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Aufbaufrage Strafrecht BT
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goldberg
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Anmeldungsdatum: 08.03.2008
Beiträge: 89
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 20 Jan 2009 - 15:02:17    Titel: Aufbaufrage Strafrecht BT

Hallo Leute,

habe gerade eine Klausur zum großen Schein in Strafrecht geschrieben und brauche dringend externen Input... Folgender Sachverhalt:

P trinkt Alkohol und hat 1,0 Promille intus.
Er will mit S eine Spritztour im Cabrio seines Bekannten G machen.
Er ist überzeugt, dass G ihm das Auto freiwillig geben wird und geht zu G's Grundstück. G poliert draußen das Auto und weigert sich, dem P das Auto zu geben. P schlägt den G nieder, nimmt das Auto und fährt weg. Ihm ist bewusst, dass er alkoholisiert ist. G's Lippe platzt durch den Schlag auf.

P kommt bei S an, welche in den Wagen steigt, ohne zu wissen, dass P alkoholisiert ist. Nach 20 Min fahrt verliert P aus Übermut und beschwingt durch den Alkohol die Kontrolle über das Fahrzeug. Das Auto rutscht von der Straße und verfehlt um nur wenige Zentimeter einen Baum. Es kommt unbeschädigt im freien Feld zum stehen. Weder P, noch S erleiden Verletzungen. P steigt aus dem Auto aus, um es auf Schäden zu untersuchen, findet jedoch keine. Er steigt wieder ein und bringt die S nach Hause. S verlässt wortlos das Auto und geht rein. P stellt das Auto -wie von Anfang an geplant- wieder auf dem Hof des G ab und läuft wieder in seine Stammkneipe.

Strafbarkeit des P?



Es würde mich brennend interessieren, wie Ihr das Gutachten aufbauen würdet!

So habe ich es ungefähr gemacht:

I. Tatkomplex "Bei G"

1. § 123 bzgl. Grundstück des G (-), Einverständnis
2. § 249 bzgl. des G (-), keine Zueignungsabsicht
3. §§ 253, 255 (+)
4. § 248b (+)
5. § 240 (+)
6. § 223 (+)
7. § 316 (+), Relative Fahruntüchtigkeit

II. Tatkomplex "Fahrt mit S"

1. § 315c I Nr.1a, III Nr. 1 (+)
unter Umständen nochmal § 316 ?!

Endergebnis:

Strafbarkeit des P aus §§ 253 I, 255 in Tateinheit mit § 223 I, in Tatmehrheit mit § 315c I Nr.1a, II Nr.1 StGB
§§ 253, 255 lex specialis zu § 240
§§ 248b und § 316 formell subsidiär.



Oder habe ich was wichtiges übersehen?!


Vielen Dank!!!!!

LG
julesone
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Anmeldungsdatum: 28.05.2008
Beiträge: 402
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 21 Jan 2009 - 10:22:13    Titel: Re: Aufbaufrage Strafrecht BT

goldberg hat folgendes geschrieben:
Hallo Leute,

habe gerade eine Klausur zum großen Schein in Strafrecht geschrieben und brauche dringend externen Input... Folgender Sachverhalt:

P trinkt Alkohol und hat 1,0 Promille intus.
Er will mit S eine Spritztour im Cabrio seines Bekannten G machen.
Er ist überzeugt, dass G ihm das Auto freiwillig geben wird und geht zu G's Grundstück. G poliert draußen das Auto und weigert sich, dem P das Auto zu geben. P schlägt den G nieder, nimmt das Auto und fährt weg. Ihm ist bewusst, dass er alkoholisiert ist. G's Lippe platzt durch den Schlag auf.

P kommt bei S an, welche in den Wagen steigt, ohne zu wissen, dass P alkoholisiert ist. Nach 20 Min fahrt verliert P aus Übermut und beschwingt durch den Alkohol die Kontrolle über das Fahrzeug. Das Auto rutscht von der Straße und verfehlt um nur wenige Zentimeter einen Baum. Es kommt unbeschädigt im freien Feld zum stehen. Weder P, noch S erleiden Verletzungen. P steigt aus dem Auto aus, um es auf Schäden zu untersuchen, findet jedoch keine. Er steigt wieder ein und bringt die S nach Hause. S verlässt wortlos das Auto und geht rein. P stellt das Auto -wie von Anfang an geplant- wieder auf dem Hof des G ab und läuft wieder in seine Stammkneipe.

