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Tut mir Leid/ tut mir leid?
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<3chen
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Anmeldungsdatum: 22.06.2008
Beiträge: 239

BeitragVerfasst am: 30 Nov 2008 - 11:21:11    Titel: Tut mir Leid/ tut mir leid?

Wie ist es richtig?

Spontan würde ich "Leid" groß schrieben, weil es ja ein Substantiv ist, aber früher schrieb man es doch mal klein, oder?

Wie ist es denn jetzt richtig?

Vielen Dank im Voraus

<3chen
Vesar
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Anmeldungsdatum: 24.04.2008
Beiträge: 1360
Wohnort: Toulouse/Frankreich

BeitragVerfasst am: 30 Nov 2008 - 11:30:31    Titel:

Nach der neuen Rechtschreibung schreibt man "Es tut mir Leid".

Da häufig solche grammatischen Minifragen oder solche, die die Rechtschreibung betreffen, kommen, welche sich schnell beantworten lassen, wäre es da nicht eine Idee, einen Sammelthread für solche Anfragen zu eröffnen? Der Moderator könnte in diesem alle bisherigen Anfragen zusammenfassen. Ich glaube, so könnte man eventuell auch schneller eine Antwort finden. Denn die obige Frage ist bereits in anderen Threads drei oder vier Mal beantwortet worden.
<3chen
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Anmeldungsdatum: 22.06.2008
Beiträge: 239

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2008 - 15:41:37    Titel:

Ja, danke!

Die Idee ist meiner Meinung nach auch gut.

Liebe Grüße
Grammatiker
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Anmeldungsdatum: 03.01.2006
Beiträge: 89

BeitragVerfasst am: 10 Dez 2008 - 21:27:42    Titel:

Nach der neuen Rechtschreibung schreibt man "Es tut mir Leid".

Unfug! Nach bewährter Rechtschreibung schrieb man im Infintiv "leid tun". Dann kam die Rechtschreibreform, und inkompetente Professoren verlangten, daß wir doch bitte "Leid tun" schreiben sollen. Dann kam die Reform der Reform, und danach soll man jetzt leidtun schreiben. Was in den Machern dieser unsinnigen Reform vorgeht, will ich gar nicht wissen. Bei einem Satz wie z. B. "Es tut mir leid." wirkt sich die Reform somit gar nicht mehr aus.
Vesar
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Anmeldungsdatum: 24.04.2008
Beiträge: 1360
Wohnort: Toulouse/Frankreich

BeitragVerfasst am: 10 Dez 2008 - 23:31:14    Titel:

Du willst doch nicht allen Ernstes behaupten, dass die NP "Leid" zu einer Partikel (bzw. Präfix) oder gar zu einem Lexem ohne Kategorie (nach traditioneller Grammatik Adverb) verkommen ist. Es hat innerhalb dieser VP KEINE Grammatikalisierung stattgefunden. Das erkennt man noch immer an VPs wie "jemandem ein Leid (an)tun", innerhalb derer die nominalen Eigenschaften des Wortes klar zum Ausdruck kommen (wie GEN, NUM, KAS etc. sowie Indefinitpronomen als Determinant). Das ist ebenfalls bei der ursprünglichen VP "Leid tun" der Fall (mit Ausnahme des Determinanten, was aber durch die Semantik der Totalität, also Null-Artikel, eher logisch ist).

Wie ich bereits gestern in einem anderen Thread geschrieben habe, geht es in der Reform u. a. darum, den Wortkategorien graphemisch ihren ursprünglichen kategoriellen und grammatischen Status zurück zu geben, der durch diverse Rechtschreibkonventionen in den 20er, 60er, 70er und 80er Jahren verkorkst worden ist. Wobei ich bei Weitem nicht behaupte, dass alles in der Reform logisch ist. Am obigen Beispiel gibt es aber endlich eine Logik. Die "inkompetenten" Professoren wussten also, worauf sie sich stützten, was eigentlich nur ihre Kompetenz an den Tag legt.

