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1.StrafR II Hausarbeit Hamburg Prof.Dr.Merkel (klein)
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Beelzebub
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Anmeldungsdatum: 22.03.2008
Beiträge: 98
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 07 Jul 2008 - 14:24:06    Titel: 1.StrafR II Hausarbeit Hamburg Prof.Dr.Merkel (klein)

hallo,

ab heute schreibe ich eine hausarbeit und wollte wissen, ob die zu prüfenden tatbestände richtig sind.

sachverhalt:

E= ehefrau elfriede; K= ehemann kurt kasmader; S= 13-jähriger sohn sigurd; O=angestellter des gemüsestandes; B=Bankangestellter bodo brumm; R=rentnerin rosa runkel; Dr.=doktor rybezahl

vermerk: prüfen sie die strafbarkeit der beteiligten!nicht zu prüfen sind die konkurrenzen.

E, K und S machen urlaub. K befiehlt seinem sohn S einen bademantel und 2 handtücher nicht im badezimmer zurückzulassen und da K keinen platz in seinem koffer hat, soll S sie in seinen koffer packen.

hier würde ich erstmal diebstahl gem.§ 242 stgb prüfen




wieder zu hause gehen K und E an einem gemüsestand des O vorbei und finden die bananen zu teuer, sodass sie die entscheidung fällen, sie zu klauen. K sagt zu E, dass er O ablenkt und E soll 2-3 büschel bananen klauen und dann abhauen. als sich E davonmachen will, bemerkt dies O und K schlägt ihm in den magen,um ihn kurzfristig außer gefecht zu setzen und beide (E+K) verschwinden.

hier würde ich gemeinschaftlich begangenen raub gem. § 249 stgb prüfen, da K gewalt gegen O ausübt.

dann kommen E+K an einem seniorenheim vorbei. K will von E eine banane, um die rentner "ein bisschen flott zu machen". E versteht und gibt ihm lachend eine banane. K schält die banane und wirft sie auf die straße. B ärgert sich über die achtlosigkeit der menschen und befördert die bananenschale mit einem fußtritt zur seite. dort würde sie keine gefahr darstellen.

das ist aber falsch, denn rentnerin R rutscht darauf aus und zieht sich eine schädel-hirn-verletzung zu.

hier bin ich etwas überfragt...B wäre gar nicht zu bestrafen,weil er nicht mal fahrlässig handelt. bei K und E würde ich §§ 223 I,224 I nr. 4, nr.5 prüfen.

der sturz hat sehr böse folgen. die notoperation an der schwerverletzten R führt zu gravierenden verletzungen.sie hat ständig schmerzen und sie fragt den Dr. "können sie denn dieser folter nicht ein ende setzen?". er missversteht sie und denkt, dass R eine tödliche spritze verlangt. daraufhin gibt er ihr die todesspritze.

hmm... hier müsste man dann § 216 stgb - tötung auf verlangen prüfen.


liege ich richtig?

liebe grüße
beelzebub
Athene
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Anmeldungsdatum: 30.04.2007
Beiträge: 74
Wohnort: auf dem Mond

BeitragVerfasst am: 08 Jul 2008 - 13:30:08    Titel:

Hi erstmal,

ich würde erstmal Anstiftung zum Diebstahl prüfen.
Da der Sohn noch 13 Jahre alt ist, wäre er nicht strafbar.
Jedoch dachte ich immer, dass Handtücher und Bademäntel für die Hotelgäste bestimmt sind.. Da würde ich drauf achten, ob die Sache wirklich "fremd" ist.

Beim nächsten Fall würde ich auch gemeinschaftlich begangenen Raub prüfen...


Beim "flottmachen" der Rentner würde ich sogar Totschlag nicht ausschließen.. Immerhin mussten sie damit rechnen, dass sich ein alter Mensch schwer verletzen kann, was der B sogar auch erkennt und die Bananenschale wegkickt. Ich weiß auch nicht, ob man dem B einen Vorwurf machen kann, dass er die Schale nicht in den Müll geschmissen oder sonstiges.. Würde ich eher verneinen, denn der subjektive TB zeigt bei ihm, dass er nichts böswilliges machen wollte.


Und beim letzten würde ich an deiner Stelle auch §216 prüfen, aber der Arzt hätte sich erstmal vergewissern müssen, dass die Frau auch wirklich sterben möchte oder was sie mit dieser Frage wirklich meint. Das hat er nicht getan und dann würde ich eher zu Totschlag tendieren und ihn nicht mit §216 davonkommen lassen!

viel Erfolg noch
DennisK.
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Anmeldungsdatum: 12.07.2008
Beiträge: 144

BeitragVerfasst am: 13 Jul 2008 - 02:38:34    Titel:

Vorab: Ich bin nur Diplom-Sozialarbeiter, mein Jura-Studium beginnt erst im April - jaja, der Trend geht zum Zweitstudium Smile Ich will mich dennoch mal versuchen - ist ja nicht so, dass ich nicht schon den einen oder anderen Rechtskurs gehabt hätte Very Happy

