Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Nötigung beim Boykottandrohung?
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Nötigung beim Boykottandrohung?
 
Autor Nachricht
Ich_und_net_Du
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 11.03.2008
Beiträge: 111

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2008 - 17:01:30    Titel: Nötigung beim Boykottandrohung?

Hallo,

eine Frage, der X will bei dem Y etwas kaufen, der Y liefert aber nur gegen Vorkasse, der X ist aber gerade nicht "flüssig". Nun versucht der X den Y zu überreden, auch ohne Vorkasse zu liefern, dieser lehnt das ab. Nun droht der X dem Y er werde nie wieder etwas bei ihm kaufen und er werde auch seinen Freunden davon überzeugen, nie wieder bei ihm etwas zu kaufen, obwohl diese und X schon sehe lange Kunde bei Y sind.

Was sagt ihr, liegt hier eine Nötigung nach § 240 vor, oder lediglich eine "Warnung"?

Danke
Gregsen
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 523

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2008 - 17:35:36    Titel:

Nein, ein warnung ist es nicht mehr, denn bei einer Warnung informiert der Täter sein gegenüber nur über ein bevorstehendes übel auf dessen Eintritt er keinen einfluss hat. Hier macht X aber gerade deutlich, dass es von seiner Entscheidung abhängt, ob er und seine Freundin weiter bei Y einkaufen werden, mithin macht er deutlich dass er einfluss auf den eintritt des übels hat.


Ob die Boykottandrohung überhaupt ein empfindliches übel ist, hängt vom einzefall ab. Der BGH definiert das empfindliche übel als einen Nachteil von solcher Erheblichkeit, dass seine Ankündigung geeignet erscheint um das Opfer im Sinne des Täterverlanges zu motivieren. Dazu zählen nach ständiger rechtsprechung auch die Drohung geschäftsbeziehungen abzubrechen.


Ob die Gechäftsbeziehung hier von solcher Intensität ist, dass sie sich eignet den Y zu dem abgenötigten verhalten zu motivieren lässt sich bei dem kurzen sachverhalt schwer einschätzen, ich finde es insgesamt aber vertretbar. Insbesondere wenn er die freundin, die langjährige kundin ist in den boykott ein zu beziehen droht.

Spätestens in der Rechtswidrigkeit würde ich aber bei der Zweck / Mittel relation die Nötigung rausfliegen lassen, denn bei jemandem nicht einzukaufen, wenn seine Preise zu teuer sind, ist elementarer teil des täglichen geschäftslebens.
Anders würde es aber imho aussehen wenn X damit drohen würde öffentlich zum Boykott aufzurufen.
Ich_und_net_Du
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 11.03.2008
Beiträge: 111

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2008 - 18:40:58    Titel:

hi,

ertsmal vielen Dank

Allerdings geht es nicht um seine Freundin, sondern um seine Freunde (Kumpel).

Inwiefern kann X tatsächlich auf seine Freunde Einfluss nehmen? Dies kann er zwar behaupten, aber ob es auch gelingt? Dies spielt aber wohl keine Rolle?

Was er tatsächlich beeinflussen kann ist sein Verhalten, also ob er selber weiter bei Y einkaufen wird oder nicht.

X will auch nicht wegen überteuerter Preise nicht mehr bei X einkaufen, sondern weil dieser nur gegen Vorkasse liefern will.

Laut SV ist er wohl ein Kunde, der sehr, sehr oft bei ihm einkauft, von daher gehe ich jetzt einfach mal spontan davon aus, das demnach ein "empfindliches Übel" angenommen werden kann.

Da sich der Y dadurch nicht beeinflussen lässt, kommt doch "nur" ein Versuch in Betracht, richtig?

Danke
Gregsen
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 523

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2008 - 18:56:05    Titel:

genau, das X praktisch auf seine freumde nicht einwirken kann steht der nötigung nicht entgegen. Wichtig ist nur dass er gegenüber Y in überzeugender weise den Eindruck erweckt, er hätte diesen Einfluss und so der Eintritt des übels in seiner disposition steht.

Und wenn sich Y nicht beeinflussen lässt, fehlt es natürlich am nötigungserfolg und es kommt nur der versuch in betracht.

sorry, hatte mich bezüglich der Freunde verlesen. Das macht die Sache entwas deutlicher, trotzdem weiß ich nicht ob ich dadurch schon die rechtswidrigkeit der zweck mittel relation annehmen würde. Lässt sich imho beides vertreten.
Dass es X aber garnicht um den Preis, sondern nur um die vorkassezahlung geht, ändert im grunde ja nichts, es spricht sogar meiner meinung sogar noch stärker zugunsten einer im ergebnis nicht rechtswidrigen zweck / mittel relation, da eine sicherere zahlungsmöglichkeit zu verlangen weniger verwerflich erscheint, als nur den preis drücken zu wollen.
Ich_und_net_Du
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 11.03.2008
Beiträge: 111

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2008 - 20:54:22    Titel:

Hi,

alles klar,

danke
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Nötigung beim Boykottandrohung?
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum