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BusenOP
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nickyy82
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Anmeldungsdatum: 30.07.2008
Beiträge: 81

BeitragVerfasst am: 30 Jul 2008 - 14:52:51    Titel: BusenOP

Hallo zusammen!
Ich hoffe, dass mir jemand beim Aufbau helfen kann.

Der Fall:
A operiert B. (kein Heileingriff)
1. mit Einwilligung + kunstgerecht
Ergebnis: keine Strafbarkeit nach §223, da gerechtfertigt

Operationserweiterung
mutmaßliche Einwilligung, jedoch unterläuft ihm ein Fehler
Ergebnis:?
ich dachte: mutmaßliche Einwilligung, Folge: Erlaubnistatbestandsirrtum, dann folglich fahrlässige KV

Dann 2. Op
A operiert, obwohl er weiß, dass es zu Riskant ist, gleich noch mal nach der ersten OP erneut zu operieren. Das teilt er aber B nicht mit.
Ergebnis:?
Keine Einwilligung, da nicht Aufgeklärt, somit vorsätzliche KV?
Anna Gramm
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Anmeldungsdatum: 26.02.2007
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 30 Jul 2008 - 15:15:44    Titel:

Zur ersten Frage: ich denke du musst die Einwilligung und den Behandlungsfehler streng auseinanderhalten.
Soweit ich weiß, wirkt die mutmaßliche Einwilligung ebenso rechtfertigend wie die erteilte EW, aber in Behandlungsfehler würde doch niemand einwilligen, auch nicht mutmaßlich. Die Einwilligung erfasst eher Operationsrisiken.
Der Behandlungsfehler kann eine Körperverletzung sein, zum Thema ärztlicher Heileingriff gibts ja auch nen Meinungsstreit.
Beim zweiten Teil (2. OP) würde ich dir recht geben.
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 30 Jul 2008 - 15:33:30    Titel:

Einwilligung bezieht sich immer nur auf eine Behandlung lege artis. Fehler i.S. schuldhaft falscher Behandlung sind daher notwendigerweise nicht mehr von der Einwilligung umfasst. Der ETBI hat hier m.E. nichts zu suchen.
nickyy82
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Anmeldungsdatum: 30.07.2008
Beiträge: 81

BeitragVerfasst am: 30 Jul 2008 - 15:33:35    Titel:

aber dann wäre je jeder behandlungsfehler eine vorsätzliche kv.
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 30 Jul 2008 - 15:35:48    Titel:

Ehm, nein, vorsätzlich handelt er ja nicht. Denk nochmal nach: Du fliegst bei §§ 223, 224 StGB schon beim subjektiven Tatbestand raus. Es verbleibt § 229 StGB, bei der die Rechtswidrigkeit zu problematisieren ist. Dort fliegst du bei einer Behandlung, die nicht lege artis durchgeführt wurde, nicht raus. Im Ergebnis hast du also § 229 StGB, sofern dem Arzt Fahrlässigkeit zur Last zu legen ist.
nickyy82
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Anmeldungsdatum: 30.07.2008
Beiträge: 81

BeitragVerfasst am: 30 Jul 2008 - 15:40:03    Titel:

okay, ich muss sagen, dass versteh ich nicht. Sad
Der Arzt weiß und will ihn körperlich verletzen, somit handelt er vorsätzlich. Warum er den Eingriff durchführt, ist für en vorsatz egal
nickyy82
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Anmeldungsdatum: 30.07.2008
Beiträge: 81

BeitragVerfasst am: 30 Jul 2008 - 15:41:38    Titel:

Ich meine, bei einer Operation, weiß er, dass eine Schnittwunde eine KV ist
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 30 Jul 2008 - 15:42:22    Titel:

Der Vorsatz müsste sich auch auf die ungewollte Folge durch den Behandlungsfehler beziehen. Das wird kaum der Fall sein, sofern der Arzt nicht eine besonders gefährliche Maßnahme durchführen muss.
nickyy82
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Anmeldungsdatum: 30.07.2008
Beiträge: 81

BeitragVerfasst am: 30 Jul 2008 - 15:47:50    Titel:

Aber ich prüfe doch:
KV: obj: Misshandlung / Gesundheitsschädigung, ja, da eine Op
dann subj. Vosatz: ja, da er ihn aufschneiden wollte.
RW: Einwilligung: nein, da Operationserweiterung.
Gregsen
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Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 523

BeitragVerfasst am: 30 Jul 2008 - 16:20:19    Titel:

Du musst hier sauber trennen, einerseits die ärztliche behandlung de lege artis, und andererseits die aufgetretene komplikation.

Der schnitt bzw die gesamte op solange sie nach den regeln der kunst verläuft ist durch die einwilligung des patienten gedeckt, das umfasst auch die komplikationen für die der arzt nicht verantwortlich ist.

Damit der arzt hier also wegen vorsätzlicher körperverletzung strafbar wäre, müsste er für den subjektiven tatbestand auch die herbeiführung der komplikation gewollt haben und das wird ja beim arzt gerade nicht der fall sein.

Daher bleibt nur noch raum für eine fahrlässige körperverletzung.
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