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Anfechtung oder Rücktritt
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Moskva
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Anmeldungsdatum: 27.02.2006
Beiträge: 97
Wohnort: Frankfurt am Main / Höchst

BeitragVerfasst am: 25 Sep 2008 - 19:34:12    Titel: Anfechtung oder Rücktritt

Diese Frage wurde hier bestimmt schon gestellt aber bevor ich die Finde werde ich alt bei der Menge an Beiträgen dazu. Ich hab‘s immer noch nicht kapiert was der Unterschied ist zwischen Anfechtung und Rücktritt. Ganz allgemein. Wenn beim Abschluss eines Kaufvertrages arglistig getäuscht wurde, so kann ich § 123 anfechten oder § 437 zurücktreten. Auch da, bei § 440, kann ich mich auf arglistige Täuschung berufen. Wie entscheide ich mich? Ich verstehe es nicht.
Ant-Man
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Anmeldungsdatum: 19.06.2008
Beiträge: 240

BeitragVerfasst am: 25 Sep 2008 - 19:48:21    Titel:

Anfechtung nach § 123 und Rücktritt kommen parallel zur Anwendung, so dass der Käufer ein Wahlrecht hat.

Der Unterschied besteht aber darin, dass nach erfolgter Anfechtung ein Rücktritt ausscheidet. Hingegen kann nach Rücktritt immernoch eine Anfechtung erfolgen.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 26 Sep 2008 - 06:12:42    Titel:

Ant-Man hat folgendes geschrieben:
Anfechtung nach § 123 und Rücktritt kommen parallel zur Anwendung, so dass der Käufer ein Wahlrecht hat.


Dazu sollte man dann auch übrigens in der Klausur/HA ein paar Sätzchen sagen (also zum Verhältnis Anfechtung/Rücktritt, ist ja bei § 123 anders als bei § 119 II bspw.).
Ant-Man
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Anmeldungsdatum: 19.06.2008
Beiträge: 240

BeitragVerfasst am: 26 Sep 2008 - 06:54:06    Titel:

Marina85 hat folgendes geschrieben:
Ant-Man hat folgendes geschrieben:
Anfechtung nach § 123 und Rücktritt kommen parallel zur Anwendung, so dass der Käufer ein Wahlrecht hat.


Dazu sollte man dann auch übrigens in der Klausur/HA ein paar Sätzchen sagen (also zum Verhältnis Anfechtung/Rücktritt, ist ja bei § 123 anders als bei § 119 II bspw.).


Verhältnis Rücktritt und § 119 II BGB: Da meinst du ja ob § 119 II BGB durch die §§ 437 ff. BGB ausgeschlossen wird, richtig?

Und bei Verhältnis Rücktritt und § 123 BGB meinst du ja, dass der arglistig Täuschende nicht schutzwürdig ist, und daher neben dem Rücktritt zuzulassen ist, oder?


Zuletzt bearbeitet von Ant-Man am 26 Sep 2008 - 07:09:04, insgesamt einmal bearbeitet
Ant-Man
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Anmeldungsdatum: 19.06.2008
Beiträge: 240

BeitragVerfasst am: 26 Sep 2008 - 07:03:58    Titel:

Was ich noch vergessen habe zu schreiben:

Nach einem erfolgten Rücktritt können immernoch vertragliche Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden (vgl. § 325 BGB)

Nach erfolgter Anfechtung wegen § 123 BGB können nach h.M. hingegen keine vertraglichen Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden.
Ist aber umstritten.
Marina85
Senior Member
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 26 Sep 2008 - 07:41:07    Titel:

Ant-Man hat folgendes geschrieben:
Marina85 hat folgendes geschrieben:
Ant-Man hat folgendes geschrieben:
Anfechtung nach § 123 und Rücktritt kommen parallel zur Anwendung, so dass der Käufer ein Wahlrecht hat.


Dazu sollte man dann auch übrigens in der Klausur/HA ein paar Sätzchen sagen (also zum Verhältnis Anfechtung/Rücktritt, ist ja bei § 123 anders als bei § 119 II bspw.).


Verhältnis Rücktritt und § 119 II BGB: Da meinst du ja ob § 119 II BGB durch die §§ 437 ff. BGB ausgeschlossen wird, richtig?

Und bei Verhältnis Rücktritt und § 123 BGB meinst du ja, dass der arglistig Täuschende nicht schutzwürdig ist, und daher neben dem Rücktritt zuzulassen ist, oder?


Jo, genau, das meinte ich. Und dazu sollte man in ner Klausur auch was schreiben. War aber ein Hinweis für den Threadsteller, hatte nur auf deine Aussage Bezug genommen Wink .
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 26 Sep 2008 - 12:08:38    Titel:

vielleicht nocht etwas allgemeiner
anfechtung macht den vertrag (eigentlich die WE) kaputt
dann können die leistungen nach 812 (die genaue einordnung ist wegend er ex tunc wirkung der anfechtung strittig) zurückverlangt werden
hier könnte es jedoch zu einer entreicherung kommen
darum werden bei der "rückabwicklung" synallagmatischer verträge teils der wert der gegenleistung noch miteinbezogen, selbst wenn diese wegen entreicherung nicht mehr herausgegebene werden müsste(könnte)

rücktritt wandelt das ursprüngliche in ein rückgewährschuldverhältnis um,
so dass die Leistungen(oder gegebenenfalls ersatz) zurückgewährt werden

vorteil eines rücktritt im vgl zur anfechtung nach 119 ist, dass man so den eventuell zu leistenden schadensersatz des 122 umgeht
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