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ÖR-Frage - Streits etc. in Klausuren
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cola-light
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Anmeldungsdatum: 11.12.2007
Beiträge: 61

BeitragVerfasst am: 21 Okt 2008 - 15:21:30    Titel: ÖR-Frage - Streits etc. in Klausuren

Hallo!

Woran erkenne ich im ÖR, wann ein Streit für eine klausur wichtig ist? muss ich ejdeds mal jeden noch so kleinen streit mir aus den fingern saugen? Wenn es da keine großen problenme gibt?`

z.b. muss ich immer die verschiedenen eingriffsbegriffe voneinander abgrenzen (klassischer und modernen)?

lg!
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 21 Okt 2008 - 18:21:42    Titel:

Du musst dir nie irgendwas aus den Fingern saugen und du musst auch nie irgendwas immer sagen. Es kommt ganz allein auf den konkreten SV an - wie in jedem anderen Rechtsgebiet auch.
Woran man das erkennt... puh, man muss eben Problembewusstsein entwickeln. Am besten, indem man viele viele Fälle löst und Klausuren, Klausuren, Klausuren.
igor2000
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Anmeldungsdatum: 16.08.2008
Beiträge: 98

BeitragVerfasst am: 21 Okt 2008 - 18:42:57    Titel: Re: ÖR-Frage - Streits etc. in Klausuren

cola-light hat folgendes geschrieben:
Hallo!

Woran erkenne ich im ÖR, wann ein Streit für eine klausur wichtig ist? muss ich ejdeds mal jeden noch so kleinen streit mir aus den fingern saugen? Wenn es da keine großen problenme gibt?`

z.b. muss ich immer die verschiedenen eingriffsbegriffe voneinander abgrenzen (klassischer und modernen)?

lg!


wenn verschiedene ansätze zum gleichen ergebnis führen, würde ich das kurz darstellen und daraus hinweisen dass es hier offenbar nicht auf eine abgrenzung ankommt.
wenn dir bekannte theorien zu unterschiedlichen ergebnissen kommen, musst du das natürlich auch ausführlich debattieren, welcher du folgst.
oft ist das auch von prof zu prof verschieden. manche wollen z.b. analoge anwendung von normen ausführlich begründet haben.. andere nicht, vor allem, wenn die norm seit 50 jahren von der ganz hm so gelesen wird. ist halt auch viel wissen dabei.

wie marina schon schrieb: üben üben üben und dabei immer hinterfragen, wo der fehler bei der eigenen lösung und der schwerpunktsetzung lag... dann kannst du auch irgendwann einschätzen, wie bestimmte formulierungen im sachverhalt zu deuten sind.

(wenn da steht "a kauft bei b ein fahrrad" und es danach um sachenrecht und 812ff geht, musst du z.b. garantiert nicht mehr einen kaufvertrag auf seine entstehung hin prüfen; wenn im ö-recht steht "die bundesregierung meint, hier liege schon gar kein eingriff in grundrechte vor" sollst du bestimmt die eingriffsqualität der maßnahme oder des gesetzes prüfen).
Ant-Man
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Anmeldungsdatum: 19.06.2008
Beiträge: 240

BeitragVerfasst am: 21 Okt 2008 - 20:59:07    Titel:

Du musst dir keinen Streit aus den Fingern saugen. Entweder es besteht ein Streit oder es besteht keiner. Wenn du einen Streit erfindest, ist das überflüssig und wird in der Regel vom Korrektor kritisiert.

Ob eine Streit für den Fall wichtig ist, hängt vom Streitinhalt selbst ab. Während des Studiums entwickelt man ein Gespür für eine gewisse Schwerpunktsetzung in der Klausur.

Bist du der Meinung, dass ein Streit für deinen Fall von Bedeutung ist, dann musst du ihn darstellen.
Kommst du zum Schluss, dass beide Ansichten zum gleichen Ergebnis kommen, kannst du auf eine Streitentscheidung verzichten, das muss du dann aber auch so schreiben ("Da beide Meinungen zum gleichen Ergebnis kommen, ist eine Streitentscheidung entbehrlich").

Dir geht es konkret um die Problematik eines Grundrechtseingriffs: Hier wird oftmals verkannt, dass es sich nicht um einen Meinungsstreit in der Form von "Eine Ansicht sagt, dass.....Hiergegen sagt eine andere Meinun, dass...".

Denn sowohl klassischer als auch moderner Eingriffsbegriff decken sich zum großen Teil. Der moderne Eingriffsbegriff will nur auch neue Eingriffsformen abwehren.

Nach der klassischen Eingriffsdefinition wird ein großer Teil der staatlichen Eingriffe erfasst. Ist dies der Fall, so kommt es nicht auf den modernen Eingriffsbegriff an.

Liegt hingegen z.B. ein mittelbar-faktischer Grundrechtseingriff vor, dann kommt man mit der klassischen Eingriffsdefinition nicht weiter. Es besteht jedoch Einigkeit darüber, dass die Grundrechte auch neue Eingriffsformen des Staates abzuwehren haben, daher ist der Eingriffsbegriff weiter zu fassen. Hier stellst du dann die /zum Teil) umstrittenen Kriterien dar.

Der moderne Eingriffsbegriff geht also über den des klassischen Eingriffsbegriffs hinaus.

Es emfiehlt sich folgendermaßen vorzugehen: Man stellt zunächst den klassischen Eingriffsbegriff dar. Liegt danach bereits ein Eingriff vor, kann man am Schluss schreiben, dass es auf den modernen Eingriffsbegriff, der weiter gefasst wird, nicht nachkommt.

Kommt nach dem klassischen Eingriffsbegriff ein Eingriff nicht in Betracht, muss man auf den modernen Eingriffsbegriff übergehen. Das sollte man dann aber auch in einem Satz begründen (Arg.: Grundrechte haben neue Eingriffsformen des Staates abzuwehren). Und dann wird der moderne Eingriffsbegriff geprüft.
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