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Könnte ein Tyrann in Deutschland an die Macht kommen?
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Könnte ein Tyrann in Deutschland an die Macht kommen?
 
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rohbart
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Anmeldungsdatum: 07.11.2006
Beiträge: 534

BeitragVerfasst am: 02 Sep 2008 - 16:29:33    Titel: Könnte ein Tyrann in Deutschland an die Macht kommen?

Ich behaupte ja.
Mir ist schon länger aufgefallen, dass bei allem, was von Politikern beschlossen wird es immer wieder empörte aufschreie gibt. Sei es wegen der Sozialreformen, der zunehmenden Beschneidung der Rechte oder sonst irgendwas.
Liest man zum Beispiel heute noch, dass jemand wegen der Datenspeicherung der Bürger empört aufschreit? Ich nehme sowas nicht oder nur am Rande wahr, es ist mittlerweile Schnee von gestern. Leider bin ich politisch nicht sehr bewandert, sonst würde ich noch einige andere Beispiele aufzählen. Ich kann aber sagen, dass wir es Schrittweise zulassen würden, irgendwann einen Faschischten an die Macht kommen zu lassen oder aus Deutschland einen Polizeistaat entsehen zu lassen.

Zuerst gibt es empörte aufschreie, doch nach kurzer Zeit hat man sich mit neuen Gesetzen abgefunden. Und dann kann das nächste in die geplante Richtung kommen, bis es keine Chance mehr gibt irgendeinen Machtgeilen oder ideologisch verblendeten Politiker aufzuhalten und er sich selbst zum Kanzler auf Lebenszeit oder was auch immer ernennt.

Was sagt ihr dazu?
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 02 Sep 2008 - 16:33:17    Titel:

Wenn ich sehe, wie die Deutschen einem Obama zujubeln, ohne sich mit Inhalten zu beschäftigen.
Wenn ich sehe, wie viel % die Linke inzwischen hat, obwohl die noch nicht mal ein Parteiprogramm haben.
Wenn ich die platten Parolen sehe, die vor jedem Wahlkampf offensichtlich ausreichen, um die Wähler zu "überzeugen".

Da wird einem ziemlich flau im Magen. Ja, in Deutschland könnte wohl ein Diktator durchaus wieder an die Macht kommen. Er bräuchte wohl nur eines: Charisma.

Gruß
Pauker
canis
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Anmeldungsdatum: 06.03.2008
Beiträge: 130
Wohnort: Hagen

BeitragVerfasst am: 02 Sep 2008 - 17:26:10    Titel:

Glaubt denn einer ernsthaft das wir in einer Demokratie leben.
Glaubt einer ernsthaft das Berufspolitiker am Wohle des Volkes interessiert sind.
In den entscheidenen Ämtern sitzen Parteibücher die Medienkultur, Mainstream, gestalten, halt Propaganda.

Als Buchempfehlung, DIE DEUTSCHLANDAKTE ,

Eine kleine Gruppe von Berufspolitikern sitzt am Hebel, unsere Demokratie ist die Möglichkeit aus verschiedenen Parteien eine auszusuchen die zugelassen wird. Patrteien die dem Mainstream nicht entsprechen werden durch die Medien ausgelöscht.

Eine Diktator , in der Art wie wir sie aus der Geschichte kennen, ist dann möglich wenn "Geld" es für eine Wachstumsmöglichkeit hält.

gruß

Canis
Kölner_VWLer
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Anmeldungsdatum: 09.08.2007
Beiträge: 1616

BeitragVerfasst am: 02 Sep 2008 - 17:48:09    Titel:

Zitat:
Glaubt denn einer ernsthaft das wir in einer Demokratie leben.


Absolut. Allerdings ist die Demokratie nicht so toll, wie sie immer dargestellt wird.

ICh weiß auch kein besseres System.

Aber demokratisch könnten zB. 51 % der Bevölkerung beschließen, dass die restlichen 49% arbeiten und der Wohlstand dann "gerecht" auf alle verteilt wird.

In etwa auf diesem System basiert der Erfolg der Linken. Je mehr Sozialstaatsabhängige generiert werden, desto höher ist der Zuspruch zu einem weiteren Ausbau des Sozialstaats. Dies generiert wieder weitere Abhängige.

Das Volk ist, auch wenn Politiker in ihren Reden es gerne anders darstellen, dumm. Dumm im Sinne von Oberflächlich und beinflussbar.

