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1.bgb hausaufgabe kaufvertrag- irrtum
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> 1.bgb hausaufgabe kaufvertrag- irrtum
 
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*anna-lena*
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Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 08 Okt 2008 - 14:21:12    Titel: 1.bgb hausaufgabe kaufvertrag- irrtum

also ich habe vor vier wochen angefangen zu studieren (verwaltungswirtschaft) und habe jetzt große proble´me mit einer ha in bgb.

die aufgabenstellung:
ein student will einen neuen anzug kaufen. er sucht sich einen braunen aus, der 120 € kosten soll. er lässt ihn zurücklegen und geht weiter einkaufen. bei beau sieht er den selben anzug für 180 € und freut sich über seinen kauf. als er zu chic zurückkehrt und den braunen anzug kaufen will, stellt sich heraus, dass das preisschild verkauft wurde und der anzug 220 € kostet. S protestiert und will nicht zahlen. er geht zurück zu beau, um den 180 € anzug zu kaufen, der ist jetzt jedoch vergriffen. Deswegen kauft er bei Fine einen braunen anzug für 210 €.
1. Hat Chic einen anspruch auf die 220 €?
2. ist chic verpflichtet, den anzug für 120 € zu übergeben?
3. Kann S von Chic die Kosten verlangen, die er bei fine zusätzlich bezahlen muss?

meine lösungsansätze:
habe mir überlegt, dass chic keinen anspruch auf die zahlung der 220 € hat, da das preisschild nur ein initatio ad offerendum ist, also nur ein angebot zur abgabe eines angebotes.
chic ist aber andererseit nicht verpflichtet den braunen anzug für 120 € abzugeben, da seinerseits ein erklärungsirrtum vorlag, da er sich bei der preisauszeichnung vertan hat §119
S kann jedoch von chic schadenersatz verlangen da er durch den irrtum finanziell geschädigt wurde. in diesem fall wäre der betrag 30 €, da man davon ausgehen muss, welchen schaden S erlitten hätte, wenn er nie bei chic gewesen wäre. dann hätte er den anzug bei beau gekauft (180 €), da er nun 210€ aufwenden muss, entsteht für ihn´ein negatives interesse in höhe von 30 euro, welches chic ausgleichen muss.
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 09.09.2008
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BeitragVerfasst am: 08 Okt 2008 - 14:28:43    Titel:

ganz langsam "durchrobben"

die frage die sich zuerst stellt ist, ob durch das zurücklegen irgendein vertrag geschlossen wurde

was bedeutet das zurücklegen für einen objektiven dritten?
verpflichten sich beide (insbesondere S) dadurch bereits zum kauf?

ich sehe das mehr als kulanz, gefälligkeit des geschäfts an, wenn sie die sache für S zurückhalten

vielleicht käme hier auch eine c.i.c. in betracht
*anna-lena*
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Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 08 Okt 2008 - 14:31:50    Titel:

stimmt, wenn ich einen gegenstand zurücklegen lasse, habe ich die willenserklärung abgegeben, den gegenstand zu kaufen, bin also meiner verpflichtung zu bezahlung nicht nachgekommen.
in diesem fall wäre S verpflichtet den anzug zu bezahlen, er könnte dies zwar anfechten, müsste aber evtl mit einer schadenersatzforderung von chic rechnen (negatives íntersse oder?)

was ist den c.i.c.?
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 09.09.2008
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BeitragVerfasst am: 08 Okt 2008 - 14:40:42    Titel:

cic ist culpa in contrahendo
verschulden beim vertragsschluss, also bevor ein vertrag überhaut geschlossen wurde


hast du wirklich die we abgegeben,dass du den gegenstand auf jeden fall kaufen willst?
oder vielleicht nur gesagt dass du ihn wahrscheinlich kaufst und ihr das regelt wenn, falls du wiederkommst
*anna-lena*
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Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 08 Okt 2008 - 14:45:02    Titel:

also in der fallbeschreibung steht, dass S die verkäuferin bittet, ihm den anzug einzupacken und zurückzulegen, er werde den anzug an in einer stunde abholen. chic erklärt sich einverstanden
ist das in dem fall dann eine gültige willenserklärung?
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 08 Okt 2008 - 14:50:24    Titel:

okay
da ist dann wohl wirklich ein vertrag geschlossen worden

das geschäft hatte das falsche preisschild dran?

dann wurde der vertrag zu dem preis der draufstand geschlossen
chich kann aber evtl anfechten
dann müssten sie S in der tat wohl das negative interesse ersetzen
bzw ihn so stellen als hätten sie ihre willenserklärung nie abgegeben
*anna-lena*
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Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 08 Okt 2008 - 15:04:37    Titel:

also kann der laden (chick) dem käufer S gegenüber einen schadenersatzanspruch durchsetzen? sie haben ihm ja den anzug zurückgelegt, sie haben ja durch den irrtum einen finanziellen schaden erlitten. (wenn man davon ausgeht, dass niemand den anzug kauft, ihn aber jemand in der zwischenzeit hätte kaufen können, als er zurückgelegt war).
ist es denn schlüssig, dass S keinen Anspruch auf den preis von 120 € hat? obwohl das ganze auf einem irrtum basiert...?

ich weiß gar nicht, wie ich dieses gutachten schreiben soll... *kopfschüttel* hab überhaupt keine ahnung...
Bukorocker
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Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 38
Wohnort: Bad Rappenau

BeitragVerfasst am: 08 Okt 2008 - 15:13:20    Titel:

also ich würde es anfechten und nur 120€ zahlen.
Da dieser Preis in der Kurzen zeit vorlag und man es bei dem Preis vereinbart hat.
Theoretisch müsste es möglich sein.
*anna-lena*
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Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 08 Okt 2008 - 15:25:03    Titel:

wenn du auf die 120 € bestehst (was ja gegebenenfalls mit einer anfechtung verbunden sein dürfte) müsste jedoch für den käufern ein negatives interesse bestehen, er würde also zu schadenersatzansprüchen herangezogen werden, oder?

danke für die hilfe.... ! muss ma sehn wie ich jetzt weitermache, kanns halt nicht besser (warn ja grad mal sechs stunden bgb)
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 08 Okt 2008 - 16:02:47    Titel:

*anna-lena* hat folgendes geschrieben:
also kann der laden (chick) dem käufer S gegenüber einen schadenersatzanspruch durchsetzen? sie haben ihm ja den anzug zurückgelegt, sie haben ja durch den irrtum einen finanziellen schaden erlitten. (wenn man davon ausgeht, dass niemand den anzug kauft, ihn aber jemand in der zwischenzeit hätte kaufen können, als er zurückgelegt war).
ist es denn schlüssig, dass S keinen Anspruch auf den preis von 120 € hat? obwohl das ganze auf einem irrtum basiert...?

ich weiß gar nicht, wie ich dieses gutachten schreiben soll... *kopfschüttel* hab überhaupt keine ahnung...



nehmen wir mal an der vertrag wurde zu dem preis geschlossen der auf dem schild stand -120-
dann ficht der laden seine willenserklärung an, weil er dachte zu 220 zu kontrahieren

somit ist der vertrag kaputt und es bestehen zunächst keine ansprüche
S könne aber einen anspruch auf ersatz des vertrauensschadens nach §122 gegen chic haben

würde man davon ausgehen, dass der anzug den er für 210 kauft derselbe ist (oder der gleiche? wohl eher derselbe)
dann hätte S dadurch, dass er auf die willenserklärung von chic vertraut hat einen schaden von 210-180=30€ den die ihm ersetzen müssten
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