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Wie kommt die Staatsexamens-Note zustande?
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Wie kommt die Staatsexamens-Note zustande?
 
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undivided
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Anmeldungsdatum: 18.08.2007
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 14 Jul 2008 - 20:04:31    Titel: Wie kommt die Staatsexamens-Note zustande?

Hi,
ich möchte Jura studieren, jedoch möchte ich davor ein paar persönliche (Halb-)wahrheiten ansprechen bzw. aus der Welt schaffen.
Dazu gehört für mich die Frage nach der Zusammensetzung der StaatsexamensNote (sowohl 1. als auch 2. Staatsexamen).

Meines Erachtens ist es doch so, dass die Klausuren in den letzten beiden Wochen ganz maßgeblich die Note des Staatsexamens beinflussen?
D.h. es ist bei einem Jura-Studiengang (klar ist das wieder von Uni zu Uni und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, jedoch kann man doch gewisse Tendenzen hervorheben) doch so, dass man im Endeffekt 3 Jahre lang kaum was machen muß (die Scheine letztendlich nur bestehen muß) und man kann trotzdem noch ein Prädikatsexamen schreiben, oder?

Es ist also nicht so wie bei vielen Bachelor Studiengängen, wo man schon pro Semester die Punkte sammelt, sodass die eigentliche Bachelorarbeit lediglich (wie in BWL) ca.7,5 von 130 Credits zählt?


Kann man das rechtswissenschaftliche Benotungssystem also mit gewissen Abstrichen mit dem Benotungssystem am Ende (!) einer Walddorfschule bezeichnen, wo man letztendlich am Ende massiv unter Druck steht?

Mich würde brennend die Gewichtung von den Noten, die man schon vor dem eigentlich Staatsexamen, erhält und der Endnote des Staatsexamens interessieren! (am besten mit vielen Links, wo man das nachlesen kann)

In Ba-Wü ist es beim allgemeinen Abitur z.B. so, dass man ca. 65% der eigentlichen Abiturendnote schon in den beiden Jahren vor der eigentlichen Abiturprüfung durch Klausuren somit also maßgeblich beeinflussen kann.
Die eigentliche Abiturprüfung (wie ist im Vergleich Staatsexamen) zählt also "nur" 35%?

Ein umgekehrtes Verhältnis würde für mich persönlich gegen ein Jurastudium sprechen, da hier ein sehr großes Risiko (vor allem bei Juristen, wo die Endnote maßgeblich ist) vorhanden ist.

Wäre cool, wenn hier mal jemand etwas ausführlich dazu schreiben könnte. (wie es an seiner Uni ist/war, Links zu Prüfungsordnungen,etc., wo man sich _genau_ informieren kann,etc)

Ist für mich sehr wichtig.
Ist doch der Albtraum jahrelang gute Noten zu schreiben, und dann hat man 2 Wochen einen Durchhänger bzw. es läuft einfach nicht so gut und es war mehr oder weniger alles für die katz.

MfG aus Stuttgart
jones49
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Anmeldungsdatum: 04.06.2006
Beiträge: 373

BeitragVerfasst am: 14 Jul 2008 - 20:12:16    Titel:

Die Staatsexamensnote setzt sich zu 1/3 aus der Schwerpunktbereichsprüfung und zu 2/3 aus der Staatsprüfung (idR 6 Klausuren + mündl. Prüfung) zusammen.

Alle anderen Noten sind für das Examen völlig unerheblich. Dass man während des Studiums nichts tun muss, ist dennoch völliger Irrglaube.
Rhyeira
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 3012

BeitragVerfasst am: 14 Jul 2008 - 20:44:23    Titel:

Zitat:
Ist doch der Albtraum jahrelang gute Noten zu schreiben, und dann hat man 2 Wochen einen Durchhänger bzw. es läuft einfach nicht so gut und es war mehr oder weniger alles für die katz.


Ja, leider verhält es sich letztlich genau so.

