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Anstiftung zu eigener KV durch andere Person möglich?
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Sarah_Muc
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Anmeldungsdatum: 15.02.2008
Beiträge: 52
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2008 - 14:33:00    Titel: Anstiftung zu eigener KV durch andere Person möglich?

Hallo,

kurze (vielleicht doofe) Frage:

Eine Minderjährige geht mit gefälschter Einverständniserklärung zum Piercer und dieser sticht ihr ein Zungenpiercing.

In diesem Fall hat sich der Piercer der gefährlichen KV strafbar gemacht, da ein Doppelirrtum vorlag.

Nun die Frage: Hat sich die Minderjährige der Anstiftung zur gefährlichen KV strafbar gemacht? Ich meine, eigentlich ist doch die "Selbstverletzung" straflos, also kann man dazu doch auch nicht anstiften, oder? Auf der anderen Seite liegt eine tbmäßige, rw Haupttat vor... aber ich zweifle an der "anderen" Person - gilt dies nur für den Haupttäter? Oder ist das dann für den Anstifter egal - kann also auch er selbst sein?

Vielen Dank um Voraus!
MarenK
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Anmeldungsdatum: 12.07.2006
Beiträge: 222

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2008 - 15:04:52    Titel:

Sarah_Muc hat folgendes geschrieben:

In diesem Fall hat sich der Piercer der gefährlichen KV strafbar gemacht, da ein Doppelirrtum vorlag.


Wieso geht die gef. KV bei dir durch? Das Mädchen selbst willigt ja ein. Das Problem mit der Einverständniserklärung: Nimmst du an,dass der Irrtum vermeidbar war und er noch zusätzlich die Eltern hätte anrufen müssen,ob die Erklärung wirklich von Ihnen ist (steht da irgendwas im Sachverhalt, dass der Piercer erkennt, dass das Mädel die Einverständniserklärung selbst geschrieben hat?) oder wie kommst du zum Ergebnis dass die gef. KV durchgeht? Question
Sarah_Muc
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Anmeldungsdatum: 15.02.2008
Beiträge: 52
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2008 - 15:29:07    Titel:

Entschuldige, vielleicht war die Schilderung meines SV ein wenig kurz...

Also, der Piercer meinte beim ersten Besuch, er würde nur mit Erklärung der Eltern piercen, das Mädchen ist 14 Jahre alt und nicht fähig, die Ausmaße des Piercings zu begreifen. Die Eltern sind gegen ein Piercing.
Nun geht das "arme" Ding zu ihrem Bruder, die ihr eine Erklärung mit Unterschrift der Eltern fälscht. Er kennt sich mit dem Pierchen ein bisschen aus und schreibt in die Erklärung, dass eine bestimmte Methode angewendet werden soll.

Das Mädchen geht also wieder zurück zum Piercer und gibt ihm das Schreiben. Er glaubt an die Echtheit, denkt aber, dass eine andere Methode besser geeignet sei und wendet diese dann auch an -> Irrtum über Rechtfertigungsgrund (keine Einwilligung der Eltern) und Umfang der Rechtfertigung (hätte nach Einwilligung nur die darin beschriebene Methode anwenden dürfen) = doppelter Irrtum, bei dem es auf die Vermeidbarkeit des zweiten Irrtums ankommt. Bei mir hätte er sich informieren könne, ob er die andere Methode anwenden darf -> vermeidbar -> strafbar.

Vielleicht ist es jetzt eindeutiger. Und jetzt eben die Frage, ob das Mädchen den Piercer zu der an ihr begangenen KV hat anstiften können...
Alberthold
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Anmeldungsdatum: 10.05.2006
Beiträge: 195

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2008 - 20:40:14    Titel:

Hm. irgendwie erinnert der Fall auch an den Katzenkönigfall, wo der unmittelbare Täter einem vermeidbaren Verbotsirrtum erlag und daher bestraft wurde, daneben aber dann noch die Personen, die bei ihm den Irrtum erregt haben als "Täter hinter dem Täter" ebenfalls über § 25 I 2. Alt bestraft wurden wegen Tatherrschaft kraft überlegenem Wissens.

Hier kann man aber auch recht schön sehen, wieso eine Anstiftung zur Selbstverletzung eigentlich keinen Sinn macht.
Hätte das Mädchen sich selbst durch den Piercer nach § 25 I 2.Alt verletzt (sprich das aber nicht so als eigenen Strafbarkeitsgrund an), so wäre dies nicht strafbar, da ja das Merkmal des "anderen" iSd § 223 fehlt.
Im Falle der Anstiftung ist für den Piercer das Mädchen zwar eine "andere", jedoch ihr gegenüber genießt ihre körperliche Unversehrtheit m.E. dann keine Schutzwürdigkeit. Sie kann nicht Täter sein, also kann sie erst recht nicht Teilnehmer ihrer eigenen Körperverletzung sein.
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