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Wirtschaftsingenieur - was Halbes und nichts Ganzes?
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Foren-Übersicht -> Ingenieurwissenschaften -> Wirtschaftsingenieur - was Halbes und nichts Ganzes?
 
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Precision
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Anmeldungsdatum: 15.12.2005
Beiträge: 519

BeitragVerfasst am: 17 Sep 2008 - 09:05:09    Titel:

Das was meiner Meinung nach aus eienm Wing-Studium herauskommt, sind keine echten BWLer, echte Ingenieure sind es in gar keinem Fall!

Ich denke wenn man sich mal die Entstehungsgeschichte der Bindestrichstudiengänge anguckt, dass muss man wohl zu dem Schluss kommen, dass das industrielle Interesse an Wirtschaftsingenieuren eher derart geprägt ist, dass die Unternehmen eben sehr gerne echte Ingenieure haben würden, die sich zusätzlich in der BWL gut auskennen, um somit Produktentwicklungen näher am Markt zu orientieren.
Dies resultiert daraus, dass der typische Ingenieur eben im Zweifel zum Overtuning neigt, woraus sich jedoch nicht der maximale Gewinn erwirtschaften lässt. Von daher wären für diesen bessere Marktkenntnisse wünschenswert.

Das was die Universitäten und Fachhochschulen nun aus diesem Bedürfnis der Industrie machen ist meiner Meinung nach etwas vollkommen anderes: Hier werden zwei halbe Studiengänge zusammengeschweisst mit dem Ergebnis, dass der technische Part eines W-Ing Studiums niemals für eine Anstellung in der Produktion/Entwicklung reichen könnte, somit verbleibt für W-Ings nur der Part in der Richtung Betriebswirtschaft, den ebensogut ein Absolvent der technischen BWL leisten könnte.

Insofern ist meiner Meinung nach der Titel Wirtsch.-Ing einfach falsch und irreführend vergeben, denn ein echter Wirtschaftsingenieur, der ist in erster Linie ein echter Ingenieur mit umfassenden betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und nicht umgekehrt!
Smutje
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Anmeldungsdatum: 19.07.2008
Beiträge: 3004
Wohnort: Gießen

BeitragVerfasst am: 17 Sep 2008 - 09:26:45    Titel:

die idee mag gut sein, die umsetzung krankt wohl etwas, denn wenn tatsächlich voll-ingenieure mit bwl-kenntnissen geschaffen worden wären, würde es heut weit weniger wi-ings geben (1,75 studiengänge in einem, wenn wir mal die wirtschafstheorie der wiwi weglassen), oder der studiengang hätte sich wieder aufgelöst, weil jeder ingenieur, der später die aufgaben der wi-ings übernehmen will, nach dem bachelor einen MBA draufgesetzt hätte. aber das manko haben bindestrich-studiengänge immer und überall, das sie teile ihrer mutterstudiengänge nicht erfüllen können.
Justav
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Anmeldungsdatum: 31.01.2006
Beiträge: 2695

BeitragVerfasst am: 17 Sep 2008 - 09:31:48    Titel:

Zitat:
Hier werden zwei halbe Studiengänge zusammengeschweisst mit dem Ergebnis, dass der technische Part eines W-Ing Studiums niemals für eine Anstellung in der Produktion/Entwicklung reichen könnte,


Nun wir reden jetzt mal beispielsweise ueber den Bachelorabschluss an meiner Uni als Wirtschaftsingenieur - was fehlt deiner Meinung nach?

-Mathematik fuer Ingenieure 1-3
-Technische Mechanik 1-2 oder 3, je nachdem.
-Konstruktionslehre 1-3
-Werkstofftechnik 1-2
-Physik, Chemie, Informatik
-Thermodynamik
-Elektrotechnik
-Regelungstechnik
-Produktionstechnik und -Logistik, Product Engineering, Fertigungstechnik (als Wahlpflicht)

Darauf aufbauend kann man dann im Master weitergehende Vertiefungen waehlen. Wichtig ist doch, dass man gerade in Mathe, Mechanik und Konstriktion gewisse Basics beigebracht bekommt. Es muessen Getriebe konstruiert werden, Regelkreise berechnet oder die Hauptsaetze der Thermodynamik angewandt werden. Klar ist das kein vollkommenes Maschinenbaustudium, aber es ist sicher mehr als ein bisschen Technik neben der BWL.
TK1985
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Anmeldungsdatum: 16.09.2005
Beiträge: 988

BeitragVerfasst am: 17 Sep 2008 - 09:45:35    Titel:

Zitat:
Ich finde, wenn jemand einen Hochschulabschluss hat und zuvor, oder danach einen Fachschulabschluss (4 Semester Vollzeit, bzw. 8 Semester Teilzeit, oder über Fernunterricht) in einer anderen Fachrichtung absolvierte, den müsste man das Wirtschaftsing. Dipl. zuerkennen!

