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Betrug Klausur
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Maxt1
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Anmeldungsdatum: 18.07.2008
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 18 Jul 2008 - 14:24:20    Titel: Betrug Klausur

Hallo,
ich habe mal eine Frage zu einer Klausur.

Ist es Betrug, wenn man vorher eine Klausur (die kurz darauf geschrieben wird) durch Zufall sieht und sich den Inhalt merkt?

D.h., man benutzt in der Klausur selbst keine unerlaubten Hilfsmittel, sondern profitiert nur von seiner gezielten Vorbereitung.

Kann in einen solchen Fall Betrug vorgeworfen werden?

Danke für eure Antworten
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1203
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 18 Jul 2008 - 18:35:24    Titel:

Betrug. hmm ... müßt erstmal überlegen, wo da die Vermögensverfügung liegen soll.

Sich anmerken zu lassen oder zuzugeben, dass man die Klausur kennt, sollte allerdings bestraft werden.
Rhyeira
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 3012

BeitragVerfasst am: 18 Jul 2008 - 19:07:21    Titel:

Die Vermögensverfügung i.S.d. § 263 sehe ich hier auch nicht, auch keinen Vermögensschaden.

Aber nur weil kein Betrug im strafrechtlichen Sinne vorliegt, heißt das noch lange nicht, dass solch ein Verhalten in Ordnung ist - wenn so etwas rauskommt, dürfte der Betreffende wohl mit Konsequenzen in Schule oder Uni rechnen müssen, z.B. damit, die Klausur neu schreiben zu müssen... je nachdem, wie streng die Verantwortlichen sind.
Ich würde sowas also lieber bleiben lassen.
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 18 Jul 2008 - 19:15:16    Titel:

Es ist kein Betrug, aber ein Täuschungsversuch. Durch die Abgabe der Klausur täuscht man darüber, dass man vorher noch nicht vom Inhalt Kenntnis genommen hat. Wenn das rauskommt, muss die Arbeit mit ungenügend bewertet werden.
DennisK.
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Anmeldungsdatum: 12.07.2008
Beiträge: 144

BeitragVerfasst am: 18 Jul 2008 - 20:06:05    Titel:

dabei wäre ich mir aber nicht so sicher...

Die Definition des Täuschungsversuches ist meiner Erfahrung als Klassensprecher, Schülersprecher, Referent für die Ausbildung von Schülervertretungen und jetzt studentischer Vertreter in diversen Gremien (u.a. Prüfungsausschuss) sehr vielseitig. Zum Teil herrscht die Meinung, ein Täuschungsversuch könnte überhaupt nur während der Klausur stattfinden - alles vor der Klausur könne also gar kein Täuschungsversuch sein (Beispiel: Student steht vor Klausurbeginn von seinem Platz auf und wirft vor den Augen des Dozenten seinen Spickzettel in den Papierkorb). Der von dir geschilderte Fall ist dabei sehr strittig - letztlich muss man vor allem dem Lehrenden einen Vorwurf machen, da es in seiner Verantwortung liegt, seine Klausur geheim zu halten. Lässt der Dozent es zu, dass seine Prüfungsfragen bekannt werden (z.B. weil er sie in seiner letzten Vorlesung unverändert preisgibt), ist das seine Verfehlung - nicht die Verfehlung der Studierenden, die dadurch zum Schummeln geradezu verführt werden.

Einen ähnlichen Fall wie deinen hatten wir vor kurzem im Prüfungsausschuss: Ein Dozent schrieb jedes Semester exakt die gleiche Klausur. Da das schon seit Jahren so geht, wurde natürlich auch die Klausur schonmal kopiert und Musterantworten verfasst. Da ein anderer Dozent besagten Professor während der Klausur vertreten hat, war die Kontrolle besser als die Studenten dachten. Einer wurde mit der Musterlösung erwischt (unerlaubtes Hilfsmittel während der Klausur) und bekam dafür ein "Nicht Bestanden". Der Student dachte sich, er hätte vielleicht Chancen, wenn er Widerspruch dagegen einlegt mit dem Argument:
"Mindestens 75% der Studierenden, die diese Klausur geschrieben haben, kannten die Klausur und die Musterlösung im Voraus" - das war auch Glaubwürdig. Störte aber Niemanden, weil dieses Problem im Dozenten gesehen wird. Die vertretene Meinung im Prüfungsausschuss war:
Wenn man einem Studierenden die Möglichkeit gibt, die Klausurinhalte zu kennen, ohne dafür kriminelle Energie einsetzen zu müssen (z.B. Diebstahl der Klausur aus dem Büro des Dozenten...) könne man diesem keinen Vorwurf machen, wenn er die Chance nutzt, sich gezielt auf die Prüfungen vorzubereiten. Wer allerdings die Musterlösung mit in die Klausur nimmt, nutzt eindeutig ein unerlaubtes Hilfsmittel und fällt durch.

