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Arbeitslohn im Arbeitsvertrag nicht vereinbart - was nun?
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Arbeitslohn im Arbeitsvertrag nicht vereinbart - was nun?
 
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Klaus Werner
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Anmeldungsdatum: 20.10.2008
Beiträge: 19

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2008 - 13:25:09    Titel: Arbeitslohn im Arbeitsvertrag nicht vereinbart - was nun?

Hallo Forumsgemeinde

hier meine - hoffentlich - letzte Frage:

In einer Prüfung habe ich mal folgendes gehabt:

der Prüfer fragte mich danach, was passieren würde wenn ich in meinem Arbeitsvertrag keine Inhalte über die monatliche Vergütung habe. Welchen Anspruch habe ich dann?

Ich sagte, dass wenn ich in der Gewerkschaft bin und der Arbeitgeber im Arbeiteberverband, ich dann die tariflich vereinbarte Lohnsumme erhalten würde. Darauf verneinte der Prüfer die Anwtort (ohne mir jedoch die Lösung zu nennen - wirklich so geschehen!!!)

Daher meine Fragen:

- wie ist die Lösung?
- was passiert wenn
a) ich nicht in der Gewerkschaft bin
b) der Arbeitegeber nicht im Arbeitgeberverband ist
c) nur einer von beiden in einem der Verbände ist

Wäre klasse etwas von Euch zu hören, bevor ich wieder "auflaufe"

Gruss der Klaus
Klaus Werner
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Anmeldungsdatum: 20.10.2008
Beiträge: 19

BeitragVerfasst am: 27 Okt 2008 - 10:05:44    Titel:

*schieb*
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 27 Okt 2008 - 12:19:51    Titel:

Das dürfte ein Fall von § 612 BGB sein. Bei der Ermittlung nach II ist dann meiner Meinung nach das Entgelt in Anschlag zu bringen, das AN in vergleichbarer Position in dem jeweiligen Unternehmen erhalten. Für Details solltest du mal in einen Kommentar hineinschauen.

Bezüglich deiner Antwort in der Prüfung: Die Vereinbarungen in Tarifverträgen und Ähnlichem schlagen nicht automatisch auf das individuelle Arbeitsverhältnis durch, sondern dafür bedarf es eines Verweises (statisch oder meist dynamisch) im Arbeitsvertrag.
igor2000
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Anmeldungsdatum: 16.08.2008
Beiträge: 98

BeitragVerfasst am: 29 Okt 2008 - 19:41:45    Titel:

was heißt denn statisch/dynamisch?
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 29 Okt 2008 - 19:57:15    Titel:

statisch: "siehe Vertag xyz in der Fassung vom 1.4.08"
dynamisch: "siehe Vertrag xyz in der jeweils geltenden Fassung"
derjim
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beiträge: 906

BeitragVerfasst am: 29 Okt 2008 - 21:49:03    Titel:

Zitat:
Bei der Ermittlung nach II ist dann meiner Meinung nach das Entgelt in Anschlag zu bringen, das AN in vergleichbarer Position in dem jeweiligen Unternehmen erhalten.


richtig und bei der Auslegung kommt es (erst) darauf an, wieviel nach Tarif bezahlt wird. Sprich im Ernstfall könnte der AG der Gelackmeierte sein, wenn er eigentlich unter Tarif bezahlen wollte. Wie gesagt nur falls nicht schon sowieso eine Gleichstellungsabrede im Arbeitsvertrag steht
woodstock.
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Anmeldungsdatum: 08.08.2007
Beiträge: 2336
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 31 Okt 2008 - 08:48:55    Titel: Re: Arbeitslohn im Arbeitsvertrag nicht vereinbart - was nun

Klaus Werner hat folgendes geschrieben:
Hallo Forumsgemeinde

hier meine - hoffentlich - letzte Frage:

In einer Prüfung habe ich mal folgendes gehabt:

der Prüfer fragte mich danach, was passieren würde wenn ich in meinem Arbeitsvertrag keine Inhalte über die monatliche Vergütung habe. Welchen Anspruch habe ich dann?

Ich sagte, dass wenn ich in der Gewerkschaft bin und der Arbeitgeber im Arbeiteberverband, ich dann die tariflich vereinbarte Lohnsumme erhalten würde. Darauf verneinte der Prüfer die Anwtort (ohne mir jedoch die Lösung zu nennen - wirklich so geschehen!!!)

Daher meine Fragen:

- wie ist die Lösung?
- was passiert wenn
a) ich nicht in der Gewerkschaft bin
b) der Arbeitegeber nicht im Arbeitgeberverband ist
c) nur einer von beiden in einem der Verbände ist

Wäre klasse etwas von Euch zu hören, bevor ich wieder "auflaufe"

Gruss der Klaus


m.E. war die Antwort richtig. Die Prüfungsreihenfolge auf Entgeltanspruch (ob und wiehoch) ist folgende

zwingende Gebührenordnung zB Ärzte
konkrete Vereinbarung (zB Dein Arbeitsvertrag)
Betriebsvereinbarung (sofern vorhanden, für einen Betrieb)
Tarifvertrag (sofern vorhanden für eine Branche)
gesetzliche Regeln, zB 612

Du hast also die Reihenfolge eingehalten, denn die Frage nach einem TV ist spezieller und geht deswegen vor.

Falls es bie dieser Prüfung um etwas wichtiges geht, Widerspruch einlegen (üblicherweise Monatsfrist). Fachanwalt für Verwaltungsrecht berät bei Prüfungsanfechtungen.
derjim
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beiträge: 906

BeitragVerfasst am: 02 Nov 2008 - 13:17:29    Titel:

Die Prüfungsreihenfolge ist schon korrekt, aber streng genommen kann man die Frage schon als unbeantwortet werten, denn

Zitat:

der Prüfer fragte mich danach, was passieren würde wenn ich in meinem Arbeitsvertrag keine Inhalte über die monatliche Vergütung habe. Welchen Anspruch habe ich dann?

Ich sagte, dass wenn ich in der Gewerkschaft bin und der Arbeitgeber im Arbeiteberverband,


bei genauer Betrachtung wurde nicht die gestellte Frage beantwortet, sondern etwas (wenn auch aufgrund lebensnaher Betrachtung) hineininterpretiert (vorliegende Tarifbindung) und erst auf diese, vom Prüfling selbst gestellte Frage geantwortet.


Trotzdem gemein, das ohne Richtigstellung gleich als falsch zu werten.
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