??


Nein, denn es war ja kein Mord. Aber: Die Todesstrafe darf wirklich nur dann verhängt werden, wenn absolute Sicherheit herrscht. Sollten nur Indizien vorliegen, dürfte höchstens auf Lebenslang ohne Möglichkeit der vorzeitigen Entlassung erkannt werden. Das amerikanische Justizsystem mit seinen Geschworenen ist aber dazu prädestiniert, Irrtümer zu erzeugen. Bei unserem Rechtssystem ist das weniger gravierend


eine Gesellschaft ist genauso wenig unfehlbar wie ein Richter, bei Urteilen gibt es eine Fehlerquote von 3% heißt 3% der zum Tode verurteilten waren unschuldig.

Aber rein mal moralisch, Mord ist Mord egal ob nun gesellschaftlich legetimiert oder nicht, mit Deiner begründung legetimierst Du jeden Mop und jedes je stattgefundene Progrom und jeden Genozid, die Gesellschaft wollte es so.
hbr
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 1858

BeitragVerfasst am: 08 Aug 2009 - 23:43:07    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

eine Gesellschaft ist genauso wenig unfehlbar wie ein Richter, bei Urteilen gibt es eine Fehlerquote von 3% heißt 3% der zum Tode verurteilten waren unschuldig.


Genau deshalb bin ich ja nur dann für die Todesstrafe, wenn die Schuld wirklich zu 100% geklärt ist.

Zitat:

Aber rein mal moralisch, Mord ist Mord egal ob nun gesellschaftlich legetimiert oder nicht,


Die in einem demokratischen Rechtsstaat verhängte Todesstrafe ist aber kein Mord, sondern eine gesetzlich vorgesehene Sanktion für bestimmte Strafttaten.

Zitat:

mit Deiner begründung legetimierst Du jeden Mop und jedes je stattgefundene Progrom und jeden Genozid, die Gesellschaft wollte es so.


Eben gerade nicht. Ein Progrom oder ein Genozid ist ja keine Strafe, sondern eine ungestzliche Straftat. Es ist Mord.
nAim
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Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beiträge: 2134

BeitragVerfasst am: 09 Aug 2009 - 04:58:12    Titel:

Endlos Diskussion.

Es gibt auf die Frage zwei Antworten und beide kann man auch ehtisch begründen.

1. Wer ein Leben absichtlich nimt, hat das Recht auf sein Leben verwirkt
2. Kein mensch hat das Recht über Leben und Tod zu entscheiden.

Wofür man ist, ist Ansichtssache und beruht auf der eigenen Moral, darüber kann man lange diskutieren wird aber erst zu einem einheitlichen Ergebniss kommen, wenn alle Menschen die gleichen Moralvorstellungen haben, was hoffentlich nie passieren wird.
joschie99
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Anmeldungsdatum: 03.08.2009
Beiträge: 269
Wohnort: Kölleda

BeitragVerfasst am: 09 Aug 2009 - 09:07:58    Titel:

Du schreibst, "wenn alle Menschen die gleichen Moralvorstellungen haben".

Das erinnert mich an die "Ringparabell" von Lessing.

Mit der grundlegenden Frage:

"Welche Religion denn nun die Richtige sei?"
Bauchfett
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Anmeldungsdatum: 25.02.2009
Beiträge: 996

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2009 - 18:23:48    Titel:

Ich bin für die Todesstrafe
Ich bin gegen die Todesstrafe

Blöde Frage!

Die primitiven Völker hatten das noch viel eleganter gelöst. Wenn jemand in der Gesellschaft nicht mehr haltbar war, dann wurde er vogelfrei. Jeder durfte ihn töten und er musste sich verdrücken.
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2009 - 18:34:25    Titel:

hbr hat folgendes geschrieben:

Genau deshalb bin ich ja nur dann für die Todesstrafe, wenn die Schuld wirklich zu 100% geklärt ist.


Du hast den Grundsatz freien richterlichen Beweiswürdigung (§ 261 StPO) nicht verstanden. Wann ist denn die Schuld wirklich zu 100 % geklärt?
So wie ich dich verstanden habe, soll die Todesstrafe nicht verhängt, wenn Zweifel an der Schuld bleiben. Dann ist aber im rechtsstaatlichen Strafrecht freizusprechen, denn man kann doch vernünftigerweise nicht einen Menschen zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilen, wenn man Zweifel hat, ob er schuldig ist.
Deine Beiträge zeugen von einem vormodernen Strafprozessverständnis mit Halb- und Viertelbeweisen. Davon ist man zum Glück vor 200 Jahren abgekommen.

Im übrigen sei gesagt, dass unter dem Grundgesetz die Todesstrafe nicht zu machen ist. Zumal sich Deutschland auch völkerrechtlich verpflichtet hat, diese Strafe weder anzudrohen, noch zu verhängen oder zu vollstrecken.


Zuletzt bearbeitet von Schwarze Strümpfe am 10 Aug 2009 - 18:35:30, insgesamt einmal bearbeitet
WauMiau
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Anmeldungsdatum: 04.08.2009
Beiträge: 427

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2009 - 18:34:39    Titel:

hbr hat folgendes geschrieben:


Genau deshalb bin ich ja nur dann für die Todesstrafe, wenn die Schuld wirklich zu 100% geklärt ist.


Nunja meiner Meinung nach KANN man eine Schuld kaum zu 100% klären. Am ehesten noch ,wenn ein Geständnis des Tatverdächtigen vorliegt , aber ich meine wer würde gestehen ,wenn er dafür eine höhere Strafe erwartet. Es gibt teilweise Verbrechen wo unschuldige verurteilt wurden da war man sich damals 100% sicher ,dass diese schuldig waren und durch merkwürdige Umstände kam raus ,dass der Tathergang doch anders war...

edit : Natürlich sollte sich ein Richter 100% sicher sein ,wenn er jmd verurteilt aber Menschen irren sich.. daher die Aussage 100% (nicht auf den Richter sondern Allgemein bezogen) ist unrealistisch

Ich bin zu 100% gegen die Todesstrafe. Warum? es gibt viele Gründe aber einer ragt heraus:

Todesstrafe ist gegen die Würde eines Menschen und damit gegen alles ,was wir uns als Prinzipien gesetzt haben.

Desweiteren ist die Todesstrafe im endeffekt wie die Prügelstrafe. Anstatt pädagogische Massnahmen zu ergreifen haut man einfach drauf und Ruhe ist.
Und Abschreckung hat sie auch nicht denn ich meine wer geht denn bitte davon aus bei einem Mord erwischt zu werden? Die Strafe hätte nur einen abschreckenden Faktor ,wenn jeder Täter so denken würde:

"joah mit 10% Wahrscheinlichkeit werde ich erwischt und muss 20 Jahre ins Gefängnis .. hmm lohnt sich der Mord noch" .. unwahrscheinlich meiner Meinung nach.

Ich würde sofort aus Deutschland ausreisen ,wenn hier die Todesstrafe eingeführt wird. Ich könnte das nicht mit meinem Gewissen vereinen ,dass 1000m weg von mir eine Strafanstalt ist , indem Menschen (im Endeffekt in meinem Namen) umgebracht werden *Gänsehaut*
Bauchfett
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Anmeldungsdatum: 25.02.2009
Beiträge: 996

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2009 - 18:45:14    Titel:

WauMiau hat folgendes geschrieben:

Todesstrafe ist gegen die Würde eines Menschen


Das ist Gefängnis auch. Vor allem ist es auch würdelos gegen das Opfer, das so keine Entschädigung erwarten kann.
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