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StrafR: Unterschied Fehlschlag/Unfreiwilligkeit - Rücktritt
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Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
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BeitragVerfasst am: 16 Nov 2008 - 10:06:03    Titel: StrafR: Unterschied Fehlschlag/Unfreiwilligkeit - Rücktritt

Hallo,

ich habe mal ne für viele wahrscheinlich ganz simple Frage, aber ich hab es bis zum heutigen Tag noch nicht richtig verstanden: Wie kann man sich am besten merken, worin der Unterschied zwischen Fehlschlag und fehlender Freiwilligkeit beim Rücktritt vom Versuch liegt?

Unfreiwilligkeit bedeutet, dass der Täter nicht aus freien Stücken die Tat aufgibt, sondern dass irgendwelche Hindernisse in den Weg kommen, z.B. im Tresor ist kein Geld, sondern nur irgendwas Wertloses oder etwas von erheblich geringerem Wert.

Aber in diesem Fall liegt nach meinem bisherigen Verständnis doch auch ein Fehlschlag vor, weil Täter erkennt, dass er die Tat nicht mehr vollenden kann (kein Geld im Tresor).

Ich versteh das nicht und auch, wenn ich es mal durch Nachlesen richtig auf einen konkreten Fall angewendet hab, so kann ich mir immernoch nicht dauerhaft eine allgemeine Regel merken...

Sorry, wenn die Frage blöd ist, aber ich versteh das einfach nicht...
Für Abgrenzungsvorschläge/Erklärungen wäre ich sehr dankbar! Smile
Rhyeira
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 3012

BeitragVerfasst am: 16 Nov 2008 - 13:31:24    Titel:

In dem von dir genannten Fall würde ich in der Tat einen fehlgeschlagenen Versuch annehmen, so dass ein Rücktritt schon gar nicht mehr in Betracht kommt, weil die Vollendung der Tat nach Vorstellung der Täters nicht mehr möglich ist.

Anders wäre es dagegen, wenn im selben Fall zwar Geld im Tresor wäre, der Täter aber kurz vor dem Ausräumen sich nähernde Schritte hören würde, daraufhin aus Angst vor Entdeckung auf das Mitnehmen des Geldes verzichtet und stattdessen die Flucht ergreift.
Hier wäre die Vollendung der Tat nach seiner Vorstellung noch möglich gewesen, doch haben sich die äußeren Umstände wegen der möglicherweise bevorstehenden Entdeckung so verändert, dass er das Risiko für nicht mehr tragbar hält - er tritt also aufgrund objektiver äußerer Umstände, also aufgrund heteronomer Motive zurück, so dass ein unfreiwilliger Rücktritt gegeben ist.

Hätte der Täter dagegen im selben Fall nur deshalb doch von dem Ausräumen Abstand genommen, weil er im letzten Moment Gewissensbisse bekommen hat, dann wäre ein autonomer Willensentschluss und damit ein freiwilliger Rücktritt gegeben.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 16 Nov 2008 - 13:39:23    Titel:

Ok, danke. Also liegt der Unterschied darin, dass Fehlschlag immer dann bejaht werden muss, wenn die Vollendung objektiv nicht mehr möglich ist (jetzt mal von Einzelaktstheorie und Gesamtbetrachtungslehre abgesehen)? Und Unfreiwilligkeit liegt nur dann vor, wenn die Tat zwar noch möglich ist, der Täter aber von äußeren Umständen davon abgehalten wird, die Tat zu vollenden?
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 16 Nov 2008 - 15:03:21    Titel:

es kommt auf die sicht des täters an
wenn er denkt er kann die tat nicht mehr vollenden ist sie für ihn fehlgeschlagen

aber das tbm der nicht fehlgeschlagenheit wird teilweise auch nicht anerkannt und es dann einfach unter frewilligkeit angesprochen:
wer denkt er kann die tat nicht mehr vollenden gibt sie auch nicht freiwillig auf
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 16 Nov 2008 - 15:10:48    Titel:

Also kann man sagen (für die Fallprüfung):

1) Wenn die Tat nach der Vorstellung des Täters nicht mehr vollendet werden kann, dann ist sie fehlgeschlagen.

2) Wenn die Tat nach Vorstellung des Täters dagegen noch vollendet werden kann, ihm das aber wegen äußerer Umstände zu riskant ist, dann liegt Unfreiwilligkeit vor.


Oder kann man - jetzt mal unabhängig von der Fallprüfung - sagen, dass bei Fehlschlag auch immer Unfreiwilligkeit vorliegt, nicht aber umgekehrt?
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