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Jura und die Angst vor der Mittelmäßigkeit
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Fawkes891
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Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 08 Okt 2008 - 14:32:43    Titel: Jura und die Angst vor der Mittelmäßigkeit

Hallo liebe Jurastudenten,
Ich absolviere derzeit meinen Staatsdienst und spiele mit dem Gedanken im kommenden WS ein Jura Studium zu beginnen. Dabei ergeben sich für mich aber noch ein paar zentrale Fragen, vor allem bzgl. der im Titel genannten Angst vor der Mittelmäßigkeit.

Zuerst noch ein paar Kurzinformationen über mich:
Ich bin mir nun seit Monaten darüber dem Kopf am zerbrechen, was ich denn studieren soll. Habe Bücher gelesen, in Modulen gewühlt, Studienberatung etc. Meine Stärken liegen mehr im sprach und gesellschafswissenschaftlichen Bereich (Deutsch, Religion, Philosophie) der Rest ist Durschnitt, aber es liegt nirgends eine gravierende Schwäche vor. Abitur mit 2,4 gemacht, nirgends schlechter als 08P (also zwar kein Interesse an Mathe, aber auch keine naturwissenschaftliche Behinderung^^).

1) Jura kommt mir grau und unbekannt vor. Zwar habe ich viel gelesen und besuche nun auch noch drei Schnupperstudium-Vorlersungen (BGB, Strafrecht, Geschichte) und dennoch Frage ich mich,welche Talente sind nötig um ein wirklich gutes Jura Studium zu absolvieren. Ich habe kein Interesse ein 3er Studium hinzulegen. Klar Disziplin, Durchhaltevermögen etc. sind wichtige Pfeiler für so ziemlich jedes gute Studium. Aber welches Talent hilft um ein guter Jursit zu werden? Ob Ingenieur, Dolmetscher, oder Pharmazeut - es leuchtet schnell ein,w o die persönlichen Stärken, bzw. wo persönliches Talent liegen sollte! Das will mir bei Jura nicht ganz klar werden. Ich lese zwar immer wieder von "Interpretationsgabe" (sollte kein Problem sein, Deutsch war immer mein bestes Fach) aber kann das denn alles sein? Es kann doch nicht sein, dass die Noten sich einzig am Fließ bzw. Zeitinvestition orientieren werden (Vermutliches Klischee, was man immer wieder hört: Schlichte Paragraphen-Paukerei)

2) Wie wichtig sind Fremdsprachen (Englisch)? Nur ein gutes Plus, oder unabdingliche Notwendigkeit?

3) Habe während des Zivi viel Zeit, was könnte ich anstelle von Romanen bzgl. Jura lesen, was mir später während des Studiums helfen wird?
Krawallbiene
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Anmeldungsdatum: 15.08.2005
Beiträge: 5181

BeitragVerfasst am: 08 Okt 2008 - 14:48:26    Titel: Re: Jura und die Angst vor der Mittelmäßigkeit

Fawkes891 hat folgendes geschrieben:


Ich habe kein Interesse ein 3er Studium hinzulegen. Klar Disziplin, Durchhaltevermögen etc. sind wichtige Pfeiler für so ziemlich jedes gute Studium. Aber welches Talent hilft um ein guter Jursit zu werden?




Mal im Erns jetzt: Wenn du deine Examina mit einem guten Befriedigend oder Voll Befriedigend ( was ja Prädikat ist) ablegst, dann bist du schon verdammt gut dabei.

Was glaubst du denn wie viele ein "Gut" oder "sehr gut" haben?!
Fawkes891
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Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 08 Okt 2008 - 15:09:01    Titel:

Ok, ich weiß noch nicht so genau, aus was allem sich die letztendliche Gesamtnote des Studiums berechnet. Aber die sollte schon ein bisschen besser als der "Durchschnitt" sein, denn weniger gute Juristen gibt es, so viel ich gelesen habe schon genug. Die Berufsaussichten sollten nach all der investierten Zeit schon passabel sein. Gemeint war natürlich nicht, das zwingend sehr gut rauskommt.
Vertiko
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Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 08 Okt 2008 - 15:15:29    Titel:

Also das er mit dem 3er Examen wohl eher ein juristisches Durchschnittsexamen meint ist doch wohl klar Smile

Sprich 6 Punkte im 1. oder so ähnlich.