Ich gehe mit dieser Meinung konform, wobei hier das Ausmaß der Schuld des Einzelnen für mich die größte Rolle spielt. Nach deiner Schilderung kann ich dazu aber nicht viel sagen, da "durch Zufall die Klausur sehen" doch sehr ungenau formuliert ist Wink So lange du nicht bewusst versucht hast, mit unlauteren Mitteln Kenntnis über die Klausur zu bekommen, sehe ich hier keine Verfehlung seitens des Studenten, sondern eine Verletzung der Sorgfaltspflicht seitens des Dozenten, da er bei der Geheimhaltung seiner Klausur mehr als fahrlässig war.

Das ist aber natürlich nur die Meinung eines Prüfungsausschusses - vor allem Gerichtsurteile zu Täuschungsversuchen bei Klausuren wären hier sinnvoll. Für deine spezielle Situation würde ich auch nochmal das Hochschulgesetz des jeweiligen Bundeslandes und die Prüfungsordnung der Hochschule zu Rate ziehen.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 18 Jul 2008 - 20:11:57    Titel:

DennisK. hat folgendes geschrieben:

Die Definition des Täuschungsversuches ist meiner Erfahrung als Klassensprecher, Schülersprecher, Referent für die Ausbildung von Schülervertretungen und jetzt studentischer Vertreter in diversen Gremien (u.a. Prüfungsausschuss) sehr vielseitig.


Ich bin überaus beeindruckt. Schlagkräftiges Argument...
DennisK.
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Anmeldungsdatum: 12.07.2008
Beiträge: 144

BeitragVerfasst am: 18 Jul 2008 - 20:31:02    Titel:

Naja, über die Konstruktivität dieses Beitrags könnte man ebenso streiten wie über die Schlagkraft von Referenzargumenten. Ob das hier allerdings der richtige Ort dafür ist?
baco
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Anmeldungsdatum: 15.02.2008
Beiträge: 338

BeitragVerfasst am: 18 Jul 2008 - 20:32:34    Titel:

Marina85 hat folgendes geschrieben:
DennisK. hat folgendes geschrieben:

Die Definition des Täuschungsversuches ist meiner Erfahrung als Klassensprecher, Schülersprecher, Referent für die Ausbildung von Schülervertretungen und jetzt studentischer Vertreter in diversen Gremien (u.a. Prüfungsausschuss) sehr vielseitig.


Ich bin überaus beeindruckt. Schlagkräftiges Argument...


Zweifelst du an der Aussage das die Definition des Täuschungsversuches sehr vielseitig sein kann oder wie ist das gemeint?
Armin Gibbs
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Anmeldungsdatum: 06.02.2008
Beiträge: 992

BeitragVerfasst am: 18 Jul 2008 - 20:41:54    Titel:

Zitat:

Zweifelst du an der Aussage das die Definition des Täuschungsversuches sehr vielseitig sein kann oder wie ist das gemeint?


http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,238989,00.html
Maxt1
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Anmeldungsdatum: 18.07.2008
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 18 Jul 2008 - 20:54:26    Titel:

Danke für eure Antworten.

Ich persönlich sehe auch keinen Betrug, vorallem nicht, wenn der Dozent die Klausuren für jeden sichtbar vorne auf dem Tisch liegen hat und jeder mal schauen kann was dran kommt. Genauso der Fall, wenn man jedes Jahr dasselbe schreibt, man muss halt damit rechnen, dass dann jeder die Klausuren kennt und sollte sich dann auch nicht drüber beschweren.
Solange in der Klausur keine unerlaubten Hilfsmittel genommen werden.
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