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Todesstrafe, dringend nötig oder nicht vertretbar?
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Todesstrafe, dringend nötig oder nicht vertretbar?
 

Wie steht ihr zur Todesstrafe als höchstes Strafmaß?
Ich bin für die Todesstrafe
36%
 36%  [ 67 ]
Ich bin gegen die Todesstrafe
63%
 63%  [ 117 ]
Stimmen insgesamt : 184

Autor Nachricht
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2009 - 20:45:21    Titel:

Bauchfett hat folgendes geschrieben:

Das nutzt ja herzlich wenig. Bei einer Straftat gesteht der Täter meistens erst, wenn er überführt wurde und seine Schuld letztlich auch verarbeiten kann. Darauf nimmt das Gericht keine Rücksicht. Und eine Strafminderung nutzt dem Opfer auch nichts.


Du hast gemeint, eine Strafverhängung schade dem Opfer. Diese Prämisse teile ich nicht, aber logisch weitergedacht, nutzt dann eine niedrigere Strafe oder ein Absehen von Strafe dem Opfer.

Zitat:

Das verkenne ich nicht. Das ist meine Kritik am Strafrecht, wenn andere die TS als unwürdig ansehen. Ich sehe das Strafrecht als großen ethischen Fehler an.


Hast du eine Alternative zum Strafrecht? Nur Abolitionist zu sein reicht nicht.

Zitat:

Das objektive Recht ist nur das staatliche Interesse.


Was heißt hier nur?

Zitat:

"lediglich" ist natürlich Unsinn. Entschädigung kann auch schwieriger ausfallen als Knast. Aber Knast hilft niemaden. Im Gegenteil. Dafür müssen sogar noch Steuern eingetrieben werden, damit man das machen kann.


Wie soll denn die Entschädigung aussehen?


Zitat:

Das Gesetz ist nur für körperliche Schäden. Und hier ist dann das Opfer der Steuerzahler anstatt der Täter. Es ist nur eine Verschiebung auf neue Opfer.


Der Anspruch gegen den Täter bleibt immer erhalten, er geht nur kraft Gesetzes auf den Staat über.
Bauchfett
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Anmeldungsdatum: 25.02.2009
Beiträge: 996

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2009 - 21:22:12    Titel:

Schwarze Strümpfe hat folgendes geschrieben:
Bauchfett hat folgendes geschrieben:

Das nutzt ja herzlich wenig. Bei einer Straftat gesteht der Täter meistens erst, wenn er überführt wurde und seine Schuld letztlich auch verarbeiten kann. Darauf nimmt das Gericht keine Rücksicht. Und eine Strafminderung nutzt dem Opfer auch nichts.


Du hast gemeint, eine Strafverhängung schade dem Opfer. Diese Prämisse teile ich nicht,
habe ich widerlegt.
Zitat:
aber logisch weitergedacht, nutzt dann eine niedrigere Strafe oder ein Absehen von Strafe dem Opfer.
Es nutzt die Entschädigung. Zusätzliche Strafen verhindern die Entschädigung.
Zitat:


Zitat:

Das verkenne ich nicht. Das ist meine Kritik am Strafrecht, wenn andere die TS als unwürdig ansehen. Ich sehe das Strafrecht als großen ethischen Fehler an.


Hast du eine Alternative zum Strafrecht? Nur Abolitionist zu sein reicht nicht.
Da muss man sich nur das Gewohnheitsrecht der Naturvölker ansehen. Die hatten wenig Strafen, sondern betonte Opferentschädigung.
Zitat:


Zitat:

Das objektive Recht ist nur das staatliche Interesse.


Was heißt hier nur?
Das heißt es ist ggf. nicht im Opferinteresse.
Zitat:



Zitat:

"lediglich" ist natürlich Unsinn. Entschädigung kann auch schwieriger ausfallen als Knast. Aber Knast hilft niemaden. Im Gegenteil. Dafür müssen sogar noch Steuern eingetrieben werden, damit man das machen kann.


Wie soll denn die Entschädigung aussehen?
Schadenersatz natürlich.
Zitat:


Zitat:

Das Gesetz ist nur für körperliche Schäden. Und hier ist dann das Opfer der Steuerzahler anstatt der Täter. Es ist nur eine Verschiebung auf neue Opfer.


