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Todesstrafe, dringend nötig oder nicht vertretbar?
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Todesstrafe, dringend nötig oder nicht vertretbar?
 

Wie steht ihr zur Todesstrafe als höchstes Strafmaß?
Ich bin für die Todesstrafe
36%
 36%  [ 67 ]
Ich bin gegen die Todesstrafe
63%
 63%  [ 117 ]
Stimmen insgesamt : 184

Autor Nachricht
Lilienkult
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Anmeldungsdatum: 14.08.2009
Beiträge: 383

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2009 - 20:56:24    Titel:

Schwarze Strümpfe hat folgendes geschrieben:
Microchipz hat folgendes geschrieben:

Entschuldigt die späte Antwort, aber wieso setzt du die Hinrichtung eines Mörders, mit einem Mord gleich? Der Unterschied sollte geläufig sein. Ich sehe auch nach wie vor keinen Grund, wieso die Hinrichtung eines Mörders keinen ökonomischen Hintergrund haben darf, oder muss ich von der Gesellschaft auch noch erwarten, den Insassen ein Leben lang, trotz seiner Verbrechen, sein Leben lang finanziell durch zus. steuerliche Abgaben zu "finanzieren"?

Das ist untragbar.


Das ist auch untragbar, aber aus einem anderen Grund. Untragbar, weil unvereinbar mit der Menschenwürde, ist es nämlich, Menschen ein Leben lang ohne Aussicht auf Haftentlassung einzusperren. Und da ein menschengerechtes Strafrecht weder life without the possibility of parole noch die Todesstrafe vorsehen darf, erübrigt sich auch die Diskussion, welche Gründe dafür angeführt werden können.

Dass man schon sehr widerlich sein muss, um ökonomische Gründe für die Todesstrafe anzuführen, bedarf freilich keiner näheren Darlegung.


Du machst es dir nur etwas zu einfach, wenn du die Menschenwürde als objektives Kriterium darstellst, als Tatsache, um die man die Strafe herum konstruieren muss.

Aber Tatsache ist, dass wir entscheiden, was eines Menschen noch würdig ist.

Todesstrafe? Da sagen wir: Nein!
Haft bis zum Tod? Da sagen wir: Nein!

Aber eben so gut könnte das Argument schon bei einer 6-monatigen Haftstrafe kommen: Einen Menschen seiner Freiheit berauben? Nein!

Man wägt also ab zwischen den Gedanken, die eine Strafe fordern, und denen, die den Menschen dahinter im Blick behalten.

Und da ist Resozialisierung eben nicht der einzige Gedanke. Unter Präventions- und Talionsgesichtspunkten KANN eine Todesstrafe also genau so gut rechtfertigt werden wie jede andere Strafe auch.

Es ist immer nur eine Frage der Wertung.
Microchipz
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Anmeldungsdatum: 06.05.2008
Beiträge: 173

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2009 - 21:15:29    Titel:

Schwarze Strümpfe hat folgendes geschrieben:
Microchipz hat folgendes geschrieben:

Entschuldigt die späte Antwort, aber wieso setzt du die Hinrichtung eines Mörders, mit einem Mord gleich? Der Unterschied sollte geläufig sein. Ich sehe auch nach wie vor keinen Grund, wieso die Hinrichtung eines Mörders keinen ökonomischen Hintergrund haben darf, oder muss ich von der Gesellschaft auch noch erwarten, den Insassen ein Leben lang, trotz seiner Verbrechen, sein Leben lang finanziell durch zus. steuerliche Abgaben zu "finanzieren"?

Das ist untragbar.


Das ist auch untragbar, aber aus einem anderen Grund. Untragbar, weil unvereinbar mit der Menschenwürde, ist es nämlich, Menschen ein Leben lang ohne Aussicht auf Haftentlassung einzusperren. Und da ein menschengerechtes Strafrecht weder life without the possibility of parole noch die Todesstrafe vorsehen darf, erübrigt sich auch die Diskussion, welche Gründe dafür angeführt werden können.

Dass man schon sehr widerlich sein muss, um ökonomische Gründe für die Todesstrafe anzuführen, bedarf freilich keiner näheren Darlegung.


Woher nimmst du eigentlich das Wissen, das die Unantastbarkeit der Menschenwürde so unumstößlich ist? Es verlangt niemand rechtspositivistische Gegebenheiten, nur ist das Gesetz der Unantastbarkeit weder göttlich noch überstaatlich. Es ist nicht widerlich, einen 20-fachen Mörder hinzurichten, u. a. auch unter dem Standpunkt das eine Hinrichtung ökonomischer wie auch gerechter gegenüber der Gesellschaft ist, als für die Unterbringung des Verbrechers zahlen zu müssen. Ein Gefängnisaufenthalt inkl. dem riesigen Overhead ist nicht kostenlos und bedarf ökonomischer Überlegungen.
hbr
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 1858

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2009 - 02:40:14    Titel:

Schwarze Strümpfe hat folgendes geschrieben:

Das ist auch untragbar, aber aus einem anderen Grund. Untragbar, weil unvereinbar mit der Menschenwürde, ist es nämlich, Menschen ein Leben lang ohne Aussicht auf Haftentlassung einzusperren. Und da ein menschengerechtes Strafrecht weder life without the possibility of parole noch die Todesstrafe vorsehen darf, erübrigt sich auch die Diskussion, welche Gründe dafür angeführt werden können.

