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strafbarkeit des "gehi-lfen" beim etbi
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Ronnan
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Anmeldungsdatum: 08.09.2008
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BeitragVerfasst am: 22 Jan 2009 - 17:58:42    Titel: strafbarkeit des "gehi-lfen" beim etbi

a befindet sich in einem erlaubnistatbestandsirrtum und ist kurz davor sich gegen b zu "verteidigen"
c erkennt die situation zutreffend und unterstützt a durch eine beihilfehandlung

strafbarkeit des c wenn man der eingeschränkten schuldtheorie im engeren sinn folgt?

mittelbarer täterschaft: reicht das blosse wissen und die marginale tathandlung schon für tatherrschaft und 223,25 alt2?
außerdem müsste man hier wohl auch an der kausalität zweifeln, da a sich ohnehin verteidigt hätte
hier liese sich womöglich gegebenefalls nur ein unterlassensvorwurf machen

oder doch vlt 229?
hier sei mal davon ausgegangen, vorsatz sein eine qualifizierte form der fahrlässigkeit
ist der zurechnungszusammenhand durch die handlung des a unterbrochen?
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 22 Jan 2009 - 18:36:47    Titel:

Gute Frage. Also, wenn jetzt nach der Lehre von den negativen Tatbestandsmerkmalen gefragt worden wäre, hätte ich gleich gesagt, dass C nicht strafbar ist.

jetzt kein Buch dabei ... aber die eingeschränkte Schuldtheorie, war das nicht die Theorie, die den Irrtum über das Vorliegen von Rechtsfertigungsgründen direkt nach §16 I behandelt haben will?

Das würde dann zum Ausschluss des Vorsatzes führen. (wenngleich er nur über das Vorliegen von Tatbestandsmerkmalen des Erlaubnistatbestandes irrt)

Hält man dann dafür, dass sich auch dieser Irrtum auf den gesamten Vorsatz erstreckt und versteht die subjektive Seite als Bestandteil der Tatbestandsverwirklichung, so läge keine vorsätzliche, rechtswidrige Haupttat vor.
So dass C auch an jener solchen nicht teilnehmen kann. (Kann mich aber auch irren)
Shafirion
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Anmeldungsdatum: 01.04.2005
Beiträge: 1290

BeitragVerfasst am: 22 Jan 2009 - 18:39:17    Titel:

Der Tatbeitrag dürfte weder auf dem Boden der Tatherrschaftslehre noch nach der subjektiven Theorie für die Annahme von Täterschaft ausreichen. Eine Teilnahme erfordert eine vorsätzliche, rechtswidrige Haupttat und ist somit nur im Lager der strengen Schuldtheorie und der eingeschränkten, rechtsfolgenverweisenden Schuldtheorie möglich.
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 08.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 22 Jan 2009 - 18:57:26    Titel:

dass es keine beihilfe sein ist mir klar
was ist mit 229?(unter den oben genannten vorausetzungen)
Shafirion
Moderator
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Anmeldungsdatum: 01.04.2005
Beiträge: 1290

BeitragVerfasst am: 22 Jan 2009 - 19:10:22    Titel:

Ronnan hat folgendes geschrieben:
dass es keine beihilfe sein ist mir klar
was ist mit 229?(unter den oben genannten vorausetzungen)


Wieso sollte es keine Beihilfe sein können?
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 08.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 22 Jan 2009 - 19:27:18    Titel:

weil keine vorsätzliche rechtswidrige tat vorliegt und meine vorgabe lautet dass man der eingeschränkten schuldtheorie im engeren sinn folgt
Gregsen
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Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 523

BeitragVerfasst am: 26 Jan 2009 - 08:14:54    Titel:

muss ich später ma im Wessels/Beulke nachschauen, aber soweit ich es im kopf hab, entfällt doch bei der eingeschränknten Schuldtheorie nicht der Vorsatz, sondern lediglich das Vorsatzunrecht, was in der Rechtfolge zu einer analogen anwendung des §16 I führt.
Ich würde sagen dass sich dadurch die qualifikation der Tat als Vorsatztat aber nicht ändert und so eine strafbare Teilnahme möglich ist.



Wo wir grad dabei sind, vergleichbare konstellation:

A erkennt zutreffend dass B bei der Tatausführung doloses Werkzeug des C ist. Trotzdem unterstützt er den B bei der Tatausführung. Auch hier fehlt es doch an der vorsätzlichen Hauptat des B, oder wird dafür einfach die mittelbare tätterschaft des C als haupttat genommen?
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