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Rätselhafte Textstellen im Faust
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Lara18
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Anmeldungsdatum: 08.11.2006
Beiträge: 182

BeitragVerfasst am: 17 Jul 2008 - 09:06:24    Titel:

Hier mal eine weitere äußerst erotische Szene, wie ich finde! Aus Faust I/ Wald und Höhle .... Um was geht's hier bloß? Wink



Faust:

Verstehst du, was für neue Lebenskraft
Mir dieser Wandel in der Öde schafft?
Ja, würdest du es ahnen können,
Du wärest Teufel gnug, mein Glück mir nicht zu gönnen.

Mephistopheles:

Ein überirdisches Vergnügen.
In Nacht und Tau auf den Gebirgen liegen
Und Erd und Himmel wonniglich umfassen,
Zu einer Gottheit sich aufschwellen lassen,
Der Erde Mark mit Ahnungsdrang durchwühlen,
Alle sechs Tagewerk im Busen fühlen,
In stolzer Kraft ich weiß nicht was genießen,
Bald liebewonniglich in alles überfließen,
Verschwunden ganz der Erdensohn,
Und dann die hohe Intuition – (mit einer Gebärde)
Ich darf nicht sagen, wie – zu schließen.

Faust:

Pfui über dich!
<---- *lol* Mr. Green
Knalltüte
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Anmeldungsdatum: 31.08.2007
Beiträge: 2932
Wohnort: gleich um die Ecke

BeitragVerfasst am: 17 Jul 2008 - 09:54:08    Titel:

Bruno58 hat folgendes geschrieben:
Hab ich als Mädchen sie satt, dient sie als Knabe mir noch.

Dem Goethe ist wohl jedes Loch recht. Laughing
Bruno58
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Anmeldungsdatum: 15.03.2008
Beiträge: 91

BeitragVerfasst am: 17 Jul 2008 - 16:04:57    Titel:

@Knalltüte

Dir doch auch! Im Moment stopfst du gerade das Sommerloch, indem du uns ungewohnt lüsterne Beiträge entlockst, die den unschuldigen Gymnasiasten nicht gut bekommen dürften. Der mir untergeschobene zweite Teil des elegischen Distichons stammt übrigens - ich betone es nochmals! - von Goethe. Meine Wenigkeit fährt eingleisig - über die Richtung dürft ihr Lästermäuler während meiner Abwesenheit spekulieren. Aber bitte nicht um Geld wetten! Es irrt der Mensch bekanntlich, solang' er strebt. (Welches Drama hat mich nur auf diesen grandiosen Gedanken gebracht?)

Gruss Bruno
Bellis
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Anmeldungsdatum: 02.04.2008
Beiträge: 1545
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 17 Jul 2008 - 16:41:05    Titel:

" Solang er auf der Erde lebt,
So lange sei dir's nicht verboten, ..."
Knalltüte
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Anmeldungsdatum: 31.08.2007
Beiträge: 2932
Wohnort: gleich um die Ecke

BeitragVerfasst am: 17 Jul 2008 - 16:56:09    Titel:

Bruno58 hat folgendes geschrieben:
Der mir untergeschobene zweite Teil des elegischen Distichons stammt übrigens - ich betone es nochmals! - von Goethe. Meine Wenigkeit fährt eingleisig

Ich dachte im zweiten Teil geht es nicht um die Grundrichtung, sondern nur darum den Ausgang des Mädels zum Eingang zu machen. Smile
Bruno58
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Anmeldungsdatum: 15.03.2008
Beiträge: 91

BeitragVerfasst am: 18 Jul 2008 - 00:50:31    Titel:

Kinder, Kinder! Eines Tages werden wir nicht nur vor Gott, sondern auch vor Twain oder einem der anderen Moderatoren Rechenschaft ablegen müssen. Wehe uns armen Sündern!