Strafbarkeit des P?



Es würde mich brennend interessieren, wie Ihr das Gutachten aufbauen würdet!

So habe ich es ungefähr gemacht:

I. Tatkomplex "Bei G"

1. § 123 bzgl. Grundstück des G (-), Einverständnis
2. § 249 bzgl. des G (-), keine Zueignungsabsicht
3. §§ 253, 255 (+)
4. § 248b (+)
5. § 240 (+)
6. § 223 (+)
7. § 316 (+), Relative Fahruntüchtigkeit

II. Tatkomplex "Fahrt mit S"

1. § 315c I Nr.1a, III Nr. 1 (+)
unter Umständen nochmal § 316 ?!

Endergebnis:

Strafbarkeit des P aus §§ 253 I, 255 in Tateinheit mit § 223 I, in Tatmehrheit mit § 315c I Nr.1a, II Nr.1 StGB
§§ 253, 255 lex specialis zu § 240
§§ 248b und § 316 formell subsidiär.



Oder habe ich was wichtiges übersehen?!


Vielen Dank!!!!!

LG

hab die auch mitgeschrieben, den hausfriedensbruch hab ich erstmal glatt vergessen Wink, weil man das ja als letztes prüft nicht als erstes.auf erpressung bin ich natürlich nicht gekommen, obwohls naheliegend war, verdammt!

ich hab noch 224 I nr. 3 bejaht
und bei s ne versuchte körperverletzung geprüft und abgelehnt
hab im endergebnis tatmehrheit von §§ 223I, 224 I Nr 3 mit 248b I und 315c I 1a, III nr. 1
keine ahnung ob das richtig ist..... mal schaun obs reicht fürs bestehen, wäre ja zu schön Wink
übrigens danke nochmal für den tip was dran kommen könnte!
goldberg
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Anmeldungsdatum: 08.03.2008
Beiträge: 89
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 21 Jan 2009 - 15:37:11    Titel:

kein Problem Wink

...okay § 224 I Nr.3 könnte erfüllt sein. Hätte ich auch mal prüfen sollen... Ich weiß aber nicht, ob § 248b in Tatmehrheit ist, oder ob er formell subsidiär zur räuberischen Erpressung ist... Obwohl das wiederum nur Zusatzpunkte wären, Konkurrenzen waren ja nicht Schwerpunkt...

Wie hast du das denn mit § 316 gehandhabt? Ich habe nämlich die Problematik mit der relativen Fahruntüchtigkeit etwas vergeigt, der hatte ja nur 1,0 Promille...

Aber dass du § 315c Nr.1a, III Nr. 1 hast, ist gut. War mir nämlich unsicher bezüglich der Fahrlässigkeitssubsumtion....

Und Hausfriedensbruch kann man doch auch am Anfang prüfen, oder nicht? Dachte ich.... Wäre ja auch chronologisch sinnvoll, zumal er eh ausscheidet...


LG
julesone
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Anmeldungsdatum: 28.05.2008
Beiträge: 402
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 21 Jan 2009 - 20:09:05    Titel:

da ich dir erpressung ja verpeilt hatte, stellte sich die frage bei mir nicht, narf. aber der 284b ist ja eigentlich nur ein auffangtb für diebstahl und raub, bzw tatbestände mit gleicher angriffsrichtung. ich denke da könnte man dann auch noch diskutieren
Rolling Eyes
ja 315c geht ja nur fahrlässig, hab ich jedenfalls so gesehen, der ist ja nicht mutwillig von der straße gebrettert und da er sich der trunkenheit selbst ja bewusst war handelt er ja nicht fahrlässig sondern verursacht nur die gefahr fahrlässig.

316 hab ich denke ich völlig verhauen weil ich nicht mehr drauf gekommen bin welche theorie was besagt.
bei mir war das ding eh eher ne notlösung, hab mir strafrecht seit über nem jahr nicht mehr angeguckt Rolling Eyes
bezüglich 123 als letztes,dass haben mir meine berliner dozenten so eingebläut, weils meistens subisdiär ist oder abgelehnt wird, daher eher schwacher tb, der zumeist kaum beachtung erfordert und nur zeit kostet. ich geh immer noch dem motto: schwerstes delikt zuerst
es sei denn es bietet sich anders an.

naja mal schauen was das alles gibt.
wann gibs die denn zurück?
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