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Ermittlungsverfahren
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Bosskola
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Anmeldungsdatum: 26.02.2007
Beiträge: 98

BeitragVerfasst am: 24 Jul 2008 - 11:15:36    Titel: Ermittlungsverfahren

Guten Tag,
gegen mich läuft ein Ermittlungsverfahren. Nun wüsste ich gerne was genau das sein soll. Wenn nun bei dem Ermittlungsverfahren rauskommt, dass ich schuldig bin, kann ich dann noch einen Anwalt einschalten, oder ist es dann schon zu spät?
Nun soll ich mich auch zu der Tat schriftlich äußern, oder per Termin bei der Polizei eine Stellungsnahme abgeben. Per Internetrecherche habe ich herausgefunden, dass man dies eher nicht tun sollte.

Also was ist am ratsamsten? Was muss ich bei einer schriftlichen Äußerung beachten? Mündlich bei der Polizei kommt nicht in Frage.
dragon77
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Anmeldungsdatum: 21.02.2008
Beiträge: 50

BeitragVerfasst am: 24 Jul 2008 - 11:28:56    Titel:

Es gibt offensichtlich gegen dich einen Anfangsverdacht. Aufgrund dessen wurde eben ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ziel des Ermittlungsverfahrens ist es herauszufinden, ob es Anhaltspunkte gibt, die den Verdacht gegen dich bestättigen oder nicht.

Wichtigste Info: Du hast eine Aussageverweigerungsrecht!!!!

Solange du nicht genau weißt, was dir vorgeworfen wird, solltest du keine Angaben zur Sache machen. Es wäre gut, wenn du dir einen Anwalt suchst, damit man Einsicht in die Ermittlungsakte erhält, um zu sehen was dir zur Last gelegt wird. Im übrigen mußt du bei einer polizeilichen Anhörung nicht erscheinen. Ich empfehle aber dort (telefonisch) bescheid zu sagen, dass du von deinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machst und keine Angaben zur Sache machst. Damit vermeidest du ggf., dass die Polizei irgendwann mal bei dir vor der Tür steht oder auf deiner Arbeitsstelle aufkreuzt!!!!

Ansonsten such dir einen Anwalt!
Bosskola
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Anmeldungsdatum: 26.02.2007
Beiträge: 98

BeitragVerfasst am: 24 Jul 2008 - 11:33:53    Titel:

Naja in dem Schreiben steht, dass ich für eine Vernehmung einen Termin machen muss und wenn ich innerhalb von 2 Wochen keinen Schriftlichen Text abschicke, dies als Verweigerung einer Stellungsnahme angesehen wird.

Naja es geht halt um Sachbeschädigung und ich weiß nicht ob sich ein Anwalt rechnet.

Danke für die Antowrt.
dragon77
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Anmeldungsdatum: 21.02.2008
Beiträge: 50

BeitragVerfasst am: 24 Jul 2008 - 11:41:49    Titel:

Gut. Aber wie gesagt ich würde denen Bescheid sagen, dass du keine Angaben machst.
Ich kann nicht einschätzen, ob der Vorwurf gegen dich berechtigt ist. Sollte aber etwas an der Sache dran sein, würde ich einen Anwalt einschalten. So kann der Anwalt in die Ermittlungsakte schauen und dann ggf. entlastende Maßnahmen einleiten!
Sharillon
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Anmeldungsdatum: 29.02.2008
Beiträge: 183

BeitragVerfasst am: 24 Jul 2008 - 17:38:56    Titel:

@Bosskola

Wie alt bist du überhaupt und haste ne Rechtsschutzversicherung abgeschlossen? Falls die Vorwürfe unbegründet sind, sollte die eigentlich die Kosten decken.

