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Hausarbeit Strafrecht Fortgeschrittene: Problem beim Aufbau
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mininou
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Anmeldungsdatum: 13.02.2007
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 02 Jan 2009 - 16:40:04    Titel: Hausarbeit Strafrecht Fortgeschrittene: Problem beim Aufbau

Hier kurz der Fall:
A beauftragt B und C gegen Entgelt seinen Feind F zu hinterrücks zu erschießen. Dabei sollen sich B und Cjeweils an einem Weg im Wald postieren und auf den F warten, der zufällig immer einen der beiden Wege zum Heimtritt aufsucht. B bekommt Gewissensbisse und tritt zurück. C erschießt den vorbeikommenden O den er für F hält. F ist aber den anderen Weg (wo B stehen sollte) gegangen.

Nun weiß ich nicht genau wie ich am besten anfange zu prüfen. Da ja alles in einem Tatkpmplex passiert, würde ich nicht in Tatgeschehen einteilen. Demnach teile ich nur in Strafbarkeit der jeweiligen Personen und prüfe dann.
Normal würde ich mit dem Tatnächsten C anfangen, der den O als error in persona erschossen hat, also:

A. Strafbarkeit des C
I. Mord an O §§211, 212 StGB
II. Versuchter Mord an F §§211, 212, 22, 23 I StGB
B. Strafbarkeit des A
I. Anstiftung zum Mord an F usw..

Dies würde Sinn ergeben wenn es sich bei A um einen Anstifter handelt. Problematisch ist aber eben dass er ja den kompletten Tatplan vorgegeben hat und somit eigentlich Mittäter sein sollte. Der B und C sind ja auch keine Werkzeuge, da sie ja beide Interesse am Erfolg haben, da sie bezahlt werden. Und das "Täter hinter dem Täter" geht ja nur bei organisierten Verbrechen wie z.B. die Mafia. Das trifft ja hier eigentlich nicht zu.

Sollte ich nun aber den Weg der Mittäterschaft wählen, dann würde ich ja so anfangen:
A. Strafbarkeit des A, B, C
I. Gemeinschaftlicher Mord an O
Dann würde ich aber herausfinden, dass man die Tatbeiträge nicht gegenseitig zurechnen kann.. Wie wäre es denn sinnvoller?
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
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BeitragVerfasst am: 02 Jan 2009 - 16:47:27    Titel:

Glaub, man könnte ruhig feststellen, dass C Täter ist, ohne dass dies ausschließen würden, dass er auch Mittäter ist.

Sprich, selbst wenn C Täter ist, kann man ihn noch im Zusammenhang mit einer Mittäterschaft prüfen.

Und danach erst Gedanken zur Teilnahme machen.

----------
Zitat:
Dann würde ich aber herausfinden, dass man die Tatbeiträge nicht gegenseitig zurechnen kann.

Och ... bei der von der Rechtsprechung vertretenden subjektiven (Animus) Lehre bin ich mir da nicht so sicher ..
mininou
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Anmeldungsdatum: 13.02.2007
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 02 Jan 2009 - 17:33:52    Titel:

Du meinst, ich sollte also erst die Strafbarkeit des C als Alleintäter durchprüfen und dann mit A und B als Mittäter weiterprüfen? Dann komme ich auf den Schluss, dass B zurücktritt und A kein Mittäter ist, sondern Anstifter?
Hab ich das so richtig verstanden?
A. Strafbarkeit des C
I. Mord an O
II.Versuchter Mord an F
B. Strafbarkeit des A und B
I. Mord an O (-) da A nur Anstifter und B zurückgetreten?
dann..
C. Strafbarkeit des A
I. Anstiftung zum Mord an O
II. Anstiftung zum versuchten Mord an F
D. Strafbarkeit des B
...