Dass man schon sehr widerlich sein muss, um ökonomische Gründe für die Todesstrafe anzuführen, bedarf freilich keiner näheren Darlegung.


Du lehnst sowohl die Todesstrafe als auch die echte lebenslange Haft ab. Du findest also, dass ein Mörder trotz der Tötung eines Menschen (der dadurch kein Leben mehr haben wird) wieder auf freien Fuss kommen soll. Es soll also der Gesellschaft zugemutet werden, eine solche Person wieder aufzunehmen?

Kein Wunder, dass das deutsche Strafrecht so dermassen täterfreundlich ist.
hbr
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 1858

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2009 - 12:54:53    Titel:

das ist weder human noch zvilisiert. Im Gegenteil für die Angehörigen des Opfers ist sowas sogar völlig inhuman, wenn ein Mörder nach sagen wir mal 15 - 19 Jahren rauskommen kann

Und zivilisiert.......demnach sind die USA eine unzivilisierte Nation? Mit zivilisiert und unzivilisiert, sollte man recht vorsichtig sein.
HigherConsciousness
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Anmeldungsdatum: 18.09.2008
Beiträge: 2986

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2009 - 13:16:35    Titel:

Einigen hier geäßerten Meinungen liegt wohl ein pervertiertes Freiheitsverständnis zugrunde. Dabei ist nicht einmal das deutsche Strafrecht so weit vom Verstand und von der Realität abgedriftet (siehe Sicherungsverwahrung)...
Microchipz
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Anmeldungsdatum: 06.05.2008
Beiträge: 173

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2009 - 13:29:32    Titel:

@Pauker

Aber es ist gegenüber der Gesellschaft oder den Opfern human bzw. zivilisiert, wenn ich ihr den Umgang mit einem destruktiven, nicht gesellschaftsfähigen mehrfachen Mörder nach bspw. zwei Jahrzenten wieder zumuten muss?! Das Prinzip der Resozialisierung ist in diesem Falle unverantwortlich, denn die Allgemeinheit wurde bereits in der Vergangenheit durch die Taten des Mörders, welcher diese offensichtlich verachtet, geschädigt.
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2009 - 13:33:29    Titel:

hbr hat folgendes geschrieben:

Und zivilisiert.......demnach sind die USA eine unzivilisierte Nation? Mit zivilisiert und unzivilisiert, sollte man recht vorsichtig sein.


Was ihr Justizsystem angeht sind sie das, ja...

Die USA sind das beste Beispiel dafür, dass absurd hohe Strafen weder abschrecken noch für Besserung bzw. Resozialisierung des Sträflings sorgen...


Mehrfache Mörder von denen nachgwiesenermaßen noch eine Gefahr ausgeht, werden übrigens auch in Deutschland nicht auf freien Fuß gesetzt. Dafür gibts die zeitlich unbefristete Sicherungsverwahrung...
Microchipz
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Anmeldungsdatum: 06.05.2008
Beiträge: 173

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2009 - 13:39:05    Titel:

Die Rückfallquote bei Mördern, liegt hierzulande meines Wissen zwischen 3 - 5 %. Das ist zwar verhältnismäßig wenig, aber leider auch nicht wenig genug. Denn es ist für einen mündigen Staat nach wie vor unverantwortlich, der Gesellschaft diese 3 - 5 % zuzumuten.
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2009 - 13:48:08    Titel:

Ist es im Umkehrschluss den 95-97% der geläuterten Sträflingen zumutbar ihr komplettes Leben in Haft zu verbringen?
HigherConsciousness
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Anmeldungsdatum: 18.09.2008
Beiträge: 2986

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2009 - 13:57:35    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:


Die USA sind das beste Beispiel dafür, dass absurd hohe Strafen weder abschrecken noch für Besserung bzw. Resozialisierung des Sträflings sorgen...


Und Singapur ist das beste Beispiel dafür, dass "absurd hohe Strafen" sehr wohl abschrecken und für eine Besserung sorgen. Das belegt die niedrigste Kriminalitätsrate der Welt.

Leider übersehen viele im Falle der USA die sozialen Umstände der dortigen (Gewalt-)Verbrecher. Wem Alg 2 vorne, Beschäftigungsmaßnahmen hinten und sonstige Staatstransfers oben und unten reingestopft werden, der hat selbstverständlich weniger Motivation, um Raubüberfälle zu begehen, mit Drogen zu dealen oder sich aus Langeweile und Perspektivlosigkeit einfach mal gegenseitig umzubringen.
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