Der Anspruch gegen den Täter bleibt immer erhalten, er geht nur kraft Gesetzes auf den Staat über.


Nur für körperliche Schäden. Und Im Knast kann der Täter keine Gutmachung leisten.
Microchipz
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Anmeldungsdatum: 06.05.2008
Beiträge: 173

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2009 - 21:25:17    Titel:

Waumia hat geschrieben:

Zitat:
Nunja meiner Meinung nach KANN man eine Schuld kaum zu 100% klären.


Wieso sollte eine 200 prozentige akurate und fehlerfreie Beweisführung und Tathergangsschilderung nicht möglich sein? Schließlich sind die technischen, medizinischen, forensischen, psychologischen etc. Maßnahmen mittlerweile überaus sicher und so haben sich div. Werkzeuge als überaus probat erwiesen.

Zitat:
Todesstrafe ist gegen die Würde eines Menschen und damit gegen alles ,was wir uns als Prinzipien gesetzt haben.


Warum? Wer legt das eigentlich fest? Der Staat ist keine Antwort, schließlich ist er auch nicht der Weißheit letzter Schuss. Ich wüsste von keinem überstaatlichen quasi gottgleichen Gesetz, das die Würde des Menschen unantastbar macht.

Ich finde die Vorstellung, das ein überführter mehrfach vorbestrafter Kinderschänder der nicht psychisch krank ist bzw. aus rein bösartigen Motiven gehandelt hat, die Chance erhält "geheilt" aus dem Gefängnis entlassen zu werden als abartig.

Wer anderen Menschen bewusst und aus niederen Motiven das Leben nimmt, hat sein eigenes Recht auf Leben verwirkt. Ich zumindest, spreche mich für die Todesstrafe aus, fernab irgendeiner Misantrophie oder dergleichen.


Zuletzt bearbeitet von Microchipz am 10 Aug 2009 - 21:28:07, insgesamt einmal bearbeitet
WauMiau
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Anmeldungsdatum: 04.08.2009
Beiträge: 427

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2009 - 21:25:34    Titel:

Hmmm das heißt sagen wir mal ein Mann arbeitet und lebt noch so lange ,dass er ca 1 Millionen Euro erarbeiten wird. Nun bringt ein Milliardär ihn einfach mal um und zahlt die 1 Mille Schadensersatz und läuft weiter auf der Straße rum..

irgendwie nich so prickelnd finde ich :S ich mein in Amerika gibts ja schon ähnliche Zustände ( arm -> verurteilt , reich -> guter Anwalt , OJ Simpsons no comment)

Da ziehe ich unser Strafsystem vor ,was jeden da packt wo jeder nur (ca) gleichviel hat.. an der Lebenszeit!
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2009 - 21:27:15    Titel:

Bauchfett hat folgendes geschrieben:
Da muss man sich nur das Gewohnheitsrecht der Naturvölker ansehen. Die hatten wenig Strafen, sondern betonte Opferentschädigung.


Und wen willst du bei einer fahrlässigen Trunkenheitsfahrt entschädigen (mal als Beispiel eines Massendelikts)? Die Rechtssysteme von Naturvölkern passen auf die moderne, ausdifferenzierte Gesellschaft nicht mehr. Das System Recht würde kollabieren, wenn die konfliktverarbeitenden Möglichkeiten des Rechts so wie du es vorschlägst zerstört würden.

[quote]
Das heißt es ist ggf. nicht im Opferinteresse.[quote]

Ja, und?

Zitat:

Nur für körperliche Schäden. Und Im Knast kann der Täter keine Gutmachung leisten.


Wieso kann er das nicht?
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2009 - 21:29:46    Titel:

Microchipz hat folgendes geschrieben:

Wieso sollte eine 200 prozentige akurate und fehlerfreie Beweisführung und Tathergangsschilderung nicht möglich sein? Schließlich sind die technischen, medizinischen, forensischen, psychologischen etc. Maßnahmen mittlerweile überaus sicher und so haben sich div. Werkzeuge als überaus probat erwiesen.