1) für mich ganz klar Diebstahl nach §242 (@athene: Es handelt sich hier mE um eine fremde Sache, da sie sich zwar im Besitz des Täters befand, sie aber nicht sein Eigentum war...). Täter ist darüber hinaus gemäß §25 Abs. 1 StGB, wer die Straftat selbst begeht oder durch einen anderen begeht. Daher ist der Sohn zwar Schuldunfähig im Sinne des §19 StGB, der Vater jedoch kann als Täter (nicht nur als Anstifter) verurteilt werden. Da der Vater die Gegenstände seinem Besitz zufügen möchte (es ist davon auszugehen, dass der Sohn kein Interesse an Handtüchern und nem Bademantel hat...) fällt Anstiftung nach §26 StGB flach - dem Sohn fehlt meiner Einschätzung nach der Vorsatz, diesen Diebstahl zu begehen, da er den meisten Definitionen des Vorsatzes nach u.U. nicht über die Mündigkeit verfügt, die Situation einzuschätzen. Er hat mE kein Interesse an der Tat und begeht sie nur, weil sie ihm befohlen wurde. Und ohne Vorsatz keine Anstiftung. Mag wie gesagt sein, dass ich mich irre, aber allein die Tatsache, dass der Vater es seinem Sohn befielt, die Sachen zu stehlen, lässt die Begehung der Tat durch einen Dritten (§25 I) logischer erscheinen als eine Anstiftung. Hätte der Sohn allerdings den Vorschlag gemacht, er könnte die Sachen stehlen, und der Vater hätte ihn darin bestärkt, wäre es mE ein Fall von Anstiftung.

Der Gemüsestand ist meines Erachtens kein Raub gemäß §249, sondern ein räuberischer Diebstahl nach §252 StGB. Argumentation:
Die ursprüngliche Intention der Beiden war ein Diebstahl. Sie wurden auf frische Tat ertappt und der Mann ergriff das Mittel der Gewalt, um der Frau die Flucht zu ermöglichen (und sich somit das Diebesgut zu erhalten). Das lässt sich ziemlich exakt mit §252 StGB subsumieren.

Die Bananensache ist etwas schwieriger... erstmal müsste man ergründen, was mit "ein bisschen Flott machen" gemeint ist. Wollen sie die Rentner ärgern, indem sie ihren Müll verteilen, und dadurch "flott machen", dass sie ihn aufheben? Oder war es wirklich die Intention, einen Sturz zu verursachen? Gehen wir mal - da es ja strafrechtlich relevant sein soll - auf zweiteres ein (entgegen allem Realismus Very Happy ).

Das ist mE eine reine Argumentationssache. Da er die Rentner nur "ärgern" wollte würde ich Totschlag ausschließen. Dazu fehlt beim besten Willen der Vorsatz. Allgemein bleibt der Versuch zur (schweren?) Körperverletzung - so viel ist klar. Aus dem Versuch könnte man auch die Vollendung (bishin zur Körperverletzung mit Todesfolge) argumentieren, wenn man die Kausalität der später erfolgeten Körperverletzung trotz des Eingriffs von O bei K und E sieht. Hier ist mE ein recht großer Ermessensspielraum gegeben - wie so oft bei Kausalitätsfragen.

O handelt ohne Vorsatz (er will den Schaden ja sogar vermeiden), weshalb nur noch fahrlässige Körperverletzung oder fahrlässige Tötung (auch hier: Kausalität) in Frage kommen. Ob Fahrlässigkeit in Frage kommt ist allerdings auch umstritten und bedarf einer genaueren Beschreibung der Situation. War es für O nachvollziehbar möglich und zumindest annähernd wahrscheinlich, dass die Bananenschale die Rentenkasse entlastet? Da seine Intention die Verhinderung eines solchen Unfalles war, würde ich davon ausgehen, dass er im besten Gewissen sorgfältig gehandelt hat. Ich würde die Fahrlässigkeit daher verneinen. Aber das kann man auch ganz anders argumentieren Wink

Der letzte Fall ist ebenfalls schwierig. Vorab: Eine Notoperation ist ein inversiver Eingriff und stellt somit immer eine Körperverletzung (mit Substanzverlust) dar, die jedoch über §228 StGB (Einwilligung) gerechtfertigt wird.

§216 StGB (Tötung auf Verlangen) muss geprüft werden, bei der Prüfung würde ich mich aber gegen §216 entscheiden. Argumentation: Weder das ausdrückliche noch das ernsthafte Verlangen können in dieser Situation als gegeben betrachtet werden. Auch die fahrlässige Tötung nach §222 StGB trifft nicht wirklich zu. Der Arzt hat zwar bei der Ermittlung des Sterbewillens der Frau gegen seine - vor allem in einem solchen Fall - gegebene Sorgfaltspflicht verstoßen und den Tod eines Menschen verursacht, hat den Tod des Menschen aber bewusst verursacht, und nicht fahrlässig. Ich würde daher noch weiter gehen - da es sich hier um aktive Sterbehilfe (bewusste überdosierung von Schmerzmitteln mit dem Ziel, einen Menschen zu töten) handelt, Tötung auf Verlangen jedoch nicht vorliegt, kann nur Mord oder Totschlag zutreffen. Da die niederen Beweggründe mit Sicherheit ausgeschlossen werden können würde ich den Mord allerdings verneinen, weshalb der Totschlag bleibt. Wichtig ist hier mE die Differenzierung zwischen:
- gegebener Fahrlässigkeit in Bezug auf die Findung des Sterbewillens
und
- ganz bewusster und eben *nicht* fahrlässiger Tötung der Frau.

So, so viel von mir als Sozialarbeiter Smile Ich hoffe es war nicht allzu viel falsch, über (...im Zweifel auch berichtigende...) Antworten würde ich mich freuen Smile

Grüße,
Dennis
Beelzebub
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Anmeldungsdatum: 22.03.2008
Beiträge: 98
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 13 Jul 2008 - 03:24:10    Titel:

Oooh Dennis dennis ^^

ich hatte schon die hoffnung aufgegeben, dass überhaupt noch etwas geschrieben wird...
fragt sich nur, ob ich die hausarbeit noch mit 2 parallel laufenden klausuren bewältigen kann :/

vielen dank für die antwort!
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