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Risiken der EU-Osterweiterung für Deutschland
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lepper
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Anmeldungsdatum: 16.01.2006
Beiträge: 418

BeitragVerfasst am: 15 Feb 2009 - 11:10:12    Titel:

@Nutz: wenn ich mit einem Polen unter den Deutschen bin, dann spreche ich auch Deutsch bzw. Englisch, dass alle verstehen. Aber man darf niemandem dazu zwingen.
aloa5
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Anmeldungsdatum: 28.02.2007
Beiträge: 1971

BeitragVerfasst am: 15 Feb 2009 - 11:13:31    Titel:

lepper hat folgendes geschrieben:
Manchmal ist es so, wenn jemand in Deutschland hört, dass ich Pole bin, dann bin ich automatisch "Menschen zweiter Klasse", super oder?

Ob das "super" ist sei dahingestellt. Jedenfalls kann (wird) das einem Deutschen auch blühen wenn er in der Schweiz Hochdeutsch spricht. Es gab erst letztens eine Artikel im Lokal-Blatt hier mit der Überschrift "Die lauten Deutschen" -- und in der Tat kann man, wenn man so etwas liest die Schweizer irgendwo verstehen. Die Mentalität ist etwas anders und Deutsche schwemmen durchaus in die Schweiz zum arbeiten. In nahezu allen Kliniken ist ein großer Teil des Personals aus Deutschland.

Das hat etwas mit dem Ansehen zu tun und einer Reihe von damit verbundenen Vorurteilen.. welche nicht automatisch falsch sein müssen.

Zum Fall des Verbotes in einer Pause - ich wäre gegen ein Verbot.
Aber: soziale Bindungen entstehen durch Kommunikation. Soziale Grenzen (Ablehnung) entstehen durch abgrenzen und Isolation. Ich glaube nicht, das sich jemand selbst einen Gefallen erweist wenn er sich in einer Belegschaft z.B. durch eine andere Sprache abgrenzt. Nicht einer Höflichkeit oder Unhöflichkeit wegen.

Das kann auch bei anderen Dingen als einer Sprache geschehen - nehmen wir einmal Veganer. Wenn 15 Personen einen Belegschaft öfter zusammen Essen gehen (würden), Firmenessen o.ä. und jemand grenzt sich durch ein Essen ab, dann kann dies auch zu Irritationen der sozialen Ebene führen ("der wieder, Extra(Tofu)wurst"). Das mag auch nicht "super" sein - ist aber je nach sonstigem Verhältnis der Personen zueinander schlicht Fakt. Ist er sonst auch ein Einzelgänger und Individualist, dann wird der Tofu-Mensch auch in Sachen Essen auf Unverständnis stoßen. Ist er leutselig und beliebt - dann gibt es u.U. kein Problem.

Es bleibt einem z.T. selbst überlassen ob man sich selbst zu stark ausgrenzt oder nicht.


Grüße
ALOA
lepper
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Anmeldungsdatum: 16.01.2006
Beiträge: 418

BeitragVerfasst am: 15 Feb 2009 - 11:35:20    Titel:

@aloa5: ja, da bin ich einverstanden.
HigherConsciousness
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Anmeldungsdatum: 18.09.2008
Beiträge: 2986

BeitragVerfasst am: 15 Feb 2009 - 12:07:16    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:

Es gibt sicherlich keine rechtlich gedeckte Begründung dafür, einer polnischen Frau zu verbieten, sich in der Pause mit polnischen Kollegen in ihrer Muttersprache zu unterhalten. Auch als unhöflich kann man dieses Verhalten nicht bezeichnen, denn das Gespräch geht schließlich Niemanden etwas an, außer die Leute, die bewusst einbezogen werden...

Wie handhabst du das, wenn sich zwei Bayern oder Hessen in tiefstem Dialekt unterhalten? Weisst du sie dann höflich darauf hin, dass es unhöflich ist, weil du sie nicht verstehen und somit ihrem privaten Gespräch nicht lauschen kannst?

