Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Finanzkrise
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> VWL/BWL-Forum -> Finanzkrise
 
Autor Nachricht
Hayastan18
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 12.09.2008
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 29 Sep 2008 - 17:58:21    Titel: Finanzkrise

Hallo Freunde,

ich brauche bisschen Hilfe bei der Finanzkrise.Wie hat es eigentlich angefangen?

Ich weiß, dass die Immobillienkrise eine der Ursachen ist,aber warum? Ist es so,dass die Banken vielen Kredite gegeben haben und später die Zinsen erhöht wurden, sodass die Kredite nicht zurück gezahlt werden konnten ?

Ich blick da nicht so durch, kann mir jemand bitte das erklären?
aasgeier
Junior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Junior Member


Anmeldungsdatum: 14.08.2008
Beiträge: 56

BeitragVerfasst am: 29 Sep 2008 - 18:39:24    Titel:

Die Banken haben Kredite an eigentlich nicht kreditwürdige Leute vergeben, die eh nur knapp die Tilgungen / Zinsen blechen konnten. Als die Zinsen stiegen konnten diese Leute plötzlich nicht mehr zahlen. Da das millionenfach vorkam fehlte den Banken plötzlich eine Menge Bargeld.

Einige Banken, die das Problem schnell erkannt haben, haben haufenweise faule Kredite zu Paketen zusammengeschnürt, um die Dinger unauffällig loszuwerden bevor es anfing zu brennen. So wurde die Krise bspw. zur IKB "exportiert".
pkessel
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 07.12.2005
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: 29 Sep 2008 - 22:31:34    Titel:

Die Banken sind nicht alleine Schuld.

Die Politiker in den USA (vor allem die Demokraten), haben durch den Community Reinvestment Act (CRA) die Banken gezwungen "schlechtere" Schuldner anzunehmen. Mitte der 90ziger wurde der CRA von der Clinton Administration ausgeweitet, die Zahl der variabel verzinsten Mortgages is da dramatisch angestiegen (Subprimekredite). Fannie und Freddy sind dick mit dabei MortgageBackedSecurities zu garantieren und zu verkaufen, weil sie dadurch Geld verdienen -> mehr MBS von noch schlechteren Schuldnern. (Nebenbei: die Republikaner haben mehr Transparenz und Aufsicht von Fannie und Freddy gefordert: http://www.youtube.com/watch?v=_MGT_cSi7Rs )

Dazu noch nen schlechtes Entlohnungssystem, wo der Verkäufer der Kredite eine Prämie bekommt, unabhängig der Zahlungsfähigkeit des Schuldners über die Kreditlaufzeit und das Problem wird größer.

Dann entsteht die "housing bubble" seit Mitte der 90ziger. Greenspan hält nichts davon Bubbles frühzeitig entgegenzuwirken, er will lieber handeln, wenn es ein Problem wird. Hauspreise steigen, und die Kunden können, da ihr auf Pump gekauftes Haus jetzt super viel wert ist noch nen Kredit zum Konsumieren mit dem Haus als Sicherheit abschließen (weil die Hauspreise ja immer weiter steigen werden).

Dass die Banken Mortgages zu MBS bündeln is nichts Neues, das machen die schon lange. Is ja im Prinzip auch gut, weil so das Defaultrisiko gestreut wird. Die MBS wurden AAA gerated (was jetzt stark kritisiert wird) und dadurch sehr liquide.

Jetzt platzt die housing Bubble, die Zinsen steigen, die Leute können ihre Kredite nicht zahlen, die MBS fallen im Wert. Manche MBS sind natürlich stärker betroffen als andere. Die Banken werden nervös und verkaufen natürlich die "schlechten" MBS. Diejenigen die sie kaufen (IKB) sind die dummen. Aber im Prinzip sind sie selber Schuld, wer kauft was, das er nicht versteht und nicht pricen kann? Sobald es dann raus kommt, dass manche MBS faul sind, wird der Markt illiquid, a la Akerlofs Lemons Modell, also adverse selection. D.h. jeder hockt jetzt auf seinen MBS, auch die, die nicht "faul" sind.

Da die Banken auch im Immobilienmarkt aktiv waren, haben sie auch Verluste gemacht, dazu kommen die Wertverluste von den MBS. Die Banken sind unterkapitalisiert und wollen rekapitalisieren. Nur hat man wieder das Lemons Problem. Die Banken die rekapitalisieren müssen sind die "schlechten". -> keine (oder sehr teure) Kredite für die Banken, auch nicht untereinander. Dadurch kommen vor allem die Investmentbanken in Probleme, weil sie kurzfristig finanziert sind, aber langfristige Investitionen haben und dadurch Liquiditätsprobleme bekommen. Das ganze fängt dann auf dem Interbankmarket wieder von vorne an.

Hm ja, lang genug geschrieben. Wenn ich was wichtiges vergessen hab, könnt ihrs grad ergänzen.
steilbergauf
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 30.07.2008
Beiträge: 141
Wohnort: London

BeitragVerfasst am: 29 Sep 2008 - 22:52:22    Titel:

schöner beitrag, schön anschaulich verfasst, denke ma das alle die sich damit noch nicht so befasst haben (was allerdings ne schande wäre, bei dem ausmaß!) ein Idea aufgehen wird....

btw. falls du ami wärst wüsste ich jetzt wo du dein kreuz machen würdest Laughing
Hayastan18
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 12.09.2008
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 30 Sep 2008 - 04:48:52    Titel: danke

danke Freunde für die Beiträge. Bei mir ist jetzt Idea
coolhot
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 21.01.2008
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 05 Okt 2008 - 15:34:49    Titel:

pkessel hat folgendes geschrieben:
Die Banken sind nicht alleine Schuld.