Das ist das Problem einer Demokratie.
Knalltüte
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Anmeldungsdatum: 31.08.2007
Beiträge: 2932
Wohnort: gleich um die Ecke

BeitragVerfasst am: 02 Sep 2008 - 18:55:04    Titel:

Kölner_VWLer hat folgendes geschrieben:
Aber demokratisch könnten zB. 51 % der Bevölkerung beschließen, dass die restlichen 49% arbeiten und der Wohlstand dann "gerecht" auf alle verteilt wird.

Ich glaube dann käme heraus: 100% entscheiden sich dafür, dass die restlichen 0% für sie arbeiten. Smile
aloa5
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Anmeldungsdatum: 28.02.2007
Beiträge: 1971

BeitragVerfasst am: 02 Sep 2008 - 19:02:57    Titel: Re: Könnte ein Tyrann in Deutschland an die Macht kommen?

rohbart hat folgendes geschrieben:
Ich behaupte ja.
Mir ist schon länger aufgefallen, dass bei allem, was von Politikern beschlossen wird es immer wieder empörte aufschreie gibt. Sei es wegen der Sozialreformen, der zunehmenden Beschneidung der Rechte oder sonst irgendwas.
Liest man zum Beispiel heute noch, dass jemand wegen der Datenspeicherung der Bürger empört aufschreit? Ich nehme sowas nicht oder nur am Rande wahr, es ist mittlerweile Schnee von gestern. Leider bin ich politisch nicht sehr bewandert, sonst würde ich noch einige andere Beispiele aufzählen. Ich kann aber sagen, dass wir es Schrittweise zulassen würden, irgendwann einen Faschischten an die Macht kommen zu lassen oder aus Deutschland einen Polizeistaat entsehen zu lassen.

Zuerst gibt es empörte aufschreie, doch nach kurzer Zeit hat man sich mit neuen Gesetzen abgefunden. Und dann kann das nächste in die geplante Richtung kommen, bis es keine Chance mehr gibt irgendeinen Machtgeilen oder ideologisch verblendeten Politiker aufzuhalten und er sich selbst zum Kanzler auf Lebenszeit oder was auch immer ernennt.

Was sagt ihr dazu?


In der Tat - das Grundgesetz wird seit einiger Zeit verstärkt ausgehölt und "neutral" gemacht so das sich ein beliebiger Staatsführer des GG´s bedienen kann.

Und ich hole mier hier noch einmal einen kleinen Ausschnitt aus einer Rede Rohrmosers:
Zitat:
Und wenn man einmal von der demokratischen Staatskonstruktion her, in der Kürze der Zeit den prinzipiellen Grund nennen soll, der den Weimarer Staat - eigentlich wehrlos - hat untergehen lassen, dann ist es die in der Weimarer Verfassung verankerte Erklärung der totalen Wertneutralität des Staates. Es gab ja auch den Paragraphen 48, die kommissarische Diktatur des Reichspräsidenten, der in einer Notlage das Recht hatte, die Verfassung außer Kraft zu setzen und alle Maßnahmen zu ergreifen, die erforderlich waren, um den Notstand abzustellen. Aber damit war die Weimarer Verfassung im liberalen Sinne die freiheitlichste, die es überhaupt je auf der Welt gegeben hat. Denn diese Wertneutralität bedeutete, dass dieser Staat bereit war, sich jedem zu überantworten, der die Mehrheit und damit die demokratische Machtlegitimation errungen hatte und sich mittels dieser Mehrheit des Staates bemächtigte und ihn dann umfunktionierte zu einem Instrument, um seine eigene Ideologie dann durchzusetzen. Man öffnete die Türen für den Feind, d.h. das konstituierende Prinzip war - wenn wir die Sprache und Begrifflichkeit von Carl Schmitt verwenden wollen - dass diese Wertneutralität des Staates dem Staat die Fähigkeit beraubt hatte, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden! Platonisch gesehen, zu unterscheiden zwischen denjenigen, die man nicht walten lassen darf bis sie den Staat zerstört haben und denen, denen man zutrauen konnte und von denen man den Willen vermuten konnte, dass sie bereit sind, den Staat zu verteidigen. D.h. wenn der Staat als die Form der organisierten Einheit der Nation bedroht war durch Zerstörung, dann, so war die Meinung von Carl Schmitt, muss der Staat jenseits der Wertneutralität aufgrund der Unterscheidung von Freund und Feind in der Lage sein, alles ihm mögliche zu tun, um die minimale Einheit der Nation und damit die Nation selber zu retten und zu erhalten.