Das schaut für mich irgendwie falsch aus XD
Shafirion
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Anmeldungsdatum: 01.04.2005
Beiträge: 1290

BeitragVerfasst am: 02 Jan 2009 - 18:45:51    Titel:

Die Relevanz der Mittäterschaft liegt ja ohnehin in der Möglichkeit, die Handlungen des Mittäters zurechnen zu können. Wenn der A aber ohnehin selber alle Tatbestandsmerkmale erfüllt, kann man getrost mit seiner isolierten Prüfung beginnen.
mininou
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Anmeldungsdatum: 13.02.2007
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 02 Jan 2009 - 22:17:55    Titel:

Das ist doch hier nicht der Fall. A selber ist nicht am Tatort. A nimmt auch keinerlei pysische Handlungen vor, z.B. die Tötungshandlung. Daher müsste man ihm ja den Tatbeitrag des C (das Erschießen) zurechnen.
Mich stört nur der Fakt, dass er ansonsten eine nicht außer Acht zu lassende Vorbereitungshandlung (Planung der Tat) vorgenommen hat.
Shafirion
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Anmeldungsdatum: 01.04.2005
Beiträge: 1290

BeitragVerfasst am: 02 Jan 2009 - 22:35:14    Titel:

Entschuldigung, ich meinte C.
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 03 Jan 2009 - 14:43:37    Titel:

Man könnte so vorgehen...

C prüfen hinsichtlich §212 StGB.

A, B und C hinsichtlich §212, 25 II StGB prüfen.

I. Tatbestandsmäßigkeit

(An dieser Stelle kommen Erörterungen zu den Täterschaftstheorien, da diese unterschiedliche Anforderungen an den Tatbestand stellen. )

- Animus Theorie (subjektive Theorie)
obj. TB
- gemeinsamer Tatplan
- Die Tat fördernder Tatbeitrag
- bei A
- bei B
- bei C
sbj. TB (= Vorsatz hinsichtlich der Förderung der Verwirklichung des Tatbestandes durch den jeweils fördernden Tatbeitrag)
- bei A
- bei B
- bei C

- Tatherrschaftslehre
obj. TB
- gemeinsamer Tatplan
- gemeinsame Tatausführung (Unterschied weite, enge Tatherrschaftslehre)
sbj. TB
- hinsichtlich A, B und C
(wobei die Prüfung des subj TB bei A dann wahrscheinlich bei dieser Lehre wegfällt. Aber lesen muss man das schon selbst.)

- formal-objektive Lehre (lesen müßt ihr schon selbst Smile )
obj. TB
subj. TB


- Streitentscheidung!

RW

Schuld
- jeweils hinsichtlich der einzelnen Person prüfen.

Rücktritt?


Damit hat man wahrscheinlich schonmal einen Beteiligten aus der Mittäterschaft gekickt.

Nun muss man Farbe bekennen, welches Verständnis man hinsichtlich des §211 vertritt und zwar nur durch das Formulieren des Obersatzes. Andere Ausführungen zum Aufbau langweilen den Korrektor und ziehen einen roten Strich nach sich. (Würde die Literatur vorziehen)

C hinsichtlich §§ 212, 211 (bzw. §211, wenn man der Rechtsprechung folgt)

Mittäterschaft (der übrig gebliebenen Beteiligten, falls einer bei der vorerigen Prüfung gekickt wurde) hinsichtlich §212, 211, 25 II prüfen.

Keine Ausführungen zu den Theorien mehr, denn man hat sich ja oben für eine entschieden.


So danach Teilnahme prüfen ...
(eh .. aber schreib die Arbeit ja nicht, macht ihr mal Smile )
mininou
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Anmeldungsdatum: 13.02.2007
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 03 Jan 2009 - 20:31:18    Titel:

Mhh, stimmt das macht so schon Sinn.
Ich hab mir bisher mal die Schwerpunkte so gesetzt:
- Abgrenzung Täterschaft & Teilnahme bei A, B, C (Streitentscheidung)
- Abgrenzung mittelbare Täterschaft (hier "Täter hinter dem Täter" oder ist das zu abwegig?)
- error in persona bei C und Auswirkung auf A und B (das erinnert doch stark an den Rose-Rosahl-Fall, oder?)
- Rücktritt des B (ich bin der Meinung dass dieser nach §24 II nicht wirksam zurück getreten ist da er den C noch hätte aufhalten können (das steht so im SV))
- Zurechnung der Mordmerkmale bei A, B, C über § 28 I bzw. II (Streitentscheidung) da ja offensichtlich gekreuzte Mordmerkmale vorhanden bzw. Motivbündel)
Würdet Ihr das auch in etwa so als Schwerpunkte sehen? Oder hab ich noch was vergessen?
Achja und ich habe da noch ne Frage bezüglich des § 30 II. Also die typische Verabredung zu einem Verbrechen. Wie genau muss man das denn prüfen? Schaut das dann so aus: Verabredung zum Mord §§ 211, 212, 30 II?
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