Beispiele:
1) Fach.-Abi, Kfm.-Lehre, staatl. gepr. Betriebswirt und später Dipl. Ing. (FH-oder UNI) = Dipl. Wirtschaftsing.

2) Fachabi, Techn.-Lehre, staatl. gepr. Techniker und später Dipl. Betriebswirt (FH), bzw. Dipl. Kfm = Dipl. Wirtschaftsing.


Also sowas ist meiner Meinung nach völliger Quatsch. Es ist doch völlig egal was einer vor seinem Studium gemacht hat in Bezug auf den akademischen Grad. Wenn ich E-Technik auf Diplom studiere bin ich hinterher Dipl. Ing., völlig egal ob ich vorher staatlich geprüfter Betriebswirt war oder nicht.

WIng hat schon seine Berechtigung, aber nur wenn er richtig ausgelegt ist. Sowas wie dieses TUM-BWL ist im Prinzip echt sinnlos. Die Aufteilung Technik/Wirtschaft muss mind. 50/50 sein, besser aber 70/30. In BWL kann man sich leichter rein arbeiten als in den Ing.-Teil, deswegen ist es auch wichtiger mehr Grundlagenfächer wie Technische Mechanik, Konstruktion usw. dran zu bringen. Wenn es ein für alle mal klar wäre, dass WIng auch viel Mathe und Physik bedeutet, wären die ganzen Leute die im Grunde ihres Herzens eh BWLer sind aus den WIng Studiengängen verschwunden.
Klunki
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Anmeldungsdatum: 09.10.2007
Beiträge: 2782

BeitragVerfasst am: 17 Sep 2008 - 09:47:15    Titel:

Ich möchte hier völlig wertfrei mal einen Kommentar anbringen, den mir gegenüber eine Freundin gebracht hat, die in Wiing gerade ihre Diplomarbeit anfertigt und die schon einige Praktika im Bereich Wiing gemacht hat (ohne, dass ich darauf gedrängt habe, dass sie mir das sagt Wink):

"Als Wirtschaftsingenieur bin ich sowieso net fähig in der Konstruktion zu arbeiten, da bleibt nur der Vertrieb" (und sie kann das schon richtig einschätzen)

Soll nichts schlechtes bedeuten (deshalb wertfrei), da diese gerade zusätzlich bei Eignungstest für Manager is Wink
Aber ich wollt damit ausdrücken, dass Wirtschaftsingenieure sehr sehr sehr sehr selten im Konstruktionsbereich landen, weil sich das manchmal auch recht viele so vorstellen und sich das hier so anhört, bei einigen Threads, so nach dem Motto "Ich werd jetzt Wirtschaftsing und kann mir danach aussuchen, ob ich in die Konstruktion oder als Investmentbanker arbeite".

edit:
Das WOrt "Vertrieb" war natürlich etwas überspitzt, sie arbeitet auch gerade in der Prozessoptimierung, aber das is auch wirklich so mehr der Bereich (Prozessoptimierung) wo diese eingesetzt werden, denn darauf sind sie ausgelegt und darin sind sie ausgezeichnet, wenn gut ausgebildet.


Zuletzt bearbeitet von Klunki am 17 Sep 2008 - 09:52:52, insgesamt 2-mal bearbeitet
Justav
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Anmeldungsdatum: 31.01.2006
Beiträge: 2695

BeitragVerfasst am: 17 Sep 2008 - 09:49:54    Titel:

Zitat:
"Ich werd jetzt Wirtschaftsing und kann mir danach aussuchen, ob ich in die Konstruktion oder als Investmentbanker arbeite".