Was den anderen Thread mit ß und ss betrifft, den du du (löblich) aus der Versenkung geholt hast, weißt du sicherlich, dass das "ß" auf ein Lust-und-Laune-Spiel eines Buchdruckers zurückgeht und ursprünglich aus zwei s-Graphemen bestand, die durch die Tinte zu einem "Block" verschmolzen sind, da er sie beide auf das gleiche Druckplättchen gemacht hat. Das ist der einzige Grund, warum das "ß" überhaupt in unserer Schriftsprache existiert.
Rico1979
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Anmeldungsdatum: 04.12.2008
Beiträge: 95

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2008 - 09:55:32    Titel:

Also ICH denke, dass "leid" in diesem Fall KLEIN geschrieben wird!
Denn: In dem Spruch "es tut mir weh" wird das Wort "weh" ja auch nicht groß geschrieben, sondern klein!

LG

Ricardo!
Vesar
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Anmeldungsdatum: 24.04.2008
Beiträge: 1360
Wohnort: Toulouse/Frankreich

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2008 - 11:18:36    Titel:

Ja, hier scheiden sich die Geister. Bei "Leid" ist der Sachverhalt allerdings mehr als eindeutig, denn es handelt sich um ein Derivationsprodukt (Ableitung eines Verbes - leiden) und ist damit ein vollwertiges Substantiv - daher groß nach neuer Rechtschreibung.
Bei "weh" ist das schon nicht mehr so eindeutig. Ich denke, dass es klar ist, dass es sich hier um keine substantivische Ableitung eines Verbes handelt, denn das Verb "wehen" existiert in dieser Semantik nicht (lediglich in Bezug auf Wind). Die Frage ist nun also, ob sich um ein Adjektiv handelt. Und tatsächlich findet sich dieses Wort in älteren Texten als Adjektiv, sogar mit Flektion. Daher verwundert auch die Kleinschreibung nicht. Als Adjektiv hat das Wort also ohnehin nominale Eigenschaften, außerdem kann es, wie im obigen Beispiel, syntaktische Funktionen besetzen. Genau in diesem einzigen Punkt liegt die Schwierigkeit der Zuordnung. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass es sich um ein Substantiv handelt. Es ist lediglich nominal, so wie alle Adjektive. Dieses Adjektiv hat sich im Sprachgebrauch allerdings verloren und findet sich nur noch in bestimmten festen verbalen Gefügen, um nicht zu sagen Funktionsverbgefügen, wie im obigen.
Beau
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Anmeldungsdatum: 05.11.2005
Beiträge: 6875
Wohnort: Frankreich

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2008 - 15:46:00    Titel:

Vesar hat folgendes geschrieben:
Ja, hier scheiden sich die Geister. Bei "Leid" ist der Sachverhalt allerdings mehr als eindeutig, denn es handelt sich um ein Derivationsprodukt (Ableitung eines Verbes - leiden) und ist damit ein vollwertiges Substantiv - daher groß nach neuer Rechtschreibung.
Bei "weh" ist das schon nicht mehr so eindeutig. Ich denke, dass es klar ist, dass es sich hier um keine substantivische Ableitung eines Verbes handelt, denn das Verb "wehen" existiert in dieser Semantik nicht (lediglich in Bezug auf Wind). Die Frage ist nun also, ob sich um ein Adjektiv handelt. Und tatsächlich findet sich dieses Wort in älteren Texten als Adjektiv, sogar mit Flektion. Daher verwundert auch die Kleinschreibung nicht. Als Adjektiv hat das Wort also ohnehin nominale Eigenschaften, außerdem kann es, wie im obigen Beispiel, syntaktische Funktionen besetzen. Genau in diesem einzigen Punkt liegt die Schwierigkeit der Zuordnung. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass es sich um ein Substantiv handelt. Es ist lediglich nominal, so wie alle Adjektive. Dieses Adjektiv hat sich im Sprachgebrauch allerdings verloren und findet sich nur noch in bestimmten festen verbalen Gefügen, um nicht zu sagen Funktionsverbgefügen, wie im obigen.

Welch Maestria, Vesar, mein Freund! Ich danke Dir!

@ Woodstock: Warum sollte ich Duden und tutti quanti kaufen - - - Vesar zu haben ist besser!

Beau
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