Falls du wirklich Scheiße gebaut hast, solltest du dazu stehen. Nen ehemaligen Klassenkameraden haben sie deswegen auch vor Gericht geschickt und mehr als ne Verwarnung kam da nicht raus...
DennisK.
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Anmeldungsdatum: 11.07.2008
Beiträge: 144

BeitragVerfasst am: 24 Jul 2008 - 18:44:57    Titel:

naja, Sachbeschädigung ist nun wirklich kein schweres Delikt ("bis zwei Jahre"). Wenn du Unschuldig bist, kannst du auch ruhig zur Polizei - letztlich zählt zum Ermittlungsverfahren nicht nur, dich zu belasten, sondern auch, entlastendes zu finden. (vgl. §160 Abs. 2 StPO)

Wenn du schuldig bist und du es für wahrscheinlich betrachtest, dass es dir nachgewiesen werden kann, sei lieber direkt geständig. Mehr als eine Verwarnung wird in diesem Fall (vorausgesetzt, es ist deine erste Straftat) kaum geben.

Einen Anwalt für so ein Bagatelldelikt zu bestellen ist fraglich, da das finanzielle Risiko je nach Situation weit größer sein kann als die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, nicht verureteilt zu werden...
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 24 Jul 2008 - 19:09:22    Titel:

DennisK. hat folgendes geschrieben:
(...) Einen Anwalt für so ein Bagatelldelikt zu bestellen ist fraglich, da das finanzielle Risiko je nach Situation weit größer sein kann als die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, nicht verureteilt zu werden...

Ein Irrsinn. Die strafrechtlichen Konsequenzen sind bei Sachbeschädigungen meist nicht wirklich schlimm, da sind wir uns wohl einig. Du verkennst aber, dass sich an das Strafverfahren oftmals nahtlos die Verfolgung zivilrechtlicher Ansprüche anschließt. Ein Schnellschuss kann hier nicht nur der StA in die Hände spielen, sondern unmittelbar und dem Grunde nach kaum mehr zu widerlegende Schadenersatzforderungen in beträchtlicher Höhe nach sich ziehen.

Ich finde außerdem nicht gut, dass hier konkrete Handlungsanweisungen gegeben werden. Bitte denkt an die Forenregeln und die Konsequenzen, die falscher Rat auslösen kann.

Sharillon, keine Rechtsschutzversicherung tritt bei Vorsatzdelikten ein, auch nicht im Ermittlungsstadium.
DennisK.
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Anmeldungsdatum: 11.07.2008
Beiträge: 144

BeitragVerfasst am: 24 Jul 2008 - 20:00:46    Titel:

...ich denke dass jeder mündige Bürger sich bewusst ist, dass er natürlich den Schaden auch begleichen muss. Für so klug halte ich die Nutzer hier schon, dass sie das in ihre Berechnungen einbeziehen *g*

Ich halte es aber auch für falsch, immer direkt einen Anwalt anzufordern - klar, als Jurist kann das nur der richtige Rat sein, man will ja Arbeit. Aber wenn der Fall recht aussichtslos ist, wird auch ein guter Jurist wenig ändern können.

Was konkrete Handlungshinweise angeht:
Wer hier (gegen die Forenregeln, wenn wir schonmal genau sind...) konkrete Fragen stellt, sollte sich bewusst sein, dass hier nicht die fertig studierten Anwälte sitzen. Normalerweise sage ich das auch recht deutlich - hier hab ich's vergessen.
Sharillon
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Anmeldungsdatum: 29.02.2008
Beiträge: 183

BeitragVerfasst am: 24 Jul 2008 - 23:55:29    Titel:

Zitat:
Sharillon, keine Rechtsschutzversicherung tritt bei Vorsatzdelikten ein, auch nicht im Ermittlungsstadium.


Deswegen mein ich ja, dass er die nur einschalten sollte, falls er nix gemacht hat.
DennisK.
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Anmeldungsdatum: 11.07.2008
Beiträge: 144

BeitragVerfasst am: 25 Jul 2008 - 00:57:51    Titel:

Zitat:
Ganz wichtig ist: Der Staatsanwalt muss deine Schuld beweisen und nicht du deine Unschuld.


mE eines der häufigsten Missverständnisse der Jursiterei. (vgl. §160 II StPO)

Was die notwendige Verteidigung angeht hilft §140 I Nr. 1 StPO weiter... vorm LG oder OLG bräuchte er einen Verteidiger, vorm Amtsgericht (vor dem die Sachbeschädigung landen wird...) nicht.

Wird Zeit, dass mein Jura-Studium endlich beginnt *gg*
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