Was da angelegt war, passierte 1933. Ein unheimliches Phänomen, über das wir noch gar nicht lange genug nachgedacht, geschweige denn praktische Konsequenzen gezogen haben, denn indem der wertneutrale Staat die Tore öffnete, zogen dann die Nazis ein. In einem Phänomen, das es so vorher noch nie gegeben hat, nämlich einer legalen Revolution. Sie zogen ein, sie bemächtigten sich des Staates und stellten den Macht- und Organisationsapparat des Staates in den Dienst der Durchsetzung ihrer Ideologie, eine legale Revolution. D.h. diese Erfahrung vom Ende einer Demokratie ist es doch, und das ist die Lehre von Weimar, dass eine Demokratie durchaus ganz in Übereinstimmung mit sich selbst abgeschafft werden kann! Eine Abschaffung der Demokratie muss nicht einmal erfolgen von solchen, die sich als erklärte Feinde der Demokratie darstellen, sondern dies kann auch geschehen in Übereinstimmung mit ihren eigenen Prinzipien. Man muss nur dafür sorgen, dass man - wie auch immer - die nötige Mehrheit bekommt.

Und diese Art von legaler Revolution muss nicht in einem dramatischen Akt erfolgen, wie das damals der Fall war, sondern sie kann auch schleichend, sie kann prozesshaft erfolgen. Auf eine Art und Weise, dass die Demokratie kaum spürbar abgeschafft wird und dabei, wie beschrieben, sogar ihre Regeln und ihre Fassade unangetastet bestehen bleibt. D.h. also die Krise der Demokratie können wir gar nicht an Kriterien beurteilen, die wir aus der Verfassung selber nehmen, sondern das ist ein geschichtlich-paradigmatischer Fall, aus dem, ich will es hinzufügen, wir nach 1945 durchaus eine Konsequenz gezogen haben.

Nämlich dieser Staat, die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland, ist nicht wertneutral, sondern er ist durch einen Wertekatalog konstituiert. Insofern haben wir aus Weimar eine Lehre gezogen.


Wir sind möglicherweise dabei diese Lehre zu "vergessen". Sowohl in sozialer Hinsicht als auch in Hinsicht auf die Staatsgewalt. Den Datenschutz hast Du bereits angesprochen (VDS und Co.). Das zusammen war der Grund für meinen Parteieintritt - denn die Entwicklung war vorherzusehen.

Jedoch ... es wird kein einzelner Tyrann/Diktator kommen. Eher ein ungerechteres Staatswesen. Langsam, europäisch. Dafür sind alle zu sehr miteinander verbunden, Zwänge zu stark.

Grüße
ALOA
canis
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Anmeldungsdatum: 06.03.2008
Beiträge: 130
Wohnort: Hagen

BeitragVerfasst am: 02 Sep 2008 - 19:06:19    Titel:

Ok, du kannst eine Partei wählen, die deine Interessen vertritt wenn Diese die 5% Hürde überspringt. Die Person kann man nicht wählen das erledigt die Partei über Listen, abstrafen bestimmter Politiker für versagen ist nicht möglich. Welche Parteien vorne stehen bestimmen die Medien die uns richtig und falsch vorgaukeln, diese werden widerum von Politk beherrscht. In einem demokratischen Staat müßten Parteien auch Zugang finden die keine demokratischen Absichten haben. Wenn 51% für ein Königreich sind ?

mfg
canis
eagle05
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Anmeldungsdatum: 30.05.2006
Beiträge: 2481
Wohnort: Essen [NRW]

BeitragVerfasst am: 02 Sep 2008 - 19:11:43    Titel:

Zitat:
Zuerst gibt es empörte aufschreie, doch nach kurzer Zeit hat man sich mit neuen Gesetzen abgefunden. Und dann kann das nächste in die geplante Richtung kommen, bis es keine Chance mehr gibt irgendeinen Machtgeilen oder ideologisch verblendeten Politiker aufzuhalten und er sich selbst zum Kanzler auf Lebenszeit oder was auch immer ernennt.

Bestes Beispiel in Europa: Berlusconis und Putin. Mehr braucht man da nicht zu sagen
Knalltüte
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Anmeldungsdatum: 31.08.2007
Beiträge: 2932
Wohnort: gleich um die Ecke

BeitragVerfasst am: 02 Sep 2008 - 20:07:27    Titel:

eagle05 hat folgendes geschrieben:
Bestes Beispiel in Europa: Berlusconis und Putin. Mehr braucht man da nicht zu sagen

Sarkozy ist auch nich viel rühmlicher, die Kaczyńskis sind ja schon halb Geschichte. Mal sehen ob wir uns auch mal so einen geschäftigen Hampelmann gönnen. Confused
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 02 Sep 2008 - 22:06:10    Titel:

canis hat folgendes geschrieben:
Die Person kann man nicht wählen das erledigt die Partei über Listen,


Erststimme?

Gruß
Pauker
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