Wenn ich mich mit einem guten Freund unterhalte, dann kann ich in der Sprache sprechen, die mir beliebt und es hat dich einen feuchten Dreck zu interessieren...

Unhöflich sind vielmehr Leute wie du, die sich echauffieren, wenn sie Gesprächen anderer Leute nicht folgen können, während sie allein am Frühstückstisch sitzen und Niemanden zum Reden haben Rolling Eyes


xmisterDx, wie ich bereits schrieb, wäre es mir EGAL, ob mein Kollege sich auf Deutsch oder in seiner Landessprache während der Pause unterhalten würde. Im Falle des Zweitgenannten wäre mir allerdings nicht nur die "freie Wahl der Sprache" egal, sondern auch der Kollege selbst. Denn mit Menschen, die sich vor mir und der übrigen Gemeinschaft verschließen, will ich nichts zu tun haben. Für's Betriebsklima und für den Teamgeist ist dies nicht förderlich.

Dass eine Deutschpflicht während der Pause arbeitsrechtlich nicht haltbar ist, ist unbestreitbar. Es geht mir aber nicht um den rechtlichen Aspekt, sondern um den sozialen.

lepper hat folgendes geschrieben:
Wir leben doch in der EU, oder jetzt auf einmal nicht mehr? Steht sowas in der Verfassung? Pause ist gleich Freizeit. Wenn man in der Freizeit sich nicht in eigener Sprache verständigen darf, dann für mich ist es Freiheitsberaubung.


Das Recht, ein Außenseiter zu sein, hat selbstverständlich jeder. Allerdings muss man als solcher auch die Konsequenz ziehen und zu sich selbst stehen. Das tun viele aber nicht. Viele quäken los und schimpfen auf die Mehrheit, die sie angeblich diskriminiert und ausschließt.
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 15 Feb 2009 - 12:09:24    Titel:

Das bedeutet also, wenn alle meine Kollegen Gericht A essen, muss ich auch Gericht A essen, sonst bin ich unhöflich oder möchte mich ausgrenzen? Auch wenn ich Gericht A herunterwürgen muss, weils mir absolut nicht schmeckt?

Ich dachte wir waren im 21. Jahrhundert schon ein bißchen weiter...

PS:

Welchen sozialen Aspekt? Wenn sich die Polen nicht in die Belegschaft integrieren wollen, dann ist das ihr gutes Recht, solange sie ihre Arbeit vernünftig erledigen und dort mit allen Kollegen zurechtkommen bzw. während der Arbeit Deutsch sprechen.

Es besteht keine Notwendigkeit mit allen Kollegen Freundschaft zu schließen...
HigherConsciousness
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Anmeldungsdatum: 18.09.2008
Beiträge: 2986

BeitragVerfasst am: 15 Feb 2009 - 12:16:11    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:
Das bedeutet also, wenn alle meine Kollegen Gericht A essen, muss ich auch Gericht A essen, sonst bin ich unhöflich oder möchte mich ausgrenzen? Auch wenn ich Gericht A herunterwürgen muss, weils mir absolut nicht schmeckt?


Inadäquater Vergleich.

xmisterDx hat folgendes geschrieben:
Welchen sozialen Aspekt? Wenn sich die Polen nicht in die Belegschaft integrieren wollen, dann ist das ihr gutes Recht, solange sie ihre Arbeit vernünftig erledigen und dort mit allen Kollegen zurechtkommen bzw. während der Arbeit Deutsch sprechen.


Teamarbeit gibt's ohne Team nicht. Und die wenigsten haben das "Privileg", vollkommen eigenständig ihre Arbeit zu erledigen.

Zitat:
Es besteht keine Notwendigkeit mit allen Kollegen Freundschaft zu schließen...


Ein kollegiales Verhältnis setzt keine Freundschaft voraus, dafür aber ein Mindestmaß an gegenseitiger Rücksichtnahme und Achtung.
Nutz
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Anmeldungsdatum: 05.08.2005
Beiträge: 2093

BeitragVerfasst am: 15 Feb 2009 - 12:30:26    Titel:

lepper hat folgendes geschrieben:
@Nutz: wenn ich mit einem Polen unter den Deutschen bin, dann spreche ich auch Deutsch bzw. Englisch, dass alle verstehen. Aber man darf niemandem dazu zwingen.


