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Textanalyse Kritik
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Anmeldungsdatum: 06.10.2008
Beiträge: 49

BeitragVerfasst am: 16 Okt 2008 - 15:09:36    Titel: Textanalyse Kritik

Hey,

was ist verbesserungswürdig? Ich schreibe morgen eine Klausur über das Thema Textanalyse und habe als Übung eine selber verfasst. Here you go:

Zitat:

Textanalyse: Harald Weinrich – Die vier Hauptsätze der Semantik

Der Textauszug „Die vier Hauptsätze der Semantik“ aus dem Fachbuch „Linguistik der Lüge“, geschrieben von Harald Weinrich im Jahre 1966, beschäftigt sich auf appellative Weise mit der Erörterung als auch der Problematik der Sprachkommunikation und der Bedeutung eines Wortes, der Semantik. Im Folgenden soll versucht werden, den Effekt der Semantik zu untersuchen und Weinrichs präzisen Gebrauch sprachlicher Mittel zu analysieren und zu verdeutlichen.

Zu Beginn seines Textes setzt er ein kurz zusammengefasstes Kommunikationsmodell voraus, welches auf einer reellen Lebenssituation basiert. Ein Kontext sei bei diesem Modell nicht vorhanden, d.h. der Leser muss sich auf einer fiktiven Ebene bewegen. Der Text wird von einen personellen Ich-Erzähler (der Autor ist in diesem Falle der Ich-Erzähler) erzählt. Seine Einführung in das nicht leicht zu verstehende Thema ist sehr verleitend, denn er spricht die Leserschaft mit präzisen rhetorischen Fragen direkt an. „Kann man sich nun überhaupt verständigen, wenn grundsätzlich jede Bedeutung weit gespannt ist?“ (Z.40). Sinn und Zweck der Sache hierbei ist, den Leser zum Nachdenken anzuregen und sich Gedanken über die Aussagen des Autors zu machen. Die Absicht des Autors hierbei ist, zuerst dem Rezipient eine Frage zu stellen und dann seine eigene Meinung wiederzugeben, damit das Lesepublikum nicht einfach nur alles vom Autor Vorgegebene hinunterschluckt. Weinrich nutzt das Prinzip der Rhetorik in seinem Text mehrmals (Z.9, 14, 40, etc.), damit das Publikum bei Unklarheiten wieder auf den richtigen Pfad findet und um somit Vertrauen zu der Leserschaft aufzubauen.

Der Auszug ist in einer überzeugend expliziten Form verfasst, um die Leserschaft nicht mit einem schwer zu verstehenden Sprachstil und einer grenzenlosen Anzahl von beschwerlichen Fremdwörtern zu langweilen. Vielmehr legt Weinrich Wert auf die Leserführung, um somit das Verständnis des komplizierten Textes dem Leser näher zu bringen. Hierfür stellt Weinrich ein Wortzeichen zur Verfügung, das „Feuer“ (Z.20), welches den Rezipient im Text durchgehend begleitet und anhand dessen Weinrichs Thesen verdeutlicht werden. Durch diese zusätzliche Textstütze fällt es dem Leser leichter, die wichtigen, fett markierten Kernaussagen (die vier Hauptsätze) aufzugreifen und zu verstehen, denn anhand der Hauptsätze wird auch das eigentliche Beispiel, der unbekannte Typ des „Feuers“, verdeutlicht und dient somit als Verständnisunterstüzung, während zugleich auch die Hauptsätze näher erörtert und präziser definiert werden. Mit dem ersten Teil soll eine Basis geschaffen werden, die benötigt wird, um auch den zweiten Teil des Auszugs verstehen zu können. Woher soll aber der Leser das Bewusstsein erlangen, dass der Autor auch wirklich Recht mit seinen Thesen hat? Weinrich greift hierfür auf zwei Personen, nämlich Paul Valery (Z. 103) und Ludwig Wittgenstein (Z. 107f.) zurück, die sich ebenfalls mit dem Thema Semantik auseinandergesetzt haben. Somit macht er dem Leser deutlich, dass er nicht der Einzige war, der sich mit diesem nicht leicht zu verstehenden Thema befasst hat. Sein angeführtes Werk „Linguistik der Lüge“ gibt dem Rezipient ein zusätzliches Gefühl von Vertrauen, dass der Autor auch wirklich weiß, wovon er spricht.

Desweiten werden im Text eine Vielzahl von Fachwörten genannt, wie zum Beispiel „Abstraktionsverfahren“ (Z.85) oder „Hypothesenbildung“ (Z. 188), die sehr kompetent wirken. Diese Zusammenstellung aus Fachwörtern überzeugt ein Fachpublikum und mich als normalen Leser auf jeden Fall von der Wichtigkeit der Textsemantik, da die Argumentation schlüssig ist. Der Autor reagiert auf mögliche Einwande, den man eventuell als Leser haben könnte und entkräftet oder erklärt ihn sofort, so dass man als Leser gar nicht erst auf den Gedanken kommt, an der Kompetenz des Verfassers zu zweifeln. Im weiteren Verlauf des Textes werden zudem Metaphern erwähnt (vgl. Z. 198), die dem Leser helfen sollen, den Text anhand bildlicher Vorstellungen zu verstehen. Hiermit versucht der Autor noch einmal endgültig alle Ängste zu beseitigen und die Leserschaft von seiner Meinung zu überzeugen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Autor mit seinem Text sehr zu überzeugen weiß. Weinrich wollte mit seinem explizit verfassten Artikel wohl die Zielgruppe der Schüler bzw. Studenten ansprechen, denn ein geläufiges Fachpublikum würde auch ohne ein beigelegtes Beispiel, also hier dem „Feuer“, sehr gut auskommen. Die vielen Erläuterungen, Sachargumente und zahlreichen Erklärungen, welche nicht immer leicht verständlich sind, drücken dem Text einen gewissen Stempel auf, der nicht immer direkt erkennbar ist, jedoch durch das Wiederaufgreifen von bereits Gelesenem immer mehr zum Vorschein kommt, bis der Text letztendlich einen Sinn ergibt.


Würde mich über Comments sehr freuen! Smile
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