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umgekehrter "Bonifaziusfall"
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woodstock.
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Anmeldungsdatum: 08.08.2007
Beiträge: 2336
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 07 Okt 2008 - 16:09:32    Titel: umgekehrter "Bonifaziusfall"

Hallo,

habe hier einen umgekehrten Bonifatiusfall (jaja, schreibt man mit einem "t"):

Teil aus dem SV, frei zusammengefaßt:
B will dem bedürftigen Freund A unter die Arme greifen und sendet im regelmäßig Geld in einem Briefcouvert per Post. Beide begreifen dieses Vorgehen als Geschenk. Am Freitag den 11.01.2008 schickt B wiedereinmal ein Geldcouvert ab. Dies wird am Dienstag, den 15.1.2008 durch den Briefträger bei A in den Briefkasten eingeworfen. Zu diesem Zeitpunkt ist A aber bereits tot, Todeszeitpunkt war der Samstag, der 12.01.2008. Das Geldcouvert wurde später vom Erben E gefunden.
B möchte das Geld aus dieser letzten Sendung zurück. Ansprüche B - E?

Habe mal mit 985 angefangen
Urspr ET ist B
ET-Verlust an A
P Einigsein?

812 (welche Alt?)
Leistung wenn, dann an A, aber ja nicht an E, folglich NLK ???

man möge mir bitte helfen, ich bin zulange raus, danke!
Shafirion
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Anmeldungsdatum: 01.04.2005
Beiträge: 1290

BeitragVerfasst am: 08 Okt 2008 - 18:01:02    Titel:

Eine spiegelbildliche Konstellation der Bonifitatius-Konstellation liegt hier bei genauerem Hinsehen aus verschiedenen Gründen gar nicht vor. Dies insbesondere deshalb, weil der Fall überhaupt nicht von erbrechtlichen Problemen überlagert wird; weder § 331 noch § 2301 sind einschlägig.
Es handelt sich vielmehr einzig und allein um Probleme des Allgemeinen Teils.
Fraglich ist insoweit, ob die Schenkungsofferte noch vom Erben annehmbar war, mit der Folge, dass die an sich gegebene Formunwirksamkeit konvalesziert würde (§ 518 II).
Mithin ist durch (ergänzende) Auslegung der Willenserklärung zu ermitteln, ob die Schenkungsofferte auch dem Erben gelten sollte (vgl. Palandt/Heinrichs, § 153 Rn. 3).
Abschließend lässt sich das ohne genauere Kenntnisse des Sachverhalts (der entsprechende verwertbare Informationen enthalten sollte) nicht sagen. Die vorliegenden Anhaltspunkte sprechen aber deutlich gegen einen auch durch den Erben annahmefähigen Antrag.
Da dies gleichermaßen für die Schenkungs- wie auch die Übereignungsoffert gelten würde, könnte der B in diesem Fall vindizieren.
Andernfalls ließe sich noch eine condictio ob rem in Erwägung ziehen, die sich aber wohl nicht bejahen ließe, ohne in Widerspruch mit der Auslegung der Schenkungsofferte zu geraten.
Damit hängt das Schicksal des Geldes entscheidend von der Vorstellung der Parteien ab.
woodstock.
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Anmeldungsdatum: 08.08.2007
Beiträge: 2336
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 09 Okt 2008 - 06:59:18    Titel:

na aber Hallo!

Vielen Dank! Idea
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