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Arbeitsmarkt für Mediziner?
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astrophys
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Anmeldungsdatum: 02.10.2006
Beiträge: 164

BeitragVerfasst am: 01 Aug 2008 - 10:10:24    Titel:

Doc Holleday hat folgendes geschrieben:
@eagle: Sorry, das war eindeutig missverständlich und sollte keinesfalls wertend sein. Besser wäre es wohl gewesen zu schreiben, dass ich mir wie ein Idiot vorgekommen bin, spätestens wenn ich meine Abrechnung in den Händen hatte.
Und hier wird, zumindest von meiner Seite, nicht auf höchstem Niveau gejammert, sondern einfach nur die Realität beschrieben.

An der ärztlichen Unterversorgung sind nicht die noch kurativ tätigen Ärzte schuld, sondern Reglementierung, Budgetierung und DRGs sowie mangelnde Prophylaxe und Beratung. Die Mentalität vieler Patienten, einfach eine Pille schlucken zu wollen oder etwas austauschen zu lassen, wenn es nicht mehr funktioniert, trägt auch dazu bei.

Sprechstunden für "Arme" gibt es bereits, wenigstens in großen Städten.

Und wenn ich die Möglichkeit habe, einen geregelten Arbeitstag zu haben und nicht 10 Dienste, meist auch noch kurzfristig, abreißen zu müssen, so dass Freizeit und Familie nur noch ein Glücksfall sind, dann wähle ich diesen Weg.

Für diejenigen, die es nicht verstehen wollen oder können: Bei der Medizin handelt es sich um ein riesiges Geschäft. Hier kann man sicherlich den/die eine/n oder andere/n Dr. angreifen, aber auch die unterliegen bitteren wirtschaftlichen Zwängen, die in der Öffentlichkeit leider noch nicht angekommen sind. Die Politik und der geblendete Bürger haben zumindest ein Opfer gefunden - nämlich der geldgeile Dr., der nichts anderes als das eigene Portemonnaie im Kopf hat. Die Hintergründe sehen aber doch anders aus. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Andere Frage: Wieso greift eigentlich niemand die Pharmaindustrie an? Wieso greift eigentlich niemand die Politiker an? Wieso werden diejenigen, die die Arbeit leisten, auch noch zum Sündenbock gemacht?

Ich habe 11 Jahre hartes Studium und harte Ausbildung hinter mir und zusätzlich noch Berufserfahrung mit körperlicher Gewaltandrohung nachts im Notdienst und ähnlich witzigen Geschichten. Ich glaube, Ulla Schmidt und Konsorten leben definitiv in einer anderen Welt. Und aufgrund der erworbenen Qualifikation kann ich einfach nicht mehr für 12 Euro netto arbeiten gehen - so viel zur Geldgeilheit.

Und noch was zum ärztlichen Eid und dem Laienwissen, das in der Bevölkerung darüber kursiert:
Dieser Eid wird von keinem deutschen Mediziner abgelegt. Das ist eine Mär. Es handelt sich hierbei wohl eher um einen Verhaltenskodex, der für den Rest der Gesellschaft aber wohl nicht gilt.


Du sprichst ja offensichtlich von niedergelassenen Ärzten, denn die Bezahlung der angestellten Ärzten in Krankenhäusern ist sehr ordentlich. Die Arbeitszeiten kann man dort in einen gewissen Rahmen auch selbst bestimmen. Wer für einem üblen Chef, der nur auf Ausbeute aus ist, arbeitet, ist selbst schuld, in allen Berufen. Da Ärzte aber gesucht werden ist ein Jobwechsel kein grosses Problem.

Eine Frage ist bisher jedoch noch nie beantwortet worden: in den Gegenden, in denen ich bisher gewohnt habe, hat noch keine Arztpraxis pleite gemacht. Das Gegenteil ist der Fall: es werden immer neue eröffnet. Wenn man auf einem 500 Meter langen Strassenabschnitt 4 Zahnärzte findet, sollte man doch an deren Wirtschaftlichkeit zweifeln, aber offenbar rechnet es sich.

Wäre der Schwund der Ärzte, die ins Ausland gehen so gross, hätte sich das schon längst ausgewirkt. Und da der Verdienst eines Facharztes im Krankenhaus deutlich höher ist als in einer Praxis (nach den Darstellungen hier), wundert es sehr, warum der Weg der Selbständigkeit gewählt wird, der mit mehr Arbeit, weniger Geld, mehr Gängelung, grösserem Risiko etc. behaftet ist.
Doc Holleday
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Anmeldungsdatum: 30.07.2008
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 01 Aug 2008 - 10:32:04    Titel:

Sorry, aber auf diesem Niveau gehts dann doch nicht. Stammtischparolen von wegen "die verdienen doch gut" brauch ich echt nicht.
Man sollte auch zwischen Humanmediziner und ZA differenzieren. Mir ist das letztendlich auch egal, ob in D Russen Polen oder sonstwer die Drecksarbeit machen.
Und ZÄ können oder müssen sich fast direkt nach dem Studium niederlassen (oder wo können die außer an der Uni noch arbeiten[kurativ]. Für die gibt es noch keinen Facharztstandard im Gegensatz zu den Humanmedizinern , die eben erst eine lange FA-Ausbildung absolvieren müssen und die findet nunmal zum größten Teil in Kliniken statt. Wäre dieser Facharztstandard nicht per Gesetz eingeführt worden, dann gäbe es wohl Wartezeiten bis zum Exitus.

Klinke mich jetzt aber auch aus.
astrophys
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Anmeldungsdatum: 02.10.2006
Beiträge: 164

BeitragVerfasst am: 01 Aug 2008 - 10:45:00    Titel:

Doc Holleday hat folgendes geschrieben:
Sorry, aber auf diesem Niveau gehts dann doch nicht. Stammtischparolen von wegen "die verdienen doch gut" brauch ich echt nicht.
Man sollte auch zwischen Humanmediziner und ZA differenzieren. Mir ist das letztendlich auch egal, ob in D Russen Polen oder sonstwer die Drecksarbeit machen.
Und ZÄ können oder müssen sich fast direkt nach dem Studium niederlassen (oder wo können die außer an der Uni noch arbeiten[kurativ]. Für die gibt es noch keinen Facharztstandard im Gegensatz zu den Humanmedizinern , die eben erst eine lange FA-Ausbildung absolvieren müssen und die findet nunmal zum größten Teil in Kliniken statt. Wäre dieser Facharztstandard nicht per Gesetz eingeführt worden, dann gäbe es wohl Wartezeiten bis zum Exitus.

Klinke mich jetzt aber auch aus.


Dass Ärzte in Kliniken im Vergleich recht gut verdienen, willst du doch wohl nicht ernsthaft bestreiten?

Schade, ich dachte hier wäre jemand ernsthaft an einer Diskussion interssiert, leider lag Polemik wohl näher.
Doc Holleday
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Anmeldungsdatum: 30.07.2008
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 01 Aug 2008 - 11:20:20    Titel:

Ja, man muss nur den richtigen Köder auswerfen (von wegen Polemik) ...

Mir gehts sicher nicht um Polemik, aber im Thread ist eigentlich alles gesagt worden. Und ja, ich bestreite, dass in Kliniken gut verdient wird, wenn man nicht mindestens Oberarzt ist, und das dauert nun mal, und beim Assi mit 60- bis 80-Stunden-Woche mit 3600 € brutto (mein letzter Stand) kann man wohl kaum von Gutverdiener sprechen, und Hartz 4 möchte ich auch nicht als Maßstab akzeptieren.

Zitat:
Dass Ärzte in Kliniken im Vergleich recht gut verdienen, willst du doch wohl nicht ernsthaft bestreiten?


Im Vergleich wozu? Zu wem?
astrophys
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Anmeldungsdatum: 02.10.2006
Beiträge: 164

BeitragVerfasst am: 01 Aug 2008 - 12:06:13    Titel:

Doc Holleday hat folgendes geschrieben:
Ja, man muss nur den richtigen Köder auswerfen (von wegen Polemik) ...

Mir gehts sicher nicht um Polemik, aber im Thread ist eigentlich alles gesagt worden. Und ja, ich bestreite, dass in Kliniken gut verdient wird, wenn man nicht mindestens Oberarzt ist, und das dauert nun mal, und beim Assi mit 60- bis 80-Stunden-Woche mit 3600 € brutto (mein letzter Stand) kann man wohl kaum von Gutverdiener sprechen, und Hartz 4 möchte ich auch nicht als Maßstab akzeptieren.

Zitat:
Dass Ärzte in Kliniken im Vergleich recht gut verdienen, willst du doch wohl nicht ernsthaft bestreiten?


Im Vergleich wozu? Zu wem?


Dann hast du dich über den Tisch ziehen lassen. Der Durchschnittsarzt im 3 Weiterbildungsjahr kommt inkl. 4-5 Diensten im Monat (und damit etwa 60 Stunden die Woche) auf 5000 Euro brutto.
Mehr verdient ein BWler, Ingenieur oder Anwalt bei ähnlicher Arbeitszeit auch nicht.
Funky87
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Anmeldungsdatum: 16.02.2007
Beiträge: 135

BeitragVerfasst am: 01 Aug 2008 - 12:36:26    Titel:

Zitat:
Progressive Verfasst am: 01 Aug 2008 - 00:07:28 Titel:

--------------------------------------------------------------------------------

Zitat:
Genau deswegen sollte eine Zugangsprüfung entscheiden, wer studieren darf

Sehe ich auch so.. man sollte das Fachliche, mh, 1/3 werten und dann irgendwie "versuchen" die charakterliche Eignung festzustellen..