Weil es keine sichere menschliche Gewissheit geben kann. Und da hilft es auch nicht, wenn du eine 300 %ige Gewissheit behauptest. Irren ist menschlich.
Ansonsten würde ich mir eine Antwort auf meinen Beitrag wünschen, damit hast du dich mE noch nicht ausreichend auseinandergesetzt (falls ich einen Beitrag überlesen hab, tut mir das Leid).
Microchipz
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Anmeldungsdatum: 06.05.2008
Beiträge: 173

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2009 - 21:36:51    Titel:

Ok, nur habe ich mich frisch in diese Diskussion eingeklinkt ohne mir vorher 38 Seiten Thread durchzulesen, könntest Du mir bitte sagen welchen Beitrag von dir du meinst?

Zitat:
Weil es keine sichere menschliche Gewissheit geben kann. Und da hilft es auch nicht, wenn du eine 300 %ige Gewissheit behauptest. Irren ist menschlich.


Sicher, irren ist menschlich, aber wenn 20 Kameras und ein dutzend Zeugen inkl. DNA-Analyse den Täter überführen können, dann ist die Wahrscheinlichkeit, das eine falsche Verurteilung vonstatten gehen könnte, doch sehr gering.
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2009 - 21:39:09    Titel:

Microchipz hat folgendes geschrieben:
Ok, nur habe ich mich frisch in diese Diskussion eingeklinkt ohne mir vorher 38 Seiten Thread durchzulesen, könntest Du mir bitte sagen welchen Beitrag von dir du meinst?


Entschuldigung, ich habe dich mit jemanden verwechselt, der eine ähnliche Position vertritt. Meine Bitte ist damit natürlich gegenstandslos.

Zitat:

Sicher, irren ist menschlich, aber wenn 20 Kameras und ein dutzend Zeugen inkl. DNA-Analyse den Täter überführen können, dann ist die Wahrscheinlichkeit, das eine falsche Verurteilung vonstatten gehen könnte, doch sehr gering.


Und wie häufig hast du 20 Kameras und ein dutzend Zeugen? Weißt du eigentlich, wie das deutsche Beweisrecht funktioniert?
Microchipz
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Anmeldungsdatum: 06.05.2008
Beiträge: 173

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2009 - 21:47:06    Titel:

Zitat:
Und wie häufig hast du 20 Kameras und ein dutzend Zeugen? Weißt du eigentlich, wie das deutsche Beweisrecht funktioniert?


Es war lediglich ein Beispiel für eine Täterüberführung, die überaus sicher sein könnte. Natürlich könnten in diesem Fall die Kameraufnahmen manipuliert und / oder die Zeugen geschmiert sein, alles möglich, nur halte ich die Wahrscheinlichkeit auch hier für gering. Prinzipiell ist jeder Standpunkt madig zu reden.

Ich bin kein Jurist, weder studiere ich Jura noch habe ich sonst eine juristische Ausbildung genossen. Ich habe vor längerem mal ein Buch über deutsches Strafrechtssystem gelesen und mein Mitbewohner ist Jurastudent, trotzdem könnte ich dir das deutsche Beweisrecht aus dem Stehgreif nicht 1:1 wiedergeben. Ich wüsste aber nicht, wieso das nicht mit meinem Standpunkt oder Beispiel kumulativ sein sollte.
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2009 - 21:51:10    Titel:

Microchipz hat folgendes geschrieben:
Ich wüsste aber nicht, wieso das nicht mit meinem Standpunkt oder Beispiel kumulativ sein sollte.


Kumulativ? Meinst du vereinbar? Nun, das deutsche Beweisrecht geht - wie alle modernen Strafprozessordnungen - vom Grundsatz der freien richterlichen Beweiswürdigung aus. D. h. es kommt nicht darauf an, ob es 10 Zeugen oder 100 Zeugen geht, sondern ob der Richter nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme überzeugt von der Schuld des Angeklagten ist. Ist er das nicht, muss er freisprechen.
Wenn du dem Richter jetzt abverlangst, auch noch festzustellen, ob er zu 300 % oder nur zu 100 % überzeugt ist, verlangst von ihm Unmögliches, denn entweder er ist überzeugt oder er ist es nicht. Das ist nicht steigerbar. Insofern ist dein Vorschlag unvereinbar mit dem deutschen Strafprozessrecht.
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