Auch wenn das absurd klingt, aber ich glaube dass man auf einen Wi-Ing. B.Sc. ebensogut einen Master in BWL in Richtung Banking and Finance wie auch einen Master im technischen Bereich machen kann.
Klunki
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Anmeldungsdatum: 09.10.2007
Beiträge: 2782

BeitragVerfasst am: 17 Sep 2008 - 09:59:09    Titel:

Nun gut, wie es mit dem B/M-System aussieht bin ich noch net so sehr bewandert, ich kann nur vom Diplomjahrgang sprechen.
Aber die Aussage bleibt trotzdem, Wiings findet man selten in der Konstruktion ... habs zumindest noch von keinem gehört ... wer möchte da auch schon hin, die meisten Wiings haben sowieso net so viel zu tun mit Konstruktion und Technik (kleine provokante Bemerkung, die auf den vorherigen Beiträgen beruht Wink)
99Sascha
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Anmeldungsdatum: 12.07.2008
Beiträge: 905

BeitragVerfasst am: 17 Sep 2008 - 10:42:06    Titel:

Was ich hier nicht ganz verstehe ist, dass einige behaupten, WIng ist nichts gescheites, weil da zu wenig Technik drin sei. Einer sprach davon, dass es auf jeden Fall 70% sein müssten. Rein rechnerisch wäre das bei einem WIng an der Uni (kein Bachelor) 6-7 Semester Technik. Das ist doch immer noch einiges mehr als ein FH Ingenieur hat. Und wenn ich mir Stellenanzeigen anschaue, wird da nicht unterschieden. Ich habe sogar des öfteren gelesen, dass ein Ingenieur oder ein WIng gesucht wird.
In der Praxis wird nicht soviel theoretisches Wissen verlangt. Ich finde, dass ein WIng auf jeden Fall seine Berechtigung hat. Noch schöner wäre es, wenn es nicht einfach a bisserl Ing. und a bisserl BWL wäre, sondern richtige Schnittstellenveranstaltungen wie bei den WInfos angeboten würden.
99Sascha
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Anmeldungsdatum: 12.07.2008
Beiträge: 905

BeitragVerfasst am: 17 Sep 2008 - 10:47:09    Titel:

Justav hat folgendes geschrieben:
Zitat:
"Ich werd jetzt Wirtschaftsing und kann mir danach aussuchen, ob ich in die Konstruktion oder als Investmentbanker arbeite".


Auch wenn das absurd klingt, aber ich glaube dass man auf einen Wi-Ing. B.Sc. ebensogut einen Master in BWL in Richtung Banking and Finance wie auch einen Master im technischen Bereich machen kann.


Das ist in der Tat eine geniale Sache am Master. Da ja BWL ziemlich viele Disziplinen hat, welchen nicht immer eng verknüpft sind, kann man einen Master belegen ohne einen BWL-Bachelor gemacht zu haben.
Ein WIng. hat halt viele Wiwi-Fächer nicht gehabt. Macht aber wenig/nichts, wenn er im Bachlor den richtigen Schwerpunkt gewählt hat. WIng mit BWL-Logistik gefolgt von einem Logistik Master. Ich finde es praktische und effizient.
99Sascha
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Anmeldungsdatum: 12.07.2008
Beiträge: 905

BeitragVerfasst am: 17 Sep 2008 - 10:50:27    Titel:

Klunki hat folgendes geschrieben:
Ich möchte hier völlig wertfrei mal einen Kommentar anbringen, den mir gegenüber eine Freundin gebracht hat, die in Wiing gerade ihre Diplomarbeit anfertigt und die schon einige Praktika im Bereich Wiing gemacht hat (ohne, dass ich darauf gedrängt habe, dass sie mir das sagt Wink):

"Als Wirtschaftsingenieur bin ich sowieso net fähig in der Konstruktion zu arbeiten, da bleibt nur der Vertrieb" (und sie kann das schon richtig einschätzen)

Soll nichts schlechtes bedeuten (deshalb wertfrei), da diese gerade zusätzlich bei Eignungstest für Manager is Wink
Aber ich wollt damit ausdrücken, dass Wirtschaftsingenieure sehr sehr sehr sehr selten im Konstruktionsbereich landen, weil sich das manchmal auch recht viele so vorstellen und sich das hier so anhört, bei einigen Threads, so nach dem Motto "Ich werd jetzt Wirtschaftsing und kann mir danach aussuchen, ob ich in die Konstruktion oder als Investmentbanker arbeite".

edit:
Das WOrt "Vertrieb" war natürlich etwas überspitzt, sie arbeitet auch gerade in der Prozessoptimierung, aber das is auch wirklich so mehr der Bereich (Prozessoptimierung) wo diese eingesetzt werden, denn darauf sind sie ausgelegt und darin sind sie ausgezeichnet, wenn gut ausgebildet.


Nicht nur Vertrieb. Ich denke, dass sie im Qualitätsmangement wirklich von nöten sind. Weil viele Ing. so oft nur daran denken, eine technische Verbesserung zu erlangen. Mit Kosten oder Marktnachfrage wird sich da nicht beschäftigt.
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