Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Psychologie-Studium trotz eigener Psychotherapieerfahrung?
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Psychologie-Forum -> Psychologie-Studium trotz eigener Psychotherapieerfahrung?
 
Autor Nachricht
cyrix42
Valued Contributor
Benutzer-Profile anzeigen
Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 24256

BeitragVerfasst am: 02 Nov 2008 - 23:59:21    Titel:

my_precious hat folgendes geschrieben:
komisch, dass mir kein arzt atteste ausschreibt, die eine psychische diagnose stellen, hinsichtlich einer anstellung spaeter... und das bei bio!


Nun, ich habe ähnliches bei einer Einstellung im öffentlichen Dienst mitbekommen.

Hintergrund ist wohl: Wer tendenziell an psychischen Störungen leidet, fällt mit einer höheren Wahrscheinlichkeit mal längerfristig aus (weil einfach nicht arbeitsfähig). Eine solche Person, wo man dann doch eine Zweitbesetzung (wenigstens im Krankheitsfall) benötigt, wird nicht gerne eingestellt.


Grüße
Cyrix
LaChatte
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 1479

BeitragVerfasst am: 03 Nov 2008 - 06:50:28    Titel:

Fuzzel hat folgendes geschrieben:
Gegenfrage: Würdest du dich von jemandem therapieren lassen wollen, der einen Knacks weg hat? Also ich ehrlich gesagt nicht.


nein, nur von jemandem, der einen Knacks hatte und diesen aufgearbeitet hat. Allerdings würde ich mich nicht von jemandem therapieren lassen, der/die aus eigener Erfahrung keine Ahnung hat, was so ungefähr in mir abgeht.

@anti_gone

Zitat:
Nun meine Frage: Ist es problematisch, mit solchen Episoden im Lebenslauf Psychologie zu studieren?


Als Klientin wünsche ich mit TherapeutInnen mit Lebenserfahrung. Bedingung ist natürlich, dass du selbst ganz raus bist aus dem Thema - was ja bei Essstörungen oft lange dauern kann. Doch wenn du das hinkriegst, hast du die Voraussetzungen, eine bessere Therapeutin zu sein - gerade für Menschen mit Essstörung und Borderline - als jene, die keine entsprechenden Erfahrungen haben. Weil, du warst selbst da und bist da durchgegangen. Dir muss niemand was erzählen. Du weisst genau, wovon du sprichst, wie es sich anfühlt, wie schlimm es sein kann.

und wenn Psychologie ist, was du wirklich tun willst, so tu es!

grüsse, barbara
anti_gone
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 03.09.2008
Beiträge: 16
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 03 Nov 2008 - 12:34:21    Titel:

Vielen Dank für eure Antworten! Mein Entschluss steht nicht fest, ich bin unsicher und habe auch Alternativen, aber gerade deshalb möchte ich ja ein paar Meinungen einholen (natürlich nicht nur virtuell).

Nun, einundhalb Jahre mögen sich nicht nach besonders viel anhören und doch glaube ich, dass mich nach dieser Zeit kaum mehr etwas zurückwerfen kann. Klar gab es immer wieder schwierige Situationen und die wird es auch wieder geben, da mach ich mir keine Illusionen - dennoch hab ich mich monatelang bewusst immer wieder gegen die Selbstverletzung, gegen das Erbrechen und gegen das Hungern entschieden, es war nicht einfach und gerade deshalb werde ich das Erreichte nicht mehr aufgeben.

Sicher bin ich durch die eigene Therapieerfahrung zur Psychologie gekommen, allerdings hat sich daraus ein Interesse entwickelt, das weit über meine Krankheitsbilder hinaus geht. Ich habe vor mehreren Jahren schon angefangen, mich mit Kommunikationspsychologie, Markt- und Werbepsychologie und anderen Bereichen zu beschäftigen, einschlägige Fachliteratur zu lesen. Ob ich tatsächlich mal in Richtung Therapie gehen will, sei mal dahingestellt...eine Möglichkeit von vielen...