Also ich studiere auch schon ein paar Jura und ich kann dir sagen, dass Fach ist nicht uninteressant. Meine Stärken lagen in der Schule auch immer eher auf den Fächern Deutsch, Geschichte, Politik und Rhetorik.

Das Jura Studium ist leider herrlich unkreativ. Du musst viel Phrasen, Definition, Prüfungsaufbauten auswendig lernen.
Wenn du regelmäßig und relativ viel tust, hast du eigentlich keine Probleme. Was mich immer viel mehr nervt, sind die Kommunitonen. Oft blasiert und immer überkorrekt. Konnte/kann mit denen nie wirklich viel anfangen.

Wenn du Fragen hast, stell sie ruhig.
AngelX21
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Anmeldungsdatum: 04.08.2008
Beiträge: 100

BeitragVerfasst am: 08 Okt 2008 - 15:19:16    Titel:

Ich kann dem nur beipflichten....es gibt viele die darüber glücklich wären. Und man muss dazu sagen, dass auch ein "3er" Abschluss für das Fach gut sind. Klar ist es gut und schön wenn man ein super Examen hinlegt, was dabei aber auch wichtig ist menschliche Kompetenz zu haben.
Ich weiss ja nicht in welche Richtung du mal willst, aber im größten Teil des Berufs Jurist hat man mit Menschen zu tun. Und wenn man da Probleme hat, wirds schwierig.

Als ich mir überlegt habe was ich nach dem Abi studieren soll, gings mir ähnlich. Ich war in fast allen Dingen gut, nirgends schlecht und nur in wenigen Dingen überragend.
Nur habe ich mittlerweile gelernt, dass kein Schulfach etwas darüber sagen kann ob man Talent für Jura hat oder nicht.
Wichtig ist dass man sich für Rechtsfragen interessiert, dass man sich auch mit komplexen Themen auseinandersetzen kann und umblickend denken und arbeiten kann. Ich denke auch brauchbar ist dass man gesellschaftl- sozial interessiert ist, weil die Rechtswissenschaft ein Teil davon ist und viele Entwicklungen aus gesellschaftlichen Prozessen resultieren. Es ist also nicht nur "schlichte Pragraphen Paukerei".

Fremdsprachen sind immer gut.....ich weiss nicht aus welchem Bundesland zu kommst und wie da die Regelungen sind, also in BW und auch in Hessen ist es so, dass du ein Fremdsprachenschein erwerben musst um fürs Examen zugelassen zu werden. Natürlich mit rechtlichem Bezug.

hmm...also im ersten Semester hat ein Prof zu uns gesagt das beste was man als Jurastudent machen kann ist Zeitung (ansprechende und nicht publistische Tageszeitungen) lesen. Da bleibt man auf dem Laufenden und versteht wie oben gesagt die Prozesse auch im Hinblick auf Gesetzesbildung.
lilith123
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Anmeldungsdatum: 10.10.2007
Beiträge: 74

BeitragVerfasst am: 09 Okt 2008 - 09:33:15    Titel:

An unserer Uni ist mir keiner bekannt, der mal ein sehr gut im ersten Examen hatte. Ein "gut" ist schon irrsinnig gut und mit einem "befriedigend" gehört man auch immer noch zu den "Guten". Mit diesem Notensystem muss man sich einfach abfinden, obwohl ich finde, dass es das Ergebnis verzerrt, insbesondere wenn jemand nicht weiß, dass das in Jura anders gehandhabt wird als in anderen Fächern. In anderen Fächern geht es ein "sehr gut" nach dem anderen zu schreiben, in Jura sicher nicht.

Ich finde, dass eine Deuschbegabung schon mal nicht schlecht für ein Jurastudium ist. Vor allem muss man den Konjunkitv recht flüssig beherrschen (für den Gutachtenstil).
rosamuraene
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Anmeldungsdatum: 13.10.2008
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 13 Okt 2008 - 15:28:08    Titel: Pauken ist die halbe Miete

Also,
ich habe sie geschafft, die beiden Prädikatsexamina. Wie? Hm, im Vergleich zu andern hatte ich irgendwie schon Talent, jedenfalls habe war mein Input/Output-Verhältnis besser als Durchschnitt. Das A und O scheint mir darin zu liegen, dass man irgendwann die Grundsätze juristischen Denkens kapiert. Deutsche Sprache beherrschen, ist ganz klar eine wichtige Grundlage. Aber ob´s mit der rechtswissenschaftlichen Denke klappt... Scheint mir schwer zu prognostizieren, bei mir hat´s auch lang gedauert. Wichtig ist, dass man so´n schematisches Denken entwickelt, und Parallelen zwischen juristischen Problemen erkennt. Strukturen lernen ist jedenfalls aussichtsreicher, als jedes juristische Problem einzeln in sich rein zu Büffeln. Kannst Dich ja mal fragen, ob Du Dir im Geschichtsuntericht eher einzelne Geschehnisse merken konntest oder die Sachen eher im Zusammenhang einordnen konntest und danach gelernt hast. Letzteres scheint mir die bessere Grundlage für´s Jura-Studium zu sein.
Schließlich... Du fragst nach Büchern? Versuch´s mal mit dem sog. "kleinen Medicus": Grundwissen zum Bürgerlichen Recht. Kannste damit was anfangen, hast Du gute Chancen... Wenn Du immer schön lernst neben dem Studium und nicht auf´s private Repetitorium wartest Wink
Fabian23
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Anmeldungsdatum: 26.08.2008
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: 15 Okt 2008 - 20:00:22    Titel:

Ich bin auch noch Schüler und denke über ein Jura Studium nach, vielleicht auch in BW.

@ AngelX21: Du hast was von Fremdsprachenkenntnissen geschrieben, die nachgewiesen werden müssen, um für das Examen zugelassen zu werden. Wie genau darf ich das verstehen?

Danke im voraus!
fuNky21
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Anmeldungsdatum: 01.08.2006
Beiträge: 92
Wohnort: Wiesbaden

BeitragVerfasst am: 15 Okt 2008 - 20:50:12    Titel:

Eine der Koryphäen im Strafrecht, Prof. Claus Roxin, hat mal einen Beitrag darüber verfasst, was seiner Meinung nach gute Voraussetzungen für das erfolgreiche Abschneiden im Jurastudium sind. Sehr lesenswert!

Klick Mich!

Ich - für meinen Teil - kann sagen, dass ich immer ein beschissener bis mittelmäßiger Schüler war. Ich kann nicht sagen, woran es lag. Ich weiss nur, dass ich im Unterricht meistens wo ganz anders war! Ich wusste eigentlich nie, wo ich mal hin wollte; habe zwei Studiengänge angefangen und bin schließlich zu Jura gewechselt. Das war eine der besten Entscheidungen meines bisherigen Lebens. In diesem Fach bin ich erfolgreich und schreibe wirklich gute Noten Smile Achja, Spaß macht es natürlich auch! Es gibt natürlich Momente, da verfluchst Du das ganze Ding, aber solche Tage hast Du wohl in jedem Studium. Ist auch eine Frage der eigenen Ansprüche.

Von daher: egal, wie Deine Noten sind, egal was Du hörst, was Du liest - probier es aus, dann weisst Du, ob es Dir liegt!!
Krawallbiene
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Anmeldungsdatum: 15.08.2005
Beiträge: 5181

BeitragVerfasst am: 15 Okt 2008 - 21:01:32    Titel:

@ fabian23 viele Unis verlangen bis zum Examen einen Fremdsprachenschein. Ich hab ihn in "Latein für Juristen" gemacht. Hatte in der Schule schon das Latinum gemacht und dementsprechend wars nicht so wild. Die meisten machen es dann doch in Englisch oder so. Ist nichts wildes.
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