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Ungeladene Schusswaffe beim Raub/räuberische Erpressung
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Andy1860
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Anmeldungsdatum: 06.10.2005
Beiträge: 49

BeitragVerfasst am: 07 Aug 2008 - 11:40:24    Titel: Ungeladene Schusswaffe beim Raub/räuberische Erpressung

Eine kurze Frage:

Habe bei folgendem Ausschnitt eines Sachverhaltes:

A bedroht einen Juwelier mit einer ungeladenen Pistole (echte, keine Gas- oder ähnliches) um diesen zur Herausgabe des Tresorinhalts zu veranlassen.

§ 250 I Nr1 a) und II Nr 1 bejaht.

Ich meine gelesen zu haben, dass "eine Pistole ihre Gefährlichkeit auch nicht vorübergehend verliert, wenn sie nicht geladen ist".
Hab schon meine Unterlagen durchgeschaut, finde es aber nicht mehr.

Kann mir jemand sagen, ob diese Aussage richtig ist oder ob es (wie in meiner Klausur bewertet) völlig falsch und unvertretbar ist?
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 07 Aug 2008 - 11:51:53    Titel:

Wenn du sie als Waffe eingeordnet hast, ist es leider falsch. Dann bist du voll in die Falle des Sachverhaltsstellers hineingetappt. Die Pistole muss schussbereit sein, um als Waffe zu gelten. Sie muss nämlich nach Art und Beschaffenheit dazu bestimmt und geeignet sein, erhebliche Verletzungen hervorzurufen. Und zwar - natürlich - zum Zeitpunkt der Tat. Bei ungeladenen Waffen und Spielzeugpistolen ist vielmehr § 250 I Nr. 1 lit. b StGB einschlägig, bei entsprechenden Hinweisen im Sachverhalt kann man wohl auch zu § 250 I Nr. 1 lit. a Var. 2 StGB (gef. Werkzeug) kommen.

Seit der Novellierung des Tatbestandes (Waffe als Spezialfall des gef. Werkzeuges) wird das Gegenteil leider auch unvertretbar sein. Ich glaube nicht, dass du hierzu noch Gegenstimmen aus der Literatur finden wirst. Selbst wenn - dann hättest du angesichts des Wortlauts eine enorme Argumentationslast getragen. Undiskutiert wäre die Annahme als Waffe daher auch nicht richtig gewesen.
Andy1860
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Anmeldungsdatum: 06.10.2005
Beiträge: 49

BeitragVerfasst am: 07 Aug 2008 - 12:12:55    Titel:

Vielen Dank für die schnelle Antwort, Tobi!

Dann muss ich das wohl irgendwie verwechselt haben (evtl. mit einem anderen Tatbestand?!) oder ich habe eine totale Mindermeinung gelesen.
In der Klausur war ich leider überzeugt dies wäre richtig.
DeViaje
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Anmeldungsdatum: 27.06.2008
Beiträge: 42
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2008 - 15:46:40    Titel:

Funktionsbereitschaft der Waffe ist ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal. Selbst wenn die Munition 200 m entfernt liegt, ist eine Pistole nicht als Waffe zu klassifizieren, da er eben nicht eine geladene, funktionsbereite Pistole beisichführt.


MfG
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