Och ich zwinge niemanden. Ich finde ihn dann eben unhöflich. Wenn meine russischen Kollegen in ihrer Pause untereinander Russisch sprechen, dann kann ich da gut mit leben, da sie in ihrer Pause unter sich sind.

Wenn das allerdings andere Auswirkungen hat ist das eben gleich wieder ein persönlicher Nachteil für sie.
Ich hatte in meiner Abteilung einige Leiharbeiter, die hier seit Jahren leben und arbeiten, bei denen ich allerdings einen der anderen Kollegen als Übersetzer brauchte um ihnen Anweisungen geben zu können. An sich gute Leute, trotzdem waren grade die mit dem Sprachhandicap die ersten die gehen mussten, da ich mit Ihnen die geforderte Flexibilität in der grade anstehenden Krise nicht umsetzen konnte.
Und genau da liegt das Problem, warum ich es grundsätzlich für falsch halte, mich in meinem Einwanderungsland nicht in der dortigen Sprache zu unterhalten.
Letzlich überlasse ich es allerdings jedem selber...
Nutz
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Anmeldungsdatum: 05.08.2005
Beiträge: 2093

BeitragVerfasst am: 15 Feb 2009 - 12:32:28    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:
Das bedeutet also, wenn alle meine Kollegen Gericht A essen, muss ich auch Gericht A essen, sonst bin ich unhöflich oder möchte mich ausgrenzen? Auch wenn ich Gericht A herunterwürgen muss, weils mir absolut nicht schmeckt?


Nein musst du nicht, wenn du den Kollegen allerdings dauernd Vorgaben machst, weil du z.B. als Veganer in kein Restaurant möchtest in dem Fleisch angeboten wird, dann wird man dich eben schnell aussen vor lassen.
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 15 Feb 2009 - 12:49:35    Titel:

HigherConsciousness hat folgendes geschrieben:

Teamarbeit gibt's ohne Team nicht. Und die wenigsten haben das "Privileg", vollkommen eigenständig ihre Arbeit zu erledigen.


Ich habe bereits gearbeitet und weiss daher, dass auch in einem Team keineswegs freundschafliche Bindungen existieren müssen. Man muss sich nichtmal mögen, um gute Arbeit zu leisten...

Wirst du auch noch lernen, wenn du irgendwann mal arbeitest...

Zitat:

Ein kollegiales Verhältnis setzt keine Freundschaft voraus, dafür aber ein Mindestmaß an gegenseitiger Rücksichtnahme und Achtung.


Interessant, dass die Rücksichtnahme offensichtlich ausschließlich von den Ausländern zu leisten ist, die sich gefälligst auch in ihrer Freizeit auf Deutsch unterhalten sollen, sobald am anderen Tisch ein Deutscher sein Pausenbrot alleine futtert...

Wie wäre es mit Rücksichtnahme auf die ausländischen Mitbürger, indem man einfach mal hinnimmt, dass die sich untereinander gerne in ihrer Muttersprache unterhalten?
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 15 Feb 2009 - 12:53:36    Titel:

Nutz hat folgendes geschrieben:

Nein musst du nicht, wenn du den Kollegen allerdings dauernd Vorgaben machst, weil du z.B. als Veganer in kein Restaurant möchtest in dem Fleisch angeboten wird, dann wird man dich eben schnell aussen vor lassen.


Ja, dann ist das wohl so...

Darum gehts hier allerdings nicht, denn die deutschen Arbeitskollegen sollen nicht gezwungen werden, sich auf polnisch zu unterhalten. Es ist genau umgekehrt. Man erwartet von den polnischen Arbeitskollegen, dass sie sich auch untereinander auf Deutsch unterhalten...

Dein Vergleich ist also an den Haaren herbeigezogen, meiner trifft den Kern ziemlich gut...
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