J.C.Denton Verfasst am: 31 Jul 2008 - 23:28:55 Titel:

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Progressive hat folgendes geschrieben:
..wird man Mediziner aufgrund des Sozialprestiges, des Geldes wegen.. ?

Die meisten anscheinend schon. Genau deswegen sollte eine Zugangsprüfung entscheiden, wer studieren darf. Eine Schulnote sagt nichts aus.



Boah es ist eine Frechheit, was man sich von euch beiden hier so anhören muss. Ihr habt ja nun wirklich KEINE Ahnung von einem Medizinstudium. Eine Aufnahmetest nach Charakter, das ist ja wohl das Unsinnigste, was ich je gehört habe.
Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal....
lianetta
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Anmeldungsdatum: 26.09.2006
Beiträge: 787

BeitragVerfasst am: 01 Aug 2008 - 13:25:22    Titel:

zeig mir mal bitte bitte das KH wo ein Assistenzarzt 5000brutto verdient^^

tschudligung ich lach mich hier grad tot...
astrophys
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Anmeldungsdatum: 02.10.2006
Beiträge: 164

BeitragVerfasst am: 01 Aug 2008 - 13:43:23    Titel:

lianetta: die Grundgehälter für Ärzte können z.B. hier

Verdienst Ärzte

eingesehen werden. Mit Diensten ist es kein Problem auf über 5000 Euro zu kommen.

Darf ich fragen warum du dich totlachst? Findest du das zuviel oder zuwenig?
Doc Holleday
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Anmeldungsdatum: 30.07.2008
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 01 Aug 2008 - 13:53:29    Titel:

Dann macht doch einfach auch noch ein paar Dienste oder sucht euch einen zweiten Job, dann wird auch das Neidgerede aufhören.

Menschen sind nicht für 48h-Dienste gemacht.

Und zur charakterlichen Qualifikation kann ich nur einen Blick auf deutsche Autobahnen empfehlen, die wenigsten dieser Menschen (Raser und Drängler) würden den bestehen, haben aber trotzdem eine Lebensberechtigung. Ärzte wird man zur normalen Tageszeit dort wohl nicht antreffen. Wolltet ihr vielleicht auch ganz gerne Medizin studieren? Woran hat es denn gehakt, an charakterlicher Qualifikation womöglich?

Lol @astrophys, soso, du kennst dich also aus, aber man hört und sieht eben nur das, was bis ins Hirn vordringt ..... Wenn ich von "Brutto" spreche, dann meine ich das Grundgehalt bezogen auf die tarifliche Arbeitszeit, nur zur Erklärung. Wenn dann im 3. Jahr dies und das dabei rauskommt, dann hat der/die auch Dienste gemacht und das hat nichts mit Grundgehalt zu tun. War das verständlich? Und der grundlegende Fehler in der Argumentation ist, dass dieser arme Mensch dann erst seit 2-3 Jahren Geld verdient und ganz sicher nicht scharf auf Dienste ist, diese Dienste aber macht, weil er - außer, Mama und Papa haben es dicke - möglicherweise schon eine Familie hat und die auch versorgen möchte bzw. muss.

Ich wünsche niemandem, nachts von einem übermüdeten chirurgischen Assi behandelt werden zu müssen, der in der 30. Arbeitsstunde ist.

Und weil es in D so viele Schlaumeier gibt, läufts da auch so gut ....
Sorry, aber wer nur aus zweiter Hand und vom Hörensagen zitiert, selber aber keine Ahnung hat, wie das ärztliche Berufsleben aussieht, sollte meiner Meinung nach die Füße schön stillhalten.
Doc Holleday
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Anmeldungsdatum: 30.07.2008
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 01 Aug 2008 - 14:06:37    Titel:

astrophys hat folgendes geschrieben:
lianetta: die Grundgehälter für Ärzte können z.B. hier

Verdienst Ärzte

eingesehen werden. Mit Diensten ist es kein Problem auf über 5000 Euro zu kommen.


1. Problem: "Arzt im 3. Jahr"
Ein frischgebackener Absolvent bekommt 3.700 brutto.

2. Problem: "Steuerklasse 3"
Ein alleinstehender / unverheirateter Arzt bekommt erheblich mehr abgezogen.

3. Problem:
Beachte doch mal bitte die Relationen.

Ein willkürliches Beispiel aus dem öffentlichen Dienst:
Sachbearbeiterin, 33 Jahre, NRW, 30-Stunden-Woche, ca. 27.000 Euro brutto.

Das scheint zwar etwas weniger zu sein, aber:
- mind. 25% weniger Arbeitszeit
- Feierabendgarantie pünktlich um 16, 17 Uhr (wann auch immer)
- mind. 1000% weniger Verantwortung und Stress
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