Gruss Anonymus
Beau
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Anmeldungsdatum: 05.11.2005
Beiträge: 6875
Wohnort: Frankreich

BeitragVerfasst am: 18 Jul 2008 - 07:07:15    Titel:

Knalltüte hat folgendes geschrieben:
Dem Goethe ist wohl jedes Loch recht. Laughing

Ach, die Interpretationen, die Interpretationen! Knalltüte, darf ich in Deinem Thread von Goethe zu einem anderen großen Deutschen überspringen?

Sowieso ist Karl May berühmter als Goethe... unten bei uns, in den Schluchten des Balkan... Und was sehe ich: ein gewisser unbedeutender Deutscher, der Arno Schmidt heißt, behauptet, dass Karl May homosexuell war... wegen seiner Kußgewohnheiten: "auf die Stirn, auf die Wangen, auf den Mund"... Im Überschwang der Gefühle küßt Old Shatterhand seinen Blutsbruder Winnetou gern und jubelnd!

Dieser Schmidt erlaubt nicht so was - in unserer aufgeweckten, befreiten modernen Zeit! Hat er nicht Dostojewski gelesen? In Братья Карамазовы ("Die Brüder Karamasow") tauschen ja Männer immer Küsse! Aber für diesen Schmidt dürfen die "Freunde in des Wortes vollkommenster und bester Bedeutung" so was nicht machen - sonst sind sie schwul.

Winnetou gab sich gar nicht die Mühe, sein Pferd im Laufe anzuhalten; er ließ die Büchse zur Erde gleiten, und schnellte sich, während es an mir vorüberschoß, herab und mir in die ausgebreiteten Arme, um mich an sich zu drücken und wieder und wieder zu küssen. Ja, wir waren Freunde, Freunde in des Wortes vollkommenster und bester Bedeutung, und waren doch Todfeinde gewesen! Sein Leben gehörte mir und das meinige ihm; damit ist alles gesagt. Wir hatten uns solange nicht gesehen; nun stand er vor mir in der mir bekannten und ihn so außerordentlich kleidenden halbindianischen Tracht. Als die Umarmungen vorüber waren, kamen wir aus dem Drücken und Schütteln der Hände nicht heraus. Unterdessen hatte sein Pferd einen kurzen Bogen geschlagen und kehrte zu ihm wie ein treuer Hund zurück. Er hörte meine Stimme, wieherte freudig auf und rieb den kleinen, feinen Kopf an meiner Schulter, um mir dann gar die Wange mit den Lefzen zu berühren. "Sieh, es kennt dich noch und küßt dich auch!" lächelte Winnetou. "Old Shatterhand ist ein Freund der Menschen und der Tiere, und wird darum von ihnen nicht vergessen".

http://www.karl-may-stiftung.de/ilmer.html
Bruno58
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Anmeldungsdatum: 15.03.2008
Beiträge: 91

BeitragVerfasst am: 18 Jul 2008 - 07:49:47    Titel:

Ähnliches durfte ich kürzlich (auch in Form von Gerüchten) über unseren grossen Kant vernehmen: Dreissig Jahre lang teilte er das Bett mit seinem treuen Diener Lampe, der ihn immer pünktlich um 4.45 weckte - und ihn aus dem Bett warf, wenn er quengelte. Trotzdem feuerte er den Gefährten, als der sich eine Frau suchte. Später notierte er pikiert in sein Tagebuch: "Der Name Lampe muss vergessen werden!"

Schlussfolgerung (um aus den Tiefen der Gerüchteküche wieder zur Kulturkritik zurückzufinden): Der Klassisker "Aussenseiter" (1970) von Hans Mayer scheint dringend einer Erweiterung zu bedürfen.

Gruss Bruno

P.S.: Beau, küss mich!
Beau
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Anmeldungsdatum: 05.11.2005
Beiträge: 6875
Wohnort: Frankreich

BeitragVerfasst am: 18 Jul 2008 - 10:09:52    Titel:

Bruno58 hat folgendes geschrieben:
P.S.: Beau, küss mich!

Ja, Bruno, mein Freund! Ich küsse Dich - à la russe! - auf den Mund! (Hab noch nie einen Schweizer geküsst - cela m'a manqué cruellement!).

Dein Beau
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