Denn im Grunde zählen wirklich nur die (circa, je nach Bundesland) sechs Klausuren, die man ganz am Ende des Studiums im Rahmen des Examens schreibt, sowie die mündliche Prüfung, die man danach noch ablegen muss.
Wie gut man vorher im Studium war, interessiert nicht mehr, man kann noch so gute Noten geschrieben haben und kann doch im Examen eine schlechte Note bekommen oder sogar ganz durchfallen.
Das Risiko ist daher in der Tat recht hoch; ebenso natürlich der Stress und der Druck ganz am Ende des Studiums, diese paar Klausuren unbedingt gut bestehen zu müssen.

Einen Teil der Note bildet noch die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung, wobei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen ist, wie sehr diese von potentiellen Arbeitgebern mitberücksichtigt werden wird, weil im Augenblick die Anforderungen an den jeweiligen Unis noch sehr unterschiedlich sind, während der staatliche Teil objektiver und besser vergleichbar ist.
Zudem zählt in NRW der Schwerpunktbereich lediglich 30 %, der staatliche Teil (die sechs Klausuren plus Mündliche) aber 70 % der Endnote.

Wenn du's mal nachlesen willst, die Prüfungsordnung für Nordrhein-Westfalen findest du hier:
http://www.olg-hamm.nrw.de/aufgaben/jpa/jag20030701.htm
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 14 Jul 2008 - 21:10:53    Titel: Re: Wie kommt die Staatsexamens-Note zustande?

undivided hat folgendes geschrieben:

Ist doch der Albtraum jahrelang gute Noten zu schreiben, und dann hat man 2 Wochen einen Durchhänger bzw. es läuft einfach nicht so gut und es war mehr oder weniger alles für die katz.


Nun ja, ich glaube nicht, dass es ganz so ist. Schließlich bereitet man sich über ein Jahr auf das Examen vor (bestenfalls wohl auch mental), da sollte man letztlich schon so souverän sein, für die 2 Wochen alles andere auszublenden. Ausnahme natürlich, wenn ein Unglück in der Familie passiert o.Ä.

Es war auch nicht alles für die Katz, wenn man "unerwartet" (weil man früher immer gut war) doch schlechter abschneidet. Man kann schließlich ein oder zweimal (letzteres beim Freischuss) wiederholen. Und gleich zweimal oder dreimal schlechte Phasen zu haben, wenn man immer gut war... halte ich doch für unwahrscheinlich. Dann ist es schon eher ein Zeichen dafür, dass man es eben nicht besser schafft. Natürlich auch den Glücksfaktor einbezogen, der im Examen wohl eine große Rolle spielt.

Aber stimmt, in 2 Wochen wird über das ganze Studium entschiden, das ist schon krass.
Rhyeira
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 3012

BeitragVerfasst am: 14 Jul 2008 - 21:28:54    Titel: Re: Wie kommt die Staatsexamens-Note zustande?

Marina85 hat folgendes geschrieben:
Nun ja, ich glaube nicht, dass es ganz so ist. Schließlich bereitet man sich über ein Jahr auf das Examen vor (bestenfalls wohl auch mental), da sollte man letztlich schon so souverän sein, für die 2 Wochen alles andere auszublenden.


Sollte man schon... aber ob man das auch immer wirklich ist? Manche Leute sind während der Examensklausuren dann einfach ungeheuer nervös und bleiben allein deshalb deutlich unter ihren Möglichkeiten, einfach nur deshalb, weil sie wissen, dass es jetzt wirklich zählt und sie sich im Zweifel die ganze Zukunft verbauen, wenn sie jetzt nicht gut sind.
Ich selbst (bin seit letzter Woche fertig, habe es also gerade frisch hinter mir) fand den Stress und die Anspannung während des Examens ungeheuer groß... es hat mich zum Teil richtig fertiggemacht, auch körperlich, und ich war bei weitem nicht die Einzige in meinem Jahrgang, der das so ging.

Ich will damit niemandem den Mut nehmen, ein Jurastudium anzufangen (ich finde das Fach toll udn würde es trotz allem immer wieder machen), aber man sollte sich schon darüber im Klaren sein, dass es gegen Ende hin sehr stressig wird.
Dennoch - ich denke, Marina hat insoweit recht, dass die meisten Leute, die im Studium gut waren, im Examen nicht völlig absinken und umgekehrt... es kann zwar passieren, aber generell versagen gute Leute nicht völlig, sobald sie in den Examensklausuren sitzen.
Marina85
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BeitragVerfasst am: 14 Jul 2008 - 21:44:36    Titel:

Hi Rhyeira,

ne, das ist mir schon klar! Gerade ich bin eine derjenigen, die sich vor Prüfungen immer wahnsinnig verrückt macht (in den ersten Semestern konnte ich fast eine Woche vor Klausuren nicht mehr vernünftig essen, was jetzt allerdings durch die bewusst häufige Teilnahme an Klausuren - u.a. - deshalb zum Glück vorbei - dafür ist es jetzt bei mündlichen Prüfungen schlimm).

Ich meinte eher, dass es so dargestellt wurde, als hänge es - unabhängig von diesen Faktoren - davon ab, wie zufällig die Laune im Examen ist. Und so, denke ich, darf es im Examen nicht sein. Obwohl ich noch kein Examen gemacht habe Wink.

Wer generell ein Problem mit Prüfungssituationen hat, wird das natürlich erstrecht im Examen haben. Deshalb muss man daran auch arbeiten Confused *mich selbst damit mein*.
Rhyeira
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 3012

BeitragVerfasst am: 14 Jul 2008 - 22:08:44    Titel:

Marina85 hat folgendes geschrieben:
Ich meinte eher, dass es so dargestellt wurde, als hänge es - unabhängig von diesen Faktoren - davon ab, wie zufällig die Laune im Examen ist. Und so, denke ich, darf es im Examen nicht sein.


Ach so meintest du das. Smile
Ja, in dem Fall stimme ich dir zu... ich denke, einen gewissen Glücks-/Willkür-/Zufalls-Anteil kann man dem Examen nicht absprechen, aber insgesamt gesehen ist dieser Anteil doch eher gering. Alles in allem finde ich, dass das Examen relativ faire Noten produziert... diejenigen, die schon im Studium viel gearbeitet haben und gute Noten hatten, sind häufig auch im Examen dann unter den besseren, oder zumindest war es bei den meisten in meinem Bekanntenkreis so, dass die Leistung im Examen ungefähr der während des Studiums bzw. während der Examensvorbereitung entsprach.
Marina85
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BeitragVerfasst am: 14 Jul 2008 - 22:13:11    Titel:

Das beruhigt ja zumindest etwas Smile . Ich bin eigentlich schon während meines ganzen Studiums den Eindruck, dass es sooo willkürlich gar nicht ist, aber darüber gibt es ja geteilte Meinungen - hatten wir schonmal in einem anderen Thread diskutiert. Habe auch von einer AG-Leiterin mal gehört, dass die Examensklausuren manchmal von Richtern a.D. korrigiert werden, die nicht mehr so die Ahnung haben, aber das sind hoffentlich auch wohl nur Gerüchte?
Marina85
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BeitragVerfasst am: 15 Jul 2008 - 08:32:35    Titel:

Ich meinte übrigens nicht die zufällige Laune von den Korrektoren, sondern von den Teilnehmern selbst. Also, es darf nicht an einer zufälligen Laune des Examenskandidats scheitern.

@ Rhyeira
Wie ist es bei dir eigentlich gelaufen (schriftlich und mündlich), wenn man fragen darf Smile ?
undivided
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Anmeldungsdatum: 18.08.2007
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 17 Jul 2008 - 13:53:02    Titel:

Erst einmal danke an euch alle, dass ihr euch die Mühe gemacht habt, mir das kurz zusammenzufassen. Smile echt cool i love you Very Happy

Meine nächste Frage ist:

Was mache ich, falls entgegen aller Erwartungen das Staatsexamen nach 9 Semestern und 2 Versuchen nicht klappen sollte (Ich schaff das bestimmt, nur möchte ich gern einen "Plan B" im Hinterkopf haben um dann nach 4,5 Jahren nicht mit "Nichts" dazustehen) ? Wink

Kann ich das Staatsexamen an einer anderen Universität wiederholen oder ist man ein Leben lang gesperrt?

Ich habe etwas von der Fernuni Hagen gehört, bei der man wohl den "Bachelor of Law" nachmachen kann?

Falls diese Frage schon irgendwo beantwortet sein sollte bitte ich einfach kurz um den oder die Links. Wink
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