Die Politiker in den USA (vor allem die Demokraten), haben durch den Community Reinvestment Act (CRA) die Banken gezwungen "schlechtere" Schuldner anzunehmen. Mitte der 90ziger wurde der CRA von der Clinton Administration ausgeweitet, die Zahl der variabel verzinsten Mortgages is da dramatisch angestiegen (Subprimekredite). Fannie und Freddy sind dick mit dabei MortgageBackedSecurities zu garantieren und zu verkaufen, weil sie dadurch Geld verdienen -> mehr MBS von noch schlechteren Schuldnern.

Dass die Banken Mortgages zu MBS bündeln is nichts Neues, das machen die schon lange. Is ja im Prinzip auch gut, weil so das Defaultrisiko gestreut wird. Die MBS wurden AAA gerated (was jetzt stark kritisiert wird) und dadurch sehr liquide.
.


Konkret zum Startpunkt jetztigen Krise sind da ja die gravierendsten Verstöße gegen ökonomische Gesetze herausgestellt.

Nachstehend der Versuch, die etwa 7-jährige Zyklik der Krisen parallel herauszuarbeiten - beides greift ja ineinander:


Die Krise ist leider nötig, weil Missstände der Finanzmärkte ausuferten.
Das ist Krisendeutung wie ein Erdbeben: Nach Akkumulation von Verwerfungen
muss irgendwann durch ein Erdbeben die akkumulierte Spannung der
Missstände abgebaut werden. So jedenfalls: infos7.com oder
auch infos7.com/tiki-index.php?page=Finanzkrise+Top+Menu
Nach ein paar Nachbeben herrscht dann wieder ein paar Jahre lang
Gleichgewicht der Märkte, also weniger Missstand - bis zum nächsten Erdbeben.

An den Finanzmärkten wird derart viel verdient, dass gewaltige trügerische
Missstände der menschlichen Natur entsprechend gar nicht ausbleiben können.
Nach jeder Krise werden die hierbei soeben praktizierten trügerischen Missstände in ihrer
geldzerstörenden Tragweite erstmals voll begriffen, also von da an verhindert.

Aber bei hohen Summen erreicht der menschliche Geist sein Maximum an Ideen-Kompetenz...
Alsbald werden andere vom Kontroll-System noch nicht abgedeckte profitable
Kontroll-Lücken entdeckt mit mediengeeigneten Konzepten.
Die Spitzengewinne füttern alsbald wieder weltweiten Medienrummel für die nächsten
Varianten der Top-of-Top- Finanzprodukte beim garantierten Weg zum Multi-Millionär.
Irgendwann werden die neu akkumulierten Verluste beim nächsten Erdbeben abgeräumt.

Und wenn die Menschen und das Geld bis dahin nicht ausgestorben sind,
so machen sie das noch in 1000 Jahren so.
wowa100
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 06.10.2008
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 06 Okt 2008 - 06:32:02    Titel: Banken-Krise

Hallo erstmal an Alle hier. Ein Dankeschön für die guten und leicht verständlich geschriebenen Darstellungen zur Krise. Ich bin aufgrund der Thematik,die ich ehrlich gesagt nur in groben Zügen verstehe,weil ich kein VWLer bin.
Ihr wisst sicher,dass momentan sehr viel Panik betrieben wird und leider auch das Gegenteil.
Es gibt sehr viele Blogs,die ziemlich crudes Zeuchs verbreiten.
Dennoch eines macht mich unglaublich stuzig : Wie kann die "Finanzwelt" in so etwas hineinstolpern ? Wenn ich alles einigermassen richtig verstanden habe,so muss doch den Initiatoren klar gewesen sein,dass die zumindest völlig fahrlässig viele Bürger ins offene Messer rennen lassen.

Danach wurden die suprimes noch verpackt und weltweit exportiert ,also sorry,warum wird das nicht als das angeprangert was es nach meinem Dafürhalten ist,nämlich schlicht und einfach Betrug ? Das ist kriminell.

Ich habe mich desweiteren,oder besser bin im Netzt darauf gestossen,dahingehend informieren können wonach unser zinsbasiertes Geldsystem inhärent sozusagen mit einem Selbstzerstörungsmodus ausgestattet ist,weil Zinsen auf der einen Seite immer Schulden auf der anderen bedingen und dieses Verhältniss zwangsläufig irgendwann zu einer Seite kippt und man bloss noch Zinsschuld begleicht,also sehr verinfacht ausgedrückt.
Was mich brennend intessiert ist,ob das unter VWL-Studenten ein Thema ist,ob sowas diskutiert wird und ob es dahingehend auch ernstzunehmende Theorien gibt,die das bestätigen.

Also vielen Dank erstmal bis hierher.
licrerpol
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 30.12.2007
Beiträge: 612

BeitragVerfasst am: 06 Okt 2008 - 10:46:30    Titel:

Kann man die Threads mal zusammenfügen? Die Ausgangslage ist ja eh immer die gleiche..
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> VWL/BWL-Forum -> Finanzkrise
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum