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versuchter Totschlag?
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g0zZ
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Anmeldungsdatum: 27.05.2007
Beiträge: 154
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 04 Nov 2008 - 23:44:13    Titel: versuchter Totschlag?

Hallo allerseits,

ich habe heute von unserem neuen Torhüter in der Mannschaft er sei aus folgendem Grund vor einigen Jahre zu einer Jugendstrafe wegen versuchten Totschlags mit Tateinheit shcwerer Körperverletzung verurteilt worden:

er war abends unterwegs vor na Disco:

es gab Stress mit 3 südländischen Mitbürgern, wobei einer der 3 mit einem Messer auf ihn losging. Dabei hat er einen bestimmten Griff angewandt und denjenigen über siene Schulter geschleudert.
unglücklicherweise war dort, wo er ihn hinwarf eine Telefonzelle durch die der jenige durchflog. er lag lange auf der Intensivstatio nund musste desöfteren operiert werden.
der Torhüter meint er wusste nicht dass dort eine Telefonzelle stand.

Die Richterin jedoch behauptete er wusste was seine "Attacke", die ja eigentlich nur Notwehr war, für Schaden anrichten konnte.

nun meine Frage: war es richtig, dass er deswegen wegen versuchten Totschlags verurteilt wurde? man kann ihm sogesehen ja nicht beweisen, dass er wusste dass die Telefonzelle dort stand und man kann ihm auch nicht unterstellen, in so einer Situation mit Tötungsabsicht so zu handeln. es war halt Notwehr.

Naja bin ma gespannt was ihr dazu sagt.

mfg g0zz
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 04 Nov 2008 - 23:52:01    Titel:

So, wie dein Fußballkollege das schildert, wäre er hinsichtlich einer einfachen Körperverletzung durch Notwehr gerechtfertigt gewesen (angesichts des Messerangriffes gibt es auch keine Notwehrüberschreitung) und würde hinsichtlich der Qualifikation und des Totschlages durch fehlenden Vorsatz bzw. Tatentschluss schon nicht tatbestandsmäßig handeln. Allerdings sind es immer zweierlei Paar Schuhe, was der Täter berichtet und wie es wirklich vorgefallen ist. Es ist auch völlig legitim, dass ein Strafttäter, der seine Strafe verbüßt hat, die Tat im Nachhinein zu Ungunsten der Justiz beschönigt. Dass dein Fußballkollege sich erfolgreich gegen drei Angreifer, einen davon bewaffnet, zur Wehr gesetzt und dabei sogar einen mit einem speziellen Kampfsport-Wurf auf die Intensivstation gebracht hat, klingt zwar heldenhaft, muss so aber keinesfalls vorgefallen sein... Wink
g0zZ
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Anmeldungsdatum: 27.05.2007
Beiträge: 154
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 05 Nov 2008 - 00:00:59    Titel:

hab vergessen zu erwähnen, dass sie zu zweit waren.

ich denke nicht dass er gelogen hat. er scheint ein sehr vernünftiger typ zu sein, man kann sich aber selbstverständlich auch täuschen.
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 05 Nov 2008 - 00:16:24    Titel:

Entweder er lügt (das Verschweigen von wichtigen Informationen reicht schon) oder du gibst eine unzureichende Sachverhaltsdarstellung ab. Denn so wie der Sachverhalt liegt, kann der Täter nicht verurteilt worden sein. Weder ein Kollegialgericht (hier: Große Jugendkammer, fünf Richter!) noch die Staatsanwaltschaft oder der obligatorische Rechtsanwalt würden das mitmachen. Gerichte sprechen aufgrund der Komplexität der Materie Recht oftmals nicht den Punkt, aber eine Verurteilung in einem solchen Falle wäre ein unverzeihlicher Skandal allerhöchster Güteklasse. Unwahrscheinlich, dass gerade deinem Fußballkollegen ein solches Schicksal widerfahren sein soll.

Ich vermute, hier lag ein Fall der Notwehrüberschreitung vor. Zum Beispiel weil kein Messer im Spiel war und der Täter den Kopf des Angreifers in die Scheibe der Telefonzelle geführt hat. Lediglich eine Variante der Grundstory, die allerdings nicht so heldenhaft klingt und daher schon aufgrund des Sachverhaltes an sich, aber erst recht aufgrund der Verurteilung, weitaus realistischer ist.
wutzi27
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Anmeldungsdatum: 28.11.2008
Beiträge: 9
Wohnort: nürnberg

BeitragVerfasst am: 29 Nov 2008 - 12:07:23    Titel:

Ich seh hier keine Notwehrüberschreitung!!
- 2 Angreiffer
- Selbstverteidigung

Auch wenn ich nicht glaub,dass er die Telefonzelle nicht gesehen hat!
Schreibgeil
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Anmeldungsdatum: 24.10.2004
Beiträge: 230
Wohnort: Frankfurt(Oder)

BeitragVerfasst am: 29 Nov 2008 - 12:41:49    Titel:

Wie tobi schon sagte, so wie der Sachverhalt dargestellt wurde, kommt es auf das Wissen oder Nichtwissen bezüglich der Telefonzelle gar nicht an. Denn wenn jemand mit einem Messer auf einen unbewaffneten losgeht, dann stehen diese sämtliche Verteidigungsmöglichkeiten zur Verfügung, die den Angriff erfolgreich abwehren. D.h. selbst wenn er wußte, dass die Telefonzelle hinter ihm war und er den Angreifer dort absichtlich reinschleuderte, müsste ihm nachgewiesen werden, dass er den Angriff auch milder aber ebenso sicher hätte abwähren können. Dies nachzuweisen wäre extrem schwer, da schon die Behauptung den angewandten Griff besonders gut zu beherrschen, dessen Einsatz rechtfertigen würde.

Was ich mir gut vorstellen könnte ist, dass eine Notwehrprovokation vorlag und er deswegen nicht nach dem Motto: "Das Recht braucht dem Unrecht nicht zu weichen" handeln durfte, also grds. erstmal die Flucht hätte ergreifen müssen. Wenn Du das Urteil schriftlich bekommst, dann wirst Du sehen, dass irgendwas an der Geschichte nicht stimmt...


Zuletzt bearbeitet von Schreibgeil am 29 Nov 2008 - 13:20:45, insgesamt einmal bearbeitet
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 29 Nov 2008 - 13:06:40    Titel:

Ich traue dem Sachverhalt auch nicht. Und da wir keinen gesicherten SV haben, ist es müßig, rechtliche Spekulationen anzustellen.
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