Ob ich mich von jemandem behandeln lassen würde, der selber "nen Knacks" hat? Nun, natürlich hätt ich Schwierigkeiten mit einer Therapeutin, die selber im Untergewicht ist, sich regelmäßig die Arme aufschneidet und mir mit Suizid droht, wenn ich nicht funktioniere - eine Person hingegen, die Schwierigkeiten hatte (bis ich mit dem Studium fertig bin und (wenn überhaupt) einem Patienten gegenübersitze vergeht auch noch ein wenig Zeit), diese jedoch lange im Griff hat, sehe ich gar nicht mal so negativ, sondern vielleicht sogar als Chance, da sie mit etwas Abstand möglicherweise ganz anders damit umgehen kann als jemand, der psychische Krankheiten nur aus dem Lehrbuch kennt.

lieber gruß
Hewp
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 29.07.2008
Beiträge: 449

BeitragVerfasst am: 03 Nov 2008 - 17:49:59    Titel:

Das klingt nach der richtigen Sichtweise! Menschen, die eigene Erfahrungen mit der Thematik gemacht und ihre Schwierigkeiten im Griff haben, sind sogar BESSER für solche Berufe geeignet - leider bekommen viele ehemalig Betroffene die nötige Distanz nicht hin.
Wenn man sie hinbekommt, isses aber eine klasse Voraussetzung.

Btw: Wenn man eine Therapieausbildung macht, MUSS man sogar selbst eine Psychoanalyse machen, is verpflichtend!
Also ist das Argument, dass jemand, der ne Thera gemacht hat, ungeeignet ist, vollkommen falsch.

Was myprecious schreibt hat tatsächlich nur mit dem ganzen Verbeamtungskram zu tun, abgesehen davon interessiert sich kein Schwein dafür, ob ne Biologin je depressiv war.

Lass dich nicht aufhalten und verwirkliche deine Interessen!
zwölfhalbeschnitzel
Junior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Junior Member


Anmeldungsdatum: 17.03.2006
Beiträge: 62

BeitragVerfasst am: 03 Nov 2008 - 19:33:24    Titel:

Hewp hat folgendes geschrieben:


Btw: Wenn man eine Therapieausbildung macht, MUSS man sogar selbst eine Psychoanalyse machen, is verpflichtend!
Also ist das Argument, dass jemand, der ne Thera gemacht hat, ungeeignet ist, vollkommen falsch.


wer eine therapieausbildung in tiefenpsychologischer und analytischer therapie macht muss eine lehranalyse machen. vorraussetzung für diese ausbildung ist, das keine psychischen störungen von krankheitswert vorliegen. das wird vor der zulassung zu ausbildung in mindestens 3 vorgesprächen besprochen.
an einigen instituten ist eine vorangegangene eigene therapie kein problem, für andere kann es ein ausschlusskriterium sein.
ist vom inhalt abhängig.

Hewp hat folgendes geschrieben:
Lass dich nicht aufhalten und verwirkliche deine Interessen!


ist natürlich nett, jemanden motivieren zu wollen, aber so einfach ist das bei der fragstellung nun wirklich nicht.
bei einer diagnostizierten persönlichkeitsstörung, und der threadsteller ist sich der problematik ja bewusst, ist es nicht so einfach zugelassen zu werden, wenn nicht so gar unmöglich.
also alternativen zu diesm weg sind hier auf jeden fall angezeigt, aber das sagte der jenige ja auch selbst schon.

greetz
emma18
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 23.09.2008
Beiträge: 246

BeitragVerfasst am: 03 Nov 2008 - 20:14:27    Titel:

also meiner meinung nach kann einer der selbst schon psychische probleme hatte sich viel besser in die menschen hineinfühlen, er kann dann viel einfühlsamer auf diese menschen zu gehen und ihnen helfen (nat. kann es einen eigenen rückfall geben, aber es kann auch sein dass man dadurch seine früheren eigenen probleme noch viel besser aufabeiten kann) und wenn man ein Lächeln auf die lippen dieser menschen gezaubert hat am ende der thaerapie ist man doch au selbst sehr stolz und mega glücklich. Ich denke, du solltest es auf jeden fall probieren;ich wünsche dir viel glück dabei, dass du viele patienten zum strahlen bringst wie ein honigkuchenpferd. Wink liebe grüße
johnruizone
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 25.09.2008
Beiträge: 736

BeitragVerfasst am: 06 Nov 2008 - 22:38:55    Titel:

Du kannst definitiv Psychologie studieren. Mach erst mal einen Bachelor, und dann kannst du weitersehen. Es gibt viele Optionen, auch in der Wirtschaft.

Wenn dich Neurophysiologie interessiert, dann verwechsele aber nicht Korrelationen mit Kausalbeziehungen und mach dir Gedanken was es bedeutet, wenn 2 Dinge identisch sind Smile. Nicht so wichtig ... kommt irgendwann!
no inside.
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 10.11.2006
Beiträge: 1074
Wohnort: MAGDEBURG

BeitragVerfasst am: 07 Nov 2008 - 16:56:53    Titel:

Stratham hat folgendes geschrieben:

Ein "Knacks" ist relativ. Ich denke es gibt nicht weniger Psychologen mit "Knacks" als bspw. BWLer. Es geht darum ob er sein Handwerk versteht.


Nein, es kann durchaus sehr belastend sein.
Ich hatte mal eine Therapeutin, die ja auch mal essgestört war.. und natürlich nicht mehr war, sagte sie.
Ich hatte ein anderes Gefühl und das hat die Therapie sehr behindert, war absolut schrecklich.
Muss natürlich nicht immer sein, aber wenn man in Kliniken arbeiten will (oder auch muss), dann können sich die Patienten nicht immer die Therapeuten aussuchen und während einer Therapie erst noch Probleme mit dem eigenen Therapeuten zu klären, finde ich nicht so toll.
Stratham
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 27.10.2008
Beiträge: 122

BeitragVerfasst am: 07 Nov 2008 - 18:37:16    Titel:

no inside. hat folgendes geschrieben:
Stratham hat folgendes geschrieben:

Ein "Knacks" ist relativ. Ich denke es gibt nicht weniger Psychologen mit "Knacks" als bspw. BWLer. Es geht darum ob er sein Handwerk versteht.


Nein, es kann durchaus sehr belastend sein.
Ich hatte mal eine Therapeutin, die ja auch mal essgestört war.. und natürlich nicht mehr war, sagte sie.
Ich hatte ein anderes Gefühl und das hat die Therapie sehr behindert, war absolut schrecklich.
Muss natürlich nicht immer sein, aber wenn man in Kliniken arbeiten will (oder auch muss), dann können sich die Patienten nicht immer die Therapeuten aussuchen und während einer Therapie erst noch Probleme mit dem eigenen Therapeuten zu klären, finde ich nicht so toll.


Ok, das kann ich verstehen. Wenn es um akute AKTUELLE Dinge geht, wäre auch der BWLer nicht in der Lage gute Arbeit zu leisten. Ich denke dem Threadsteller ist schon bewusst, seine Probleme in den Griff kriegen zu müssen.


Zuletzt bearbeitet von Stratham am 07 Nov 2008 - 20:05:15, insgesamt einmal bearbeitet
no inside.
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 10.11.2006
Beiträge: 1074
Wohnort: MAGDEBURG

BeitragVerfasst am: 07 Nov 2008 - 19:57:47    Titel:

Ich würde nicht sagen, dass die Frau akut essgestört war oder sowas, aber sie hat halt sehr auf ihre Ernährung geachtet und das alleine war schon sehr triggernd, noch dazu war sie sehr dünn.
Ich konnte sie eigentlich gar nicht richtig als Therapeutin wahrnehmen, mich hat es nur schon extrem belastet, dass sie so dünn ist und mal essgestört war. Da fühlte ich mich total falsch aufgehoben. Ich musste mich dann ständig mit ihr vergleichen.


Ah, war keine gute Situation.

Ich kenne auch jemanden, der seit 9 bzw 10 Jahren in Therapie ist und nun sein Diplom in Psychologie gemacht hat und nun tatsächlich mit Menschen, die die gleichen Probleme haben, arbeiten will.
Das kann ich echt nicht verstehen, wenn ich sehe, wie schlecht es ihr manchmal geht.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Psychologie-Forum -> Psychologie-Studium trotz eigener Psychotherapieerfahrung?
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3  Weiter
Seite 2 von 3

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum