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Juristen in der "freien Wirtschaft"
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woodstock.
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Anmeldungsdatum: 08.08.2007
Beiträge: 2336
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 20 Jul 2008 - 16:17:28    Titel: Juristen in der "freien Wirtschaft"

Hallo in diser Runde!

habe am Freitag an meiner ehemaligen Uni einen Vortrag gehalten und beispielhaft zwei mittelständische Firmen vorgestellt als potenzielle Arbeitgeber für Juristen. In der Runde war noch ein Jurist aus einem Großkonzern dabei und je zwei Vertreter von kleinen Anwälten und internationalen Großkanzleien.

Mit schon klar, daß man mit 2x 9,0 einen guten Job in so einer internationalen Top-Kanzlei bekommt, ober eben in den Staatsdienst geht. Was mit auffiel, ist das Desineresse oder blose Uninformiertheit über die Jobs im Mittelstand. Obwohl man dort gut bezahlt wird, vielfältig eingesetzt wird und recht schnell Karriere macht. Dort kommt man mit 5,0 Punkten auch unter, denn es ist dort die "Chemie" entscheident, nicht die Note.

... mal als Gedankenschubser für die Fortgeschrittenen in diesem Forum.
Gregsen
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Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 523

BeitragVerfasst am: 20 Jul 2008 - 16:33:25    Titel:

ich weiß genau was du meinst. Bei juristen herrscht durchgehend das klischee dass man mit examen >9p einen top job sicher hat und mit <9p garantiert arbeitslos ist. Das mag auch zutreffen wenn man seine zukünftigen arbeitsplätze von vornherein auf Freshfields begrenzt, aber wie woodstock. sehr schön sagte: Gerade kleine und mittelständische kanzleien bieten interessante arbeitsgebiete, oftmals auch eine sehr intensive spezialisierung auf ein rechtsgebiet und sind auf diesen sehr profitabel was sich auch im gehalt der anwälte wiederspiegelt.

Das soll keinen dazu motivieren sich vorm examen einen lockeren zu machen, ein gutes examen ist immernoch der beste einstieg für eine karriere... aber es muss auch mal ausgesprochen werden, dass es nicht der einzige ist.
woodstock.
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Anmeldungsdatum: 08.08.2007
Beiträge: 2336
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 21 Jul 2008 - 08:42:56    Titel:

wobei ich mittelständische Wirtschaftunternehmen meine und nicht Kanzleien, nur zur Klarstlleung.

Bei kleineren Kanzleien ist der Verdientst unterirdisch, nur am rande...
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 21 Jul 2008 - 09:54:10    Titel:

Gregsen, ich denke du meinst die sog. Boutiquen. Kleine Kanzleien, die über hochkarätige Anwälte in einem ganz bestimmten, eng umrissenen Spezialgebiet verfügen. Da verdient man natürlich traumhaft, hat aber durchaus vergleichbare Einstellungsvoraussetzungen wie für einen Einstieg in Großkanzleien.

Mir sind die Karrierechancen in mittelständischen Wirtschaftsunternehmen auch nicht so bewusst. Werden da nicht auch viele, zumindest die spannenden und dementsprechend Spezialwissen voraussetzenden, Aufgaben an Externe vergeben? Ich denke hier etwa an kartell- oder konzernrechtliche Fragen oder gar Verfahren. Klar, ein kleines Team von Unternehmensjuristen kann den Alltag gut bewältigen (Abmahnungen prüfen, Gutachten zu allgemeineren Fragen, Beobachtung und Auswertung der unternehmensrelevanten Gesetzgebung und Judikatur, Vertragsentwicklung etc.), dürfte aber bei speziellen unternehmensrechtlichen Fragen doch schnell an seine Grenzen stoßen.


Zuletzt bearbeitet von StR-Tobi am 21 Jul 2008 - 09:59:29, insgesamt einmal bearbeitet
woodstock.
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Anmeldungsdatum: 08.08.2007
Beiträge: 2336
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 21 Jul 2008 - 09:59:25    Titel:

Hallo Tobi.

Meist ist man im Mittelstand eine Ein-Mann-Show. Hier werden aber eigentlich nie Spezialwissen vorausgesetzt oder in Stellenbeschreibungen gefordert. Eher Generalistentum. Dem mittelständischen Chef genügt auch eine 80%ige Lösung, solange sie praktikabel, schnell und kostengünstig ist. Nur elementare Dinge werden deswegen auch fremdvergeben.

Ich sehe das als Vorteil, denn man sieht viel, von SV-Recht bis AGB, von Mietrecht bis Geheimhaltungsvereinbarungen, von Werkverträgen bis Darlehensverträgen.


Zuletzt bearbeitet von woodstock. am 21 Jul 2008 - 10:52:14, insgesamt einmal bearbeitet
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 21 Jul 2008 - 10:12:09    Titel:

Hallo woodstock!

Dann darf man allerdings wohl auch davon ausgehen, dass hier der Bedarf besonders gering ist (Einmann-Show + geringe Personalfluktuation) und die Ausstrahlung besonders wichtig ist. Wahrlich auch nicht die besten Aussichten für einen jungen, unerfahrenen Volljuristen. Außerdem ist hier eine Spezialisierung sicherlich auch nicht schlecht. Das Unternehmen, bei dem ich derzeit (nichtjuristisch) beschäftigt bin, ein großer Name in der B2B-Logistik, beschäftigt in Deutschland soweit ich weiß nur einen Anwalt, der dann auch noch FA Arbeitsrecht ist.
woodstock.
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Anmeldungsdatum: 08.08.2007
Beiträge: 2336
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 21 Jul 2008 - 10:59:18    Titel:

Eben diese falsche Vorstellung ..., sorry Tobi!

Der Bedarf ist groß. Denn mittelständische Unternehmen ( ich meine von 100 bis 2000 MA) gibt es viele, auch wenn die dann jeweils nur einen einstellen, die Masse machts.

Nein! Keine Vorkenntnisse (die Du als Anwalt-Anfänger ja auch nicht hast). Du wirst ins kalte Wasser geworfen. Anfängerfehler werden, wie überall, verziehen.
Izzay
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Anmeldungsdatum: 19.07.2007
Beiträge: 87

BeitragVerfasst am: 21 Jul 2008 - 22:26:32    Titel:

Danke für diesen Beitrag. Ich arbeite zwar auch daraufhin ein TOLLES Examen zu machen, aber jeder der Jura studiert weiss auch dass es manchmal nicht läuft bzw. es gibt Phasen und Klausuren in denen es nicht klappt den Prädikatsbereich zu entern. Die Horrorvorstellung von so einer Situation im Examen erwischt zu werden sitzt wohl jedem ambitioniertem Studenten der Rechtswissenschaften im Nacken....(es sei denn man ist wirklich ein Überflieger und wandelt 10m über dem Boden) Arrow
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