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die idee der prosa, versura
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Annukka
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Anmeldungsdatum: 31.10.2008
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 17 Dez 2008 - 17:12:16    Titel: die idee der prosa, versura

hallo miteinander

ich lese gerade einen kurzen ausschnitt von giorgio agambens "die idee des prosa". aber ich verstehe ganz und gar nicht was gemeint ist mit versura Embarassed im fremdwörterbuch finde ich dazu nix, im lateinbuch steht "gewinn, ausleihe".

Weiss vielleicht jmd was damit gemeint ist?

hier einen kleinen ausschnitt:
Zitat:
Die versura bildet [...] den Kern des Verses, dessen Darstellung das Enjambement ist. Sie ist die zweideutige Bewegung [...] rückwärts (Vers) und vorwärts (pro-vorsa, Prosa). dieses schweben dieses erhabene zögern zwischen klang und bedeutung, ist die poetische erbschaft, an der sich das denken zu messen hat


Liebe Grüsse!
Generaltoni
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Anmeldungsdatum: 30.12.2005
Beiträge: 1729
Wohnort: Im Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 21 Dez 2008 - 00:45:10    Titel:

Wenn du dich da reinknien willst, hier, das mag eine Hilfe sein:

http://www.faz.net/s/RubC17179D529AB4E2BBEDB095D7C41F468/Doc~E4C35DE4B3683435C9BA2F3892C12EA82~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed_feuilleton

Ich werde darauf verzichten, diese Agamben-Philo(lo/so)-Hysterie nachzuvollziehen.
Es gibt Gehirne und Gehörne, die brauchen einen solchen pseudo-poetischen Schwall des Plapperns und Nachplapperns, auf den ich verzichten kann.
Annukka
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Anmeldungsdatum: 31.10.2008
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 22 Dez 2008 - 18:29:50    Titel:

vielen dank!

ob ich das verstehen will oder nicht ist nicht die frage, also doch, ich will mein studium machen und da gehören solche mätzchen dazu..

danke nochma und wünsch dir eine schöne besinnliche weihnachtszeit!
Generaltoni
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Anmeldungsdatum: 30.12.2005
Beiträge: 1729
Wohnort: Im Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 22 Dez 2008 - 22:28:41    Titel:

Ja, noch ein Angebot! Aber, bitte Weihnachten was anderes lesen und überdenken!
*

Ich habe aus einem anderen Grund diesen Agamen-Text gestern vorbereitetet, für eine Analyse nach Struktur, Thema, Semantik, Metaphorik und Aussage:

Giorgio Agamben:
IDEE DES LICHTS

In einem dunklen Zimmer zünde ich Licht an: gewiß, das erleuchtete ist nicht mehr das dunkle Zimmer, das ich für immer verlor. Aber handelt es sich nicht um dasselbe Zimmer? Ist das dunkle Zimmer nicht der einzige Gehalt des erleuchteten Zimmers? Was ich nicht mehr haben kann, was unablässig vor mir zurückweicht und mich gleichzeitig vorwärtsstößt, ist nur eine Vorstellung der Sprache, das Dunkel, das dem Licht vorausgesetzt ist. Aber wenn ich den Versuch aufgebe, diese Voraussetzung einzuholen, wenn ich meine Aufmerksamkeit auf das Licht selbst richte, wenn ich es empfange - dann gibt mir das Licht in der Tat dasselbe Zimmer, das nichthypothetische Dunkel. Der einzige Gehalt der Offenbarung ist das Verschlossene, das Verhüllte - das Licht ist nur das sich selbst ergreifende Dunkel.
(Aus: G. A.: Idee der Prosa. München 1967)
*
[Fast alle Aussagen in dem Text finde ich nicht stimmig; oder sie hätten genau gegenteilig, als groteske Gegenaussage formuliert sein können. Z. B.: Dieser Text ist nicht von Giorben Afamgio. 'Twisted Evil'

**

Dann habe ich einen Brecht-Text gegenübergestellt. Und ich weiß, was Literatur ist, die den Leser nicht „verarscht“, padon: verwirrt, sondern befähigt, Texte und Intentionen zu verstehen, auch wenn schwierige Themen behandelt werden.

Bertolt Brecht
ÜBER DEN ZAUBER DES SCHWERVERSTÄNDLICHEN

Das Schwerverständliche übt einen gewissen Zauber aus. Die Kopfarbeiter lieben e:s oft, wie die Bergsteiger den schwer bezwingbaren Gipfel, der ihnen die Möglichkeit gibt, ihre Kunst zu zeige:n oder sie zu entwickeln. In schlecht funktionierendem Gemeinwesen scheinen die Kopfarbeiter beinahe am nültzlichsten, wo sie absurde Prinzipien für die besten erklären. Sogar der unbestellbare Gipfel ist nicht ganz unbesteigbar: So und so hoch kommt man doch hinauf. So ist es auch mit den ganz unverständlichen Sätzen mancher Philosophen: So und so viel davon ist doch irgendwie sinnvoll. Der Kopfarbeiter weiß außerdem, daß er beim Denken möglichst viel berücksichtigen muß, sozusagen allerhand in möglichster Breite mit sich fuhren muß, was nicht ganz klar ist, sich auch durch die Masse verwirrt, welcher breite, unklare Troß aber seinem Denken eine gewisse Stabilität verleiht. Der kleine Mann wiederum, der ins allgemeine Denken gerät, stellt nicht ungern fest, daß alles so sehr verwickelt ist, daß Denken nicht allzu viel hilft. Die Unordnung, die in seinem Kopf herrscht, ist ja auch die Unordnung, die in der Welt herrscht. Gerade von seinem Standpunkt aus ist die Welt oft am schwersten zu ordnen. Wie sollen da seine Gedanken zu ordnen sein?
*
(Aus: B. B.: Me-ti, Buch de Wendungen. © Stefan S. Brecht. Frankfurt/M. 1965)

**
Ich glaube, Agamben ist so "kleiner Mann", wie B.B. ihn als historische Erscheinung beschreibt; während G.A. ein erleuchteter Dichter sein will, weil er schwadronieren kann.
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