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Problem: Diebstahl von verlorenen Sachen
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Rhyeira
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 3012

BeitragVerfasst am: 18 Sep 2008 - 18:48:44    Titel:

Schwarze Strümpfe hat folgendes geschrieben:
Ich sehe keinen Raum für 242, wenn jemand eine Sache in der Öffentlichkeit, wo sie dem allgemeinen Zugriff ausgesetzt ist, vergisst, sich entfernt und erst einige Stunden später wiederkommt. Wo ist denn da die tatsächliche Ausübung der Sachherrschaft zum Zeitpunkt des vermeintlichen Gewahrsamsbruchs?


Hm, das Argument überzeugt mich ehrlich gesagt nicht.
Wenn du allein auf die tatsächliche Ausübung der Sachherrschaft abstellst, dann müsstest du ja letztlich auch z.B. bei einem Auto, das jemand am anderen Ende der Stadt abgestellt (= keine tatsächliche Ausübung der Sachherrschaft zum fraglichen Zeitpunkt möglich) und versehentlich nicht abgeschlossen hat (= Auto ist dem allgemeinen Zugriff ausgesetzt), den Gewahrsam verneinen, mit der Folge, dass jemand, der dieses Auto "klaut", nicht wegen Diebstahls strafbar ist. Irgendwie erscheint mir das nicht sachgerecht.

Die Definition für Gewahrsam ist ja außerdem gerade "tatsächliche Sachherrschaft, die von einem natürlichen Herrschaftswillen getragen und deren Reichweite von der Verkehrsauffassung bestimmt wird" - und nach der Verkehrsauffassung würde ich durchaus sagen, dass eine Sache, die jemand nur vergessen hat, noch in seinem Gewahrsam steht und er nur vorübergehend an der Ausübung der tatsächlichen Sachherrschaft gehindert ist, bis er die Sache wiedergeholt hat.

Ich bin mir auch relativ sicher, dass ich es mir immer so gemerkt habe, dass bei verlorenen Sachen der Gewahrsam endet und bei nur vergessenen der Gewahrsam fortbesteht.

Auf jeden Fall müsste man das in einer Klausur oder Hausarbeit ausführlicher ansprechen.
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 18 Sep 2008 - 20:12:48    Titel:

Wenn sich ein Auto so leicht entfernen ließe wie eine Brieftasche würde ich das auch vertreten. Wenn jemand im Suff sein Auto nebst Zundschlüssel auf einem Parkplatz vergisst und das klaut jemand würde ich auch eher zur Unterschlagung tendieren. Mich überzeugt diese stark normativierende Tendenz in der Gewahrsamsbestimmung nicht wirklich.
Zum Zeitpunkt des Zugriffs wusste der Börsenbesitzer ja m. E. auch eben nicht, wo das Dingen war. Darauf angesprochen hätte er gesagt: "in meiner Hosentasche".
Rhyeira
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 3012

BeitragVerfasst am: 18 Sep 2008 - 21:52:17    Titel:

Na, vielleicht könnten wir uns nach alldem wenigstens darauf einigen, dass die Frage umstritten ist? Wink
mininou
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Anmeldungsdatum: 13.02.2007
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 19 Sep 2008 - 12:31:36    Titel:

das sag ich ja! gerade weil es sich um eine hausarbeit handelt,wäre der korrrektor sicherlich nicht erfreut darüber wenn ich einfach sage die sache ist gewahrsamslos geworden, demnach würde mir ja ein kompletter prüfungspunkt - nämlich der diebstahl - wegfallen. wie gesagt, ich werds bei der variante lassen, dass A die geldbörse gestohlen hat, weil sie lediglich von E vergessen war und dazu auch noch hilfsgewahrsam der stadt besteht. klingt für mich am logischsten. lässt sich auch schöner begründen, als einfach nur gewahrsamslos geworden. vielen dank